Willkommen, Fremder – tritt ein! Die Darkwater Insel Bostons begrüßt dich. Erkunde. Erforsche. Doch verlier dich auf dem Weg. Ganz leise, Schritt für Schritt. Bis das zarte Flüstern deiner inneren Stimme die Überhand nimmt. Du nicht mehr weißt, was wirklich ist, und was nicht. Erst dann bist du bereit. Dann bist du erfolgreich in Focus‘ neuem Horror Spiel Call of Cthulhu angekommen. Mit Call of Cthulhu erscheint dieses Jahr eine ganz neu aufgebaute Umsetzung der H.P. Lovestory Geschichten des 20. Jahrhunderts – und gleichzeitig auch eine Art Remake des ersten Call of Cthulhu im Jahre 1981. Also steig hinab, in den Wahnsinn deiner eigenen Fantasie. 


Call of Cthulhu stellt kein typisches Horrorspiel des Genres dar. Wir schlüpfen in die Schuhe von Edward Pierce, einem Privatdetektiv, der an der Küste der Darkwater Insel ankommt. Es liegt an uns, das Geheimnis der Insel zu erforschen, Hinweise zu sammeln, und Zusammenhänge zu knüpfen. Dennoch kriecht der Horror – ganz unbewusst und wie von selbst – von der ersten Sekunde an bis tief in die Knochen. Man trifft auf düstere Gestalten. Grausame Entwicklungen. Und vor allem eins: den Wahnsinn, der tief im inneren von Edward Pierce schlummert. 

Call of Cthulhu: The Official Video Game
Publisher: Focus Home Interactive
Entwickler: Cyanide Studio
Plattformen: PC , Playstation 4, XBOX One
Preis: noch nicht bekannt
Release: Dezember 2017

Die Insel ist erst der Anfang 

Die Geschichte in Call of Cthulhu ist aus verschiedenen einzelnen Kapiteln aufgebaut und beginnt mit unserer Ankunft auf der mysteriösen, kleinen Darkwater-Insel. Es kam uns zu Ohren, dass eine ganze Familie auf der Insel auf unerklärliche Weise ihren Tod gefunden haben soll – doch kein anderer Privatermittler war bis jetzt mutig genug, einen Fuß auf die dunkle Insel zu setzen. Wir stellen – einmal im Hafen angekommen – sehr schnell fest, dass etwas absolut nicht stimmt. Gestrandete Wale, seltsame Krankheiten und unnatürliche ökologische Veränderungen erwarten uns.

Das Rätsel, welches der Insel zu Grunde liegt, ist jedoch viel schwieriger zu knacken, als es anfangs den Anschein hat.  Als „Outlander“ sind uns jegliche Bewohner der Insel anfangs nicht wirklich freundlich gesinnt. Man muss sich ihr Vertrauen im Laufe der Kapitel erarbeiten, und darf sich keine Fehler leisten. Während die Geschichte voranschreitet und wir erste Hinweise sammeln, treffen wir schon früh auf eine der einflussreichsten Familien der Insel. Diese wollen mit allen Mitteln verhindern, dass ein „Outlander“ sich in ihre dunklen Machenschaften einmischt – und das mit jeglichen Mitteln.

Privatdetektiv Edward Pierce ist hier also völlig auf sich alleine gestellt.

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Eine herzliche Begrüßung sieht definitiv anders aus!

Durch Ruinen und Tunnel – Ermittlung & Spielprinzip

Das Prinzip der Ermittlung wird in Call of Cthulhu sehr klassisch und zeitlos eingesetzt. Es gibt eine Hauptquestlinie pro Kapitel, welche eine grobe Orientierung für die Handlung darstellt. Anschließend muss man jedoch stets seinen eigenen Weg finden, und Hinweise zusammensetzen. So ist die Vorgabe zum Beispiel, in das Haus der einflussreichsten Familie der Insel zu gelangen. Dies wird jedoch von Polizisten bewacht. Man kann nun die unterirdischen Tunnel benutzen um einzudringen, oder in der Kneipe Infos über die Polizisten sammeln und diese so zum Einlass zwingen. Laut den Entwicklern gibt es hier zahlreiche Varianten, die Story zu spielen, und somit auch hohes Potential, das Spiel öfter zu spielen.

Jegliche gefundenen Hinweise werden von Pierce in seinem kleinen Journal gesammelt, und können in toller 3D Inszenierung stets abgerufen werden. Dann liegt es aber ganz an uns, die Puzzleteile zum großen Ganzen zu kombinieren. Hier konnten wir leider in der Vorschau noch nicht sehen, ob die Kapitel aufeinander aufbauen oder nicht. Wir fänden es nämlich super, wenn man im ersten Kapitel bereits – zu dem Zeitpunkt noch unwichtige – Beweise finden könnte, welche sich dann erst in Kapitel V als essentiell herausstellen. Dies würde dem Schwierigkeitsgrad noch einen Push in die richtige Richtung geben.

Sterben kann man laut den Entwicklern übrigens selten bis gar nicht. Es wurde uns leider nicht wirklich offenbart, was nun passiert, wenn Detektiv Pierce mal das Zeitliche segnet , jedoch stellt der stets währende Wahnsinn eine viel größere Bedrohung dar. Die Abenteuer auf der Insel werden so weniger ein Kampf gegen den eigenen HP-Balken, sondern den eigenen Verstand darstellen. Dazu weiter unten noch mehr.

