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Atari Teenage Riot: Reißt die Wände ein!

Atari Teenage Riot: Reißt die Wände ein!

Am letzten Samstag konnte man die geballte Live-Wucht von Atari Teenage Riot im Treibhaus Innsbruck bestaunen. Ihrem Ruf wurden sie mehr als gerecht, das Treibhaus zitterte und das Publikum tanzte sich in Trance. Dabei stand vor allem ihr neues Album „Reset“ im Mittelpunkt.

IMG_005Seit gut 23 Jahren gibt es sie nun schon, die Formation ohne fixen Herkunftsort, aber mit Verbindungen in die ganze Welt. Anarcho-Cyberpunk trifft die Musik ziemlich gut, ein wilder Mix aus Techno und Punk-Attitüde ließ wenig Raum um nachzudenken oder gar für stille Momente zu sorgen.

IMG_003Ab dem Zeitpunkt, als die drei die Bühne betreten, heißt es nur mehr „Vorwärts!“. Es gibt nur eine Richtung, und die heißt „Action, Action, Action“. Für Ansprachen oder Worte zwischen den Songs fanden die drei derzeitigen Mitglieder – Alec Empire, Nic Endo und Rapper Rowdy Superstar – keine Zeit.

Dafür wurden die fehlenden Worte mit Schweiß gut gemacht, keine stille Sekunde, kein langweiliges Herumstehen auf der Bühne, getanzt, gepogt und alles was man auf einer Bühne machen kann, wurde gemacht. Fließend wechselten sich die drei hinterm Laptop ab, manchmal auch gleichzeitig.

So beeindruckend ich eine solche Live-Performance auch finde, ich brauche in einer Stunde zumindest zwei Minuten Pause, in denen nicht auf Vollgas harter gerader Technobeat dröhnt, vermischt mit hektischen Aufrufen zum Widerstand. Keine Zeit zu Verschnaufen, es muss vorwärts gehen, unter allen Umständen.

IMG_002Dieser Eindruck wurde auch durch die Lichtshow verstärkt – Stroboskop im Dauereinsatz. Natürlich professionell auf die Songs abgestimmt, allerdings auch hier wieder nach dem Prinzip „Mehr ist besser“. Hat man die richtigen Substanzen intus, kann man auch zwei Stunden durchgehend locker sich volldröhnen lassen.

Eine Show, die man auf jeden Fall ein Mal gesehen haben muss. Danach reichts dann aber auch wieder.

 

 

 

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Schreibt seit längerem, macht noch länger Musik. Mal erfolgreich, mal weniger - und versucht das Beste aus dem doch irgendwie dörflichen Innsbruck zu machen.

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