Ganz nach dem Motto „Je niedriger die Bühne, desto cooler die Show“ hat das Grazer Kollektiv Gallows Bookings schon das zweite Mal innerhalb von ein paar Monaten Line-Up technisch voll ins Schwarze getroffen. Nach Skywalker und Landmarks im August waren am Freitag Kingdom of Giants mit Fathoms und Create to Inspire im Music House. Support aus Österreich gab’s natürlich auch: Die Kärntner Metalcore Truppe Counterweight hat sich als Opener wacker geschlagen.

In Graz ist das mit den Hardcore/Metalcore Shows immer so ein auf und ab – gute Bands kommen eben nur dann, wenn sich auch jemand darum kümmert. Gallows Bookings haben das mal in die Hand genommen und bisher wirklich bewiesen, dass man auch in Graz noch Leute motivieren kann, auf Shows zu gehen.
Obwohl bei Counterweight anfangs noch nicht so richtig Stimmung aufkommen wollte, haben die Jungs einen brutalen Start hingelegt. Vor allem der neue Song „Prometheus“ hat mich beeindruckt und macht Lust auf die neue Musik, die hoffentlich bald in Form der EP „Life Thread“ veröffentlicht wird. Aber auch den älteren Klassiker „This Is War“ mal live zu hören war spannend – die Heaven Shall Burn Vibes kamen deutlich heraus.

 

Create to Inspire fuhren dann ein ganz anderes Programm: weniger Breakdowns und Brutalität, dafür viel Gefühl, Melodik und Groove. Versteht mich nicht falsch, es war nicht Norah Jones, aber nach Counterweight boten die Briten eine willkommene Abwechslung in der Stimmungslage. Endlich kam dann auch etwas Bewegung ins Publikum. Kein Wunder, bei Riffs wie im Song „Counting Days“ und „Halfway Home“. Fathoms, ebenfalls aus England, führten die Show dann gleich mit Elan weiter – im Publikum herrschte währenddessen leider Stimmungstief. Vielleicht wurde die Energie für die Headliner des Abends aufgespart, denn (spoiler alert) da ging es dann richtig ab.

 

Kurz vor dem Start des Kingdom of Giants-Sets bin ich in weiser Voraussicht halb hinter die Bar geflüchtet, es gab da schon den einen oder anderen gefährlich aussehenden Mosher. Spätestens bei „Lowlife“ hat das Music House dann gebebt. Abgerundet wurde der Abend durch die Zugabe, „heavy and fast“ wie Sänger Dana Willax den Song „Sky Burial“ simpel und treffend beschreibt.

Alles in allem – super Abend, gute Organisation, gerne mehr davon.

Fotos: oliduncansonphotography.com

Kommentare

Kommentare werden geladen...