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SOURCE OF HELL – RESOLVED TO DUST

SOURCE OF HELL – RESOLVED TO DUST

RESOLVED TO DUST nennt sich die erste LP der oberösterreichischen Metal Band Source of Hell aus Bad Wimsbach, die Ende Oktober released wurde. Die seit 2008 existierende Band liefert mit ihrem Longplayer ein Metal Album, das durch verschiedenste Einflüsse geprägt ist: Death Metal Growls treffen auf cleane Vocals, dazwischen werden auch immer wieder hohe Screams eingestreut. Die Gitarrenarbeit gestaltet sich sehr thrashig, die Riffs fetzen heavy und präzise aus den Lautsprechern und der Bass groovt. Der Drummer liefert heftige Doublebass-Attacken und harte, vom Hardcore beeinflusste Breaks. In Summe ergeben diese Komponenten ein stimmiges Ganzes und einen etwas unkonventionellen Sound. Dass diese Mischung funktioniert, durfte ich beim Durchhören des Albums erfreut feststellen.

Der erste Track der Platte ist das Intro Newsflash, in dem Ausschnitte mehrerer Radiobeiträge auf eine durch Atomwaffen verursachte Apokalypse hinweisen. I Smile Blood, der erste Song der Platte, unterstreicht diese düstere Stimmung noch einmal durch eine epische Einleitung. Als sehr gelungen erweisen sich hier die Lead-Gitarrenparts. Auch die Drums können überzeugen: die gezielt eingesetzten Effektbecken im Intro des Songs bauen Spannung auf und die fetten und sehr schnellen Doublebass-Linien tun ihr übriges. Ein sehr starker Song, bei dem auch ohne Vocals zu keiner Sekunde nur ein Hauch von Langeweile aufkommt.

Beim folgenden Track Road To Ruin überzeugen mich jedoch dagegen nur das Intro und der energetische, vom Hardcore beeinflusste Part gegen Ende des Songs. Die Riffs sind etwas einfallslos gestaltet und den Vocals fehlt es vor allem bei den clean gesungenen Gesangsparts, etwas an Durchsetzungskraft und Lautstärke. Dies gilt größtenteils auch für den nächsten Track. Auf Psychotronic Men wird der klare Gesang ebenfalls zu kraftlos und mit viel zu viel Vibrato in der Stimme präsentiert.

Die nächsten beiden Titel stellen für mich den Höhepunkt der LP dar. Der wahrscheinlich härteste Song der CD, der gleichzeitig als Namensgeber für die Scheibe fungierte, punktet mit einem coolen Thrash – Metal Part, welcher in harte Breaks mündet. Der Gesang besticht dadurch, dass abwechselnd hohe Screams und tiefe Growls eingesetzt werden. Als Sahnehäubchen gibt es zum Schluss der Nummer noch ein sehr, sehr gelungenes Gitarrensolo zu hören. Mit der Nummer As The Little Swan Died findet sich auch eine Ballade auf RESOLVED TO DUST wieder. Diese klingt fett, warm und ausgewogen. Die melodiösen Gitarren liefern eine ideale Basis für den Sänger, der diesmal mit seinem Cleangesang auf ganzer Linie überzeugt.

Lose It All ist eher eine unscheinbare Nummer von durchschnittlicher Qualität. Hier findet sich gesangstechnisch fast ausschließlich cleaner Gesang wieder, der wie im vorigen Lied perfekt zur Stimmung des Songs passt. So weit so gut, nur irgendwie hat die Nummer dann doch nicht das Zeug dazu, sich dauerhaft im Gehirn des Zuhörers festzusetzen.
Nach zwei etwas ruhigeren Nummern nimmt die Scheibe mit dem Titel Hellrider wieder Fahrt auf. Der Song klingt ähnlich heavy wie das zuvor erwähnte Stück Resolved To Dust und ist auch ähnlich gestaltet. Thrash Metal trifft auf Hardcore, hohe Screams treffen auf tiefe. Eine explosive Mixtur, die einen einlädt, zu headbangen bis einem das Genick abfällt. Textlich gefällt mir der Song durch seine Direktheit fast am besten. Die beiden Titel The Others und The Betrayer reißen einen nicht vom Hocker, sind jedoch solide und eignen sich durchaus dazu, das Album gebührend abzurunden.

Zusammenfassend kann man sagen, dass den Oberösterreichern eine hörenswerte LP gelungen ist, die durch einige echte Kracher glänzt. Manche Cleanparts könnten etwas Lautstärke vertragen und mit etwas mehr Power gesungen sein. Beim Songwriting herrscht teilweise ebenfalls noch Luft nach oben. Alles in allem ist RESOLVED TO DUST jedoch ein hörenswertes Album, das sich durch seinen Mix aus verschiedensten Genres von der Masse abhebt. Bleibt nur noch eines: Source of Hell live zu erleben!

Anspieltipps:
I Smile Blood
Resolved To Dust
As The Little Swan Died
Hellrider

Tracklist:
Newsflash
I Smile Blood
Road To Ruin
Psychotronic Men
Resolved To Dust
As The Little Swan Died
Lose It All
Hellrider
The Others
The Betrayer

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Redakteur bei subtext.at, Musikfan, aktiver Musiker

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