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DER LEERLAUF DES JAHRES 2014: Foo Fighters

DER LEERLAUF DES JAHRES 2014: Foo Fighters

Auf dem Papier hört sich „Sonic Highways“, die achte Studioplatte der Foo Fighters, äußerst vielversprechend an. In acht amerikanischen Städten (u.a. Chicago, Seattle, Nashville und New York) hat die Band um Dave Grohl acht Songs geschrieben und aufgenommen. Daneben wurde eine eigens dafür ins Leben gerufene Sendung für den Sender HBO produziert (auf dem normalerweise erstklassige Serien wie „Six Feet Under“ oder „Game Of Thrones“ laufen), die zeigt, wie Grohl und seine Mannen sich mit Ansässigen und Ortsbekannten austauschen. Natürlich, acht Folgen lang. Leider ist das musikalische Ergebnis von diesem ambitionierten Projekt äußerst medioker und durchwachsen ausgefallen.

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Die Foo Fighters treten, trotz all des interessantes Überbaus, auf der Stelle. Classic-Rock statt Grunge („What Did I Do?/God As My Witness“). Stadionbombast („In The Clear“) statt rockiger Raffinesse. Platte Balladen („Subterranean“) statt berührender Augenblicke. Unnötig in die Länge gezogene Songs („I Am A River“) statt epischer Breitwandmomente.

Obwohl die Band sozusagen mundgerechte Köder in verschiedenen Winkeln der USA ausgelegt hat, verläuft das Album doch stromlinienförmig. Die Single „Something From Nothing“ steigert sich zumindest in ein solides Finale hinein, das geradezu rasend über einen hereinfällt und „The Fast And The Famine“ erhöht das Tempo und hinterlässt wenigstens einen guten Eindruck. Von „Congregation“ kann man das leider nicht behaupten – die Gitarren gniedeln um die Wette und man möchte am liebsten gleich wieder abdrehen.

Das achte Werk der Foo Fighters bleibt am Ende eine Platte, die gewiss nicht das große Spektakel darstellt und im Schatten ihres brillanten Vorgängers „Wasting Light“ steht. Der wurde in der Garage von Dave Grohl konzipiert und gezimmert. Schade, da hätte man mehr von „Sonic Highways“ erwarten dürfen. Acht nette Lieder. Amerika-Musik. Das war’s.

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Weitere Künstler, die 2014 „Fan-Service“ betrieben und gemischte Gefühle verursacht haben:
AC/DC
–  Rock Or Bust
PINK FLOYD – The Endless River
BUSH – Man On The Run
BEATSTEAKS – Beatsteaks

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