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Southside Festival 2015: not a Song to Say Goodbye!

Southside Festival 2015: not a Song to Say Goodbye!

Der zweite Tag am Southside Festival – ein Tag, an dem man getrost das Motto „Let’s Dance“ ausrufen konnte. Daneben konnte man auch am Nachmittag bereits wieder einige Perlen entdecken.

Eine dieser erwähnten Perlen waren beispielsweise „The Bohicas“, die am Nachmittag im Zelt spielen durften. Überschaubarer Andrang, aber eine Band, deren Debutalbum „The Making Of“, das im August erscheint, aber jetzt schon empfohlen werden darf. Extrem tanzbarer Rock, der vor allem live eine echte Wucht ist! Die Überraschung auf der main Stage waren jedoch die „Sunset Sons“. Die sind bei Weitem keine Unbekannten mehr, und die Single „Remember“ läuft schon seit einiger Zeit auf Heavy Rotation. Alternative Rock, der sich angenehm vom Einheitsbrei abhebt.


Das, was um ca. halb Vier dann bei der White Stage passierte, lässt sich dan nur schwer in Worte fassen. Schmutzki, die Punkrock-Senkrechtstarter aus Stuttgart, die sich beim Stickerverteilen am Festival offensichtlich viel Mühe gegeben hatten, füllten das Zelt rappelvoll. Live sind sie einfach nur eines: geil! Stagedives, Moshpits, eine Bühnenpräsenz, die seinesgleichen sucht, und ein Herz für durstige Tontechniker – Wahnsinn!

Danach ging es auf der Green Stage mit „We are the Ocean“ bekannt alternative-rockig weiter – nix besonderes – und für die Schmusebedürftigen waren Angus & Julia Stone genau das Richtige. Das Duo aus Australien liefert gekonnt arrangierte Indie-Balladen, gibt sich dabei auch auf der Bühne locker-verträumt und ist sicher ein Vorreiter ihres Genres. Völlig zu Recht!

Bayrische Urgewalt war die Devise von „La Brass Banda“. Stefan Dettl & Co brachten bayrische Gemütlichkeit gepaart mit unglaublicher Liveperformance nach Neuhausen Ob Eck. Dettl bemitleidete die Barmenschen – die vielleicht auch bald mal richtiges Bier ausschenken dürfen! – traten gegen Homophobie auf, nahmen sich selbst nicht zu ernst und sorgten damit für eine angenehm-abgehende Atmosphäre!

Heiß erwartet war danach auch der Gig von Frittenbude. Mit neuem Album am Start, „Küken des Orion“, und jeder Menge Live-Tauglichkeit im Gepäck. Natürlich sei es verziehen, dass die neuen Stücke noch nicht so zünden wie erwartet, aber solang sich „Deutschland immer noch so deutsch“ anhört und laut gegen Nazis aufgetreten wird, sind die Herren von Frittenbude nach wie vor am richtigen Platz!

Die Punkrocker von NoFX gaben sich danach auf der Green Stage ein Stelldichein. Gewohnt derb, Fat Mike im Damenkostüm, dass er laut eigener Aussage aus der Garderobe von Against Me!-Frontfrau Laura Jane Grace hat, geben die Herren auch im 21. Jahrhundert auf der Bühne noch gehörig Gas. Nicht jedermanns Sache, dafür aber denkwürdig! Ein Hauch von Heimat durfte danach auf der Blue Stage bewundert werden. Parov Stelar, Österreichs erfolgreichster Musikexport, zeigte eindrucksvoll, wie man eine Festivalbühne fast zerlegt. Zumindest hatte man bei „Catgroove“ das Gefühl, dass die Hütte jetzt dann wirklich explodiert. Der Herr Füreder kanns immer noch, oder vielleicht besser den je!

Rockig gingen es bei immer kälter werdenden Temperaturen danach The Gaslight Anthem an. Die  Truppe rund um Brian Fallon lieferte ein routiniertes, aber leider keineswegs überragendes Konzert ab. Da wäre sicher mehr gegangen – auch, wenn man ins Publikum blickte. Im Gegensatz zu Archive, einer _der Überraschungen des Festivals. Die Londoner Band lieferte eine Live-Show ab, die nicht nur durch die Stimme von Darius Keeler durch Mark und Bein ging. Die hätten sich eine größere Bühne verdient gehabt! Und „Londinium“ gehört sowieso in jede gut sortierte Plattensammlung.

Alt-J waren dafür dann die heimliche Enttäuschung. Entweder zu spät angesetzt, wollte der Funke nicht so recht überspringen. Definitv funktionieren sie in Konzerthallen besser, und Sänger Joe Newman bewegte sich leider nicht nur einmal abseits der Tonleiter. Schade drum. Der Headliner, Placebo, ließ dafür keine Wünsche offen. Brian Molko weiß auch 2015 noch, wie man epische Konzerte spielt. Songs wie „Special K“, „Every me Every You“, das neue „Too Many Friends“, sowie der Quasi-Abschluss „Infra-Red“ sind diese Momente, die ein Festival speziell machen. Da gab es sicher keinen unglücklichen Besucher! Hoffentlich darf man dieser Band noch länger folgen!

Und wer Glück hatte, durfte danach noch Casper im Zelt bestaunen oder alternativ bei Deadmou5 abgehen. Das Zelt war natürlich heillos überfüllt, und Casper rappte sich quer über bekannte Beats. Eine fast bessere Show als die „normale“! Insgesamt ein intensiver Festivaltag mit Ups und Downs – aber gespickt mit musikalischen Schmankerln!

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Musikliebhaber. Vinyl-Nerd. Konzertfotograf. Biertrinker. Eigentlich Krankenschwester - wohl auch deshalb manchmal (zu) zynisch.

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