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Paenda: „Mit einem plattgedrückten Song wäre ich nicht dahin gefahren“

Sie hat blaue Haare, ist 31 Jahre alt und Österreichs diesjährige Vertreterin am Song Contest: Paenda. Mit „Evolution II“ hat die in Wien beheimatete Musikerin auch das dazugehörige Album am Start. Am 16.5. 2019 tritt sie für Österreich in Tel Aviv am Eurovision Song Contest an – wir haben sie vorab zum ausführlichen Interview gebeten. 

subtext.at: Gibt es etwas, was du gleich hinter dich bringen möchtest in diesem Interview?
Paenda: Meinen Namen erklären, oder was (lacht)?

subtext.at: Muss nicht das sein…
Paenda: Ich habe blaue Haare, es hat keine Bedeutung und Paenda kommt von meinen Augenringen, die ich in der Früh immer habe (lacht).

subtext.at: Ein bisschen in die Vergangenheit – Paenda durfte ich auf der Sunnseitn in Freistadt live sehen, auch am WurstVomHund-Ball in Linz warst du zu Gast. Provokant gefragt: wie schwer ist es für dich, aus dieser Alternative-Ecke kommend einen größeren Markt bespielen zu müssen und auch zu können?
Paenda: Das finde ich gar nicht provokant. Eine berechtigte Frage. Grundsätzlich habe ich mich nie irgendwo eingeordnet – ich mag keine Schubladen. Für mich gibt es keine Eingrenzungen – und etwa der WurstVomHund-Ball hat die richtige Message verbreitet. Auch der Eurovision Song Contest tut das – und das Schöne ist, dass man am ESC so viele Menschen auf einen Schlag erreicht. Ich bin ein Mensch, der  sich viele Gedanken über mich und die Welt macht, und ich wäre auf jeden Fall nicht mit einem plattgedrückten Pop-Song dahin gefahren. Das war die Prämisse – der Song muss eine Botschaft haben, wenn ich schon so ein Publikum habe. Da möchte ich zumindest etwas sagen können. Und was ich nie war, war jemand, der sich auf die Bühne stellt und hübsch ausschaut. Das bin ich nicht, dazu mache ich mir selbst zu viele Gedanken über die Dinge auf dieser Welt.

subtext.at: Würdest du also sagen, dass der Background, aus dieser Szene herauszukommen, ein Vorteil war, um eben nicht die zitierte „plattgedrückte Plastikpop-Künstlerin“ zu sein? Und nicht vor 100 Millionen Leuten einen vorproduzierten Song zu performen?
Paenda: Ich glaube, dass das nicht einmal etwas mit dem Background zu tun hat. Es gibt so viele, die sich Gedanken machen – auch im „Hollywood-Pop-Business“. Es gibt auch sehr viele, die sehrwohl ihre Statements in die Welt verbreiten – da hat auch Conchita vor einigen Jahren bereits ihren Beitrag geleistet. Ich habe das damals super gefunden, dass Österreich diese Künstlerin dahin schickt. Das war ein großes Risiko – was da im Vorfeld an Bashing allein abgelaufen ist. Es war gut, einfach mal jemanden hinzuschicken, im Wissen, die Plattform Song Contest dafür zu nutzen, was sie ist. Das war mutig. Eine Show, die für Toleranz stehen soll, und auch dafür genutzt wurde.

subtext.at: Bleiben wir gleich beim Song Contest. Die Liste an österreichischen Vertretern ist eine sehr bunte – von Alf Poier über Trackshittaz bis zu Conchita und dir. Wie passt Paenda in diese Tradition hinein?
Paenda: Gar nicht (lacht). Aber das ist das Schöne daran: das Comittment zu Künstlern, die da hin zu schicken, ohne dass alle gewinnen müssen. Das Committment an mich war, und da Danke, lieber ORF, dass ich nicht unbedingt gewinnen muss, sondern dass die mich und meine Inhalte so gut fanden, dass sie mich genauso, wie ich bin, nach Tel Aviv schicken wollten.

