Hundreds begeisterten in Wien mit stimmungsvoller Musik in passender Atmosphäre. Das WUK-Foyer bot die optimale, eher intime Umgebung, und die Songs hatten live noch einmal einen ganz besonderen Touch.

Die Geschwister Milner aus Berlin haben mit „Aftermath“ im März ihr zweites Album veröffentlicht. Ein Grund, auf Tour zu gehen. Nach einem Stopp in Wien geht es wieder quer durch Deutschland weiter. Etwas schade, denn so ein Konzert gibt es in Österreich nicht jeden Tag.

Live klingen die Songs rauer als vom Album, mit ihrer reduzierten Art wirken sie authentischer. Hundreds stehen live zu dritt auf der Bühne, unterstützt von einem Percussionisten. Wohldosierte Instrumente und wohldosierter Gesang sind auch beim Konzert alles, was nötig ist. Die Songs vom neuen Album wirken lockerer, routinierter, etwas zielstrebiger und weniger pathetisch als die alten Stücke, weichen aber nicht allzu stark vom bewährten Muster ab. Eva Milner wirkt konzentriert, singt, tanzt manchmal, setzt manchmal nur einen Fuß vor den anderen – als wäre sie tief eingetaucht in die Musik. Das Publikum lässt sie dabei gleich mit eintauchen.

Das Licht erinnert an das Cover vom ersten Album, mit spärlicher Beleuchtung (reduziert wie auch die Musik) und einigen Effekten wird eine leicht düstere und sehr geheimnisvolle Stimmung geschaffen. Alles zusammen fesselt, eine einzigartige Atmosphäre entsteht. Auch wenn die Musik eher von der ruhigen Sorte ist, hat sie live noch etwas mehr „Bumm“, und viele lassen sich von Evas hypnotisch anmutenden Bewegungen mitreißen.

Der WUK-Saal wäre zu groß gewesen für dieses Konzert, das wird im Nachhinein klar. Nicht nur wegen der Besucherzahlen – auch der Funke wäre nicht so sehr übergesprungen wie im Foyer. Hundreds wissen das wohl schon länger und haben daher ihre letzten Konzerte gerne in Theatern gespielt. Nur nicht zu viel, nur nicht die fragile Atmosphäre zerstören. Das Konzept ist auch in Wien aufgegangen. Einfach wunderbar.

Auch die Überraschungs-Opener Talking to Turtles fügten sich gut in das Bild ein. Ähnlich reduziert auf das Wesentliche boten sie eher das Singer-Songwriter-Feeling und überzeugten damit das Publikum. Eine Band, die es im Auge zu behalten gilt.

Text & Fotos: Michael Straub

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