„Kapseln zu, Motoren an, wir brechen auf ins Niemandsland!“ Am 24. März 2017 starteten FLUT ihre Rakete namens Nachtschicht. Die Debüt-EP (Problembär Records) ist eine Ode an die 80er Jahre, ohne aber dabei veraltet zu wirken.

Der Traum vom Weltall begann für die fünf Oberösterreicher von FLUT mit einem tragbaren VHS Rekorder. Die Jungs begannen in ihrer Freizeit damit, analoge Filme zu drehen und entdeckten dabei die unscharfe, von kaltem Neonlicht geprägte Ästhetik der 80er Jahre für sich. Mittlerweile sind FLUT allerdings nach Wien ausgewandert, und aus dem Filmprojekt entwickelte sich ein Musikprojekt, das aber doch nach wie vor großen Fokus auf die Musikvideos legt, die selbstverständlich ganz im Stile der 80er Jahre gehalten sind, samt 4:3 Format.

Der erste Track der EP, Linz bei Nacht, erzählt auf amüsante Weise die Geschichte eines Linzer Kriminellen. Der synthi-lastige Retrosound der Gruppe erzeugt ein herrliches Bild der Stahlstadt zu späterer Stunde, mitsamt all den finsteren Gestalten, die zu dieser Uhrzeit ihr Unwesen treiben.

In der aktuellen Single Sterne schicken die Jungs ihren Kosmonauten ins Weltall (nachdem er sich einigen Gesundheitschecks unterziehen musste, und die Burschen auf der Bodenstation, die sehr verdächtig nach dem AKW in Zwentendorf aussieht, das OK gaben).

Ich persönlich habe mich jedenfalls in die minimalistischen, kalten Gitarrenriffs und die Retro-Synthis verliebt und finde, dass die EP trotz all dieser nostalgischen Effekte wunderbar aktuell wirkt, und durch die locker flockigen Texte erscheint Nachtschicht als zeitloses Gesamtkunstwerk, das von Weltschmerz nur so strotzt, weshalb sein Schema perfekt in unsere heutige Zeit passt (wobei ich mir hier die Frage stelle, ob das wohl das Comeback der Dauerwelle signalisiert?). Ich persönlich finde Nachtschicht jedenfalls mehr als gelungen, und FLUT gehört ganz bestimmt zu den Bands, die man als Musikliebhaber besser im Auge behalten sollte, denn diese Jungs wollen hoch hinaus! Ich freue mich auf mehr.

FLUT – Nachtschicht

01. Linz bei Nacht (03:28)

02. Splitter aus Glas (04:11)

03. Sterne (06:02)

04. Tiefschlaf (04:06)

05. Grenzenlos (03:41)

Kommentare

Kommentare werden geladen...