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Düstere Geheimnisse warten darauf, entdeckt zu werden

Von düsteren Höhlen und steilen Abgründen – die Insel

Die Darkwater-Insel selbst war laut der uns gezeigten Karte wirklich sehr groß aufgebaut. Die Entwickler konnten uns jedoch noch nicht beantworten, ob man sich pro Kapitel nur im vorgesehenen Bereich der Story bewegen kann, oder die ganze Insel einem stets wie bei einem großen Open-World-RPG zur Verfügung steht. Dieser Aspekt muss in der Zukunft also noch näher beleuchtet werden. Würde man die Bewegung stets zum aktuellen Ort einschränken, fänden wir das durchaus negativ. Allein in der kurzen Präsentation sahen wir viele interessante Orte, welche nur darauf warten von uns entdeckt zu werden. Wird man hier stets eingebremst, dämpft dies durchaus die Freude am Spiel.

Die Atmosphäre der Insel ist den Entwicklern aber wirklich super gelungen. Düsterer Kerzenschein, mysteriöse Schilder und Anzeichen dunkler Rituale kreuzen unseren Weg. Lichtspiele und dunkle Schatten lassen dich oft in dem Glauben, du wärst hier nicht allein auf deiner Mission unterwegs. Ein großes Manko der grafischen Gestaltung waren jedoch die Gesichtsanimationen in diversen Dialogen der Inselbewohner mit dem Privatdetektiv. Diese erinnerten von der Qualität stark an Spiele wie Life is Strange – und zeugten leider nicht von hohem Detailgrad. Hier ist definitiv noch viel Verbesserungspotential bis zum Release im Dezember vorhanden.

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Und bald verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und Wahnsinn

 

Viele Beweise, doch der Wahnsinn kommt langsam

Das wichtigste Element in Call of Cthulhu ist definitiv der eigene Wahnsinn, der tief in Edward Pierce‘ Seele schlummert. Desto länger wir uns auf der Insel aufhalten, desto fragiler wird auch unser Verstand. Es wird schwieriger zu unterscheiden, was real ist und was nicht. Steigen wir zum Beispiel tief in unterirdische, überflutete Tunnel ab, werden wir plötzlich von einem großen Oktopus angefallen und in die Tiefe geschleift. Wir können uns nur mit Mühe und Not befreien und stellen zurück an der Oberfläche fest, dass es sich nur um ein kleines Büschel Algen handelte. So offensichtlich sind die späteren Wahnvorstellungen von Pierce nicht mehr, und man muss ständig wachsam sein um in seiner Ermittlung keine falschen Schlüsse zu ziehen.

Auch die Umgebung hat auf unseren Geisteszustand eine große Auswirkung. Halten wir uns zu lange in kleinen, geschlossenen Räumen auf, kann es sein, dass Pierce von seiner eigenen Platzangst übermannt wird, und diese Räume entweder eine Weile gar nicht mehr betreten kann – oder kurzzeitig sogar in einem Platz verweilen muss, bis sich seine Gedanken wieder beruhigt haben.

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Ein Balanceakt auf der Grenze des Verstandes

Mit voranschreitender Geschichte spielt der Wahnsinn eine immer größere Rolle – inspiriert von dem namensgebenden Cthulhu-Mythos. H.P Lovecraft – der Autor der Geschichten, welche dem Spiel zu Grunde liegen – berief sich in seinen Erzählungen stets auf überirdische und unsterbliche Personen oder Kreaturen, welche aus dem tiefsten Universum entsprungen sind und keinen Naturgesetzen unterliegen. Diese Kreaturen zeigen sich uns des Öfteren – subtil oder weniger subtil. Ob es sich hier jedoch nur um einen weiteren Ausbruch der blühenden Fantasie handelt, wird die Zeit zeigen.

Welchen weiteren Ängsten sich Pierce auf seinem Weg noch stellen muss, ist abzuwarten. Die Entwickler haben hier jedenfalls Großes versprochen – so sei der Spiel mit Pierce‘ Verstand doch der Kernaspekt des gesamten Spieles.

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Ob wir den Fängen der Insel entkommen können?

Bereit für das Irrenhaus? – das Fazit

Was wir bisher von Call of Cthulhu gesehen haben, hat aber durchaus einen guten Eindruck hinterlassen. Die Grafik ist großteils gut gelungen – nur an den Gesichtsanimationen müssen die Entwickler definitiv nochmal Hand anlegen. Das ständig beklemmende Gefühl des Wahnsinns wurde bereits in der kurzen Zeit super rüber gebracht. Da wir jedoch das Spiel noch nicht selbst testen konnten, können wir nicht sagen, wie flüssig sich der Horrortitel spielen lässt, oder wie die Steuerung ausgefallen ist. Dies alles sind noch Punkte der Unsicherheit, die weiterer Klärung bedürfen.

Die gesamte Inszenierung – und speziell der Fokus auf die ermittlungstechnischen Elemente – hat uns jedoch in dieser ersten, kurzen Vorschau wirklich sehr zugesagt. Die Atmosphäre hat gestimmt, und sogar in den lauten Messehallen hat sich das kalte Gefühl des Wahnsinns, und der ständige, innerliche Konflikt eingestellt. Etwas Feinschliff wird aber sicher noch benötigt, denn wir haben definitiv das Gefühl, dass in dem Spiel viel verstecktes Potential schlummert. Wir sind gespannt, wie sich Call of Cthulhu weiter entwickeln wird, und freuen uns schon jetzt darauf, selbst in die – wenn auch eigenartig anmutenden – Schuhe des Privatdetektiven Edward Pierce zu schlüpfen.

 

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