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The Toasters: Willkommen in der Ska-Sauna!

The Toasters: Willkommen in der Ska-Sauna!

Samstagabend, gefühlte – oder gar wirkliche – 50 Grad im Konzertsaal und eine Luftfeuchtigkeit, die jeden Fleck im tropischen Regenwald neidisch erblassen ließe: so die Ausgangsbedingungen für ein Konzert in der Stadtwerkstatt, das mit drei Ska-Bands für ordentlich Dampf sorgen sollte. Die Ska-Legenden The Toasters hatten sich ebenso angesagt wie zwei Kapellen aus Österreich: Stockkampf und Supervision.

Zuallererst: meine Herren, war das heiß da drinnen in der Stadtwerkstatt. Gut 200 Leute hatten es sich nicht nehmen lassen, The Toasters live zu sehen. Kein Wunder, gehören sie doch zu DEN Vorreitern in ihrem Genre. Aber erst mal der Reihe nach.

Mit Stockkampf stand pünktlich um 22 Uhr die erste Band auf der Bühne. Als „Innsbrucks Bauern-Antifa“ bezeichnen sie sich. Und sie sind vor allem eines: links. Da wird gegen Frontex und Grenzen aufgestanden, eine Lobeshymne auf Bier zelebriert, und gegen Nazis angeschrien. Das ganze musikalisch verpackt in eine Ska-Mischung mit ordentlichem Punk-Einschlag. Kompromisse? Gibts bei der Band keine – im Publikum auch nicht. Da wurde bereits zu Beginn geskankt, wie man es nicht oft sieht. Und das eine oder vor allem das andere Bier vernichtet – musste man seinen Flüssigkeitshaushalt doch ob der Sauna-Zustände im Auge behalten.

Supervision standen danach auf der Bühne. Die Combo aus der Weltstadt St. Johann a.k.a. „Saiga Hans“ beweist, dass sie auch nach mehr als zehn Jahren noch weiß, wie man einen anständigen Abriss veranstaltet. Front-Rampensau Andi ist sowieso ein Showman par excellance – und auch wenn das ganze dann doch um einiges poppiger klingt als bei Stockkampf zuvor, hat man es schwer, auf einem Supervision-Konzert nicht komplett durchzudrehen.

Gekommen war der Großteil aber dann doch für „The Toasters“. Die Toasters machen bereits seit 1981 (!) Musik und gelten als eine der dekoriertesten Ska-Bands der Geschichte. Robert „Bucket“ Hingley und Co knüppelten sich dann eine Stunde lang durch die Bandgeschichte. Der „Idiot“ im White House wurde ebenso besungen, die Leute gingen ab, und auch die Bekleidung wurde bei einigen immer weniger. Ob der Temperaturen verständlich. Stagedives, glückliche Gesichter, eine leergesoffene Bar: ein Ska-Konzert kann so schön sein!

Foto: Rudi Ornetsmüller, Christoph Thorwartl

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Musikliebhaber. Vinyl-Nerd. Konzertfotograf. Biertrinker. Eigentlich Krankenschwester - wohl auch deshalb manchmal (zu) zynisch.

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