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Schandmäuler und Russendisko

Schandmäuler und Russendisko

Ein interessanteres Lineup hätte man sich für das SCHANDMAUL-Konzert im Gasometer Wien nicht wünschen können. Neben den deutschen Spielmännern begeisterten zudem ein akustisches Miniorchester namens DIE KAMMER und die österreich-russische Feierallianz RUSSKAJA!

Neben RUSSKAJA waren DIE KAMMER mit drei Streichern, einer Tuba, Schlagzeug und zwei Gitarristen die größte Band auf den Brettern des Gasometers. Die weitläufige Bühne wurde aber optimalst genutzt und das Miniorchester wusste, wie man die Masse überzeugt.

Ein komplett anderes Niveau erreichte die Begeisterung jedoch, als die Botschafter der russischen Partylaune auf die Bühne stürmten. „Energia“ war nicht nur ein Songtitel, sondern auch das fanatische Motto des Siebenergespanns. Mit dem patentierten eingängigen Mix aus Polka, Ska, Punk und einem Quäntchen Metal wurde der Gasometer in eine riesige Tanzhalle verwandelt. Applaus!

Etwas schwierig war dann das mentale Umschwenken. Von purer Tanzwut und Energie musste man nun einen Gang herunterschalten. Doch der etwas langsamere Folk Rock von SCHANDMAUL ist genau das, was Fans an der Band lieben. Die sechs Münchner brauchen keine 600 BPM um zu begeistern, dafür reichen die ausgeklügelte Setlist und die mitreißenden Songs.

Musikalisch sind SCHANDMAUL seit Jahrzehnten über jeden Zweifel erhaben. Von Thomas Lindners Stimme, über „Ducky“ Ducksteins Bassspiel, bis hin zur Aushilfsviolinistin Ally Storch (die neben ihren Geigenfähigkeiten auch mit ihrer Haarpracht beeindrucken konnte). Hier stehen Profis auf der Bühne, wie man sie selten erleben darf.

Besonders die Setlist war – neben den darauf enthaltenen Songs – eine Meisterleistung. Neben aktuellsten Songs wie „In Deinem Namen“ vom neuen Album „Unendlich“ wurden auch uralte Klassiker aus der Mottenkiste ausgegraben und eindrucksvoll entstaubt. So zum Beispiel „Teufelsweib“ oder die Gänsehaut-Zugabe schlechthin: „Willst Du?“. Ein, zwei Songs hätte man sich noch wünschen können, doch mit 25 Songs waren die sechs Musiker mehr als großzügig. Und bekanntlich soll man ja aufhören, wenn’s am Schönsten ist!

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Markus liefert als Teil der Wiener Fraktion von Subtext Konzertfotos aller möglichen Genres. Egal ob Hip Hop oder Black Metal - Hauptsache die Musik geht unter die Haut und drückt in den Ohren.

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