subtext.at: Heuer gab es ja auch kein Publikumsvoting, sondern du wurdest durch den ORF nominiert. Vor einigen Jahren entschied noch das Publikum, und etwa Folkshilfe meinten nach dem Ausscheiden im Halbfinale, nicht unfroh zu sein, nicht zum Song Contest zu fahren. Glaubst du, dass man dem auch kritisch gegenüberstehen kann als Künstler?
Paenda: Johann Sebastian Bass etwa waren da sicher anderer Meinung (lacht). Aber natürlich ist es gerechtfertigt – jeder darf seine Meinung haben. Ich kenne aber auch die gleichen Leute – und natürlich habe ich Unterhaltungen geführt, und da gab es natürlich kritische Stimmen. Ich lasse mich aber auf jede Diskussion ein, und ich höre mir Argumente an. Wenn Argumente gut sind, dann sind sie gut – ich habe auch meine Argumente, warum ich nach Tel Aviv fahre. Für mich muss es stimmen. In diesen Diskussionen habe ich auch immer gesagt, dass das, was für einen Act passt, für den nächsten vielleicht überhaupt nicht in Frage kommt. Jemand, der aus einem anderen Genre kommt, und sich woanders beheimatet fühlt, fühlt sich am ESC sicher nicht wohl. Ich bin mit meiner Musik für mich nicht soweit entfernt – andererseits war auch Lordi dort (lacht).

subtext.at: Bleiben wir gleich mal bei Kritik, Bashings, Anfeindungen und dergleichen. Ich habe mir beim Hergehen zu diesem Interview dein neues Album „Evolution II“ angehört – es wirkt für mich ein wenig, als würde um die Single „Limits“ ein Paket verarbeitet, wo du auch mit Kritikern abrechnest. Würdest du zustimmen, dass das Album darum aufgenommen, um die Message, die du in Tel Aviv verbreiten möchtest, zu unterstreichen?
Paenda: Es ist lustig, weil der Song „Limits“ ja nicht für Tel Aviv per se geschrieben wurde, sondern vorher schon ein Track am Album war. Der ist erst danach für den Song Contest gewählt worden. Der eigentliche Song wurde ja nicht genommen – der ist aber auch nicht am Album. Grundsätzlich ist das gesamte Album eines über Selbstliebe und Respekt sich selbst gegenüber – einfach deswegen, weil das ein riesiges Thema für mich ist. Und nicht nur für mich, für viele. Ich wollte kein Album schreiben, wo ich überlegen müsste, was gut ankäme, oder welche politischen Statements ich abgeben müsste.

subtext.at: Also kein Konzeptalbum…
Paenda: Nein. Ich wollte eben Dinge reinbringen, die mich persönlich beschäftigen – das ist der Hauptgrund, warum ich Musik mache. Das sind alles Geschichten, die mich bewegten – und ich habe mich viel mit Situationen befasst, wo andere mich scheiße behandelt haben und es mir dreckig gegangen ist. Aber auch mit der Tatsache, warum das so ist und warum ich in solche Situationen komme. In denen habe ich mich oft viel zu lange aufgehalten – habe aber am Album versucht, es auch von der Seite zu betrachten, wie sehr ich selber da hineinspiele.

subtext.at: Wenn man mit Artists spricht, geht es bei neuen Alben oft um „sich selbst treu bleiben“ – muss ein Album für dich persönlich sein, damit es für dich passt? Oder ginge das auch, wenn von 15 Songs 14 andere geschrieben hätten, und du die „nur“ eingesungen hättest?
Paenda: (lacht) Es gibt sehr viele Künstlerinnen, die von sich sagen, selbst keine guten Songs schreiben zu können und die gerne andere Songs einsingen. Dann bin ich Interpretin. Für mich ist es nicht so – der Ansporn ist es für mich, Dinge zu verarbeiten und auszudrücken. Für mich ist Ausdruck ganz wichtig. Und der Grund, warum es Paenda gibt, ist es nicht, berühmt zu werden, sondern meine Version umzusetzen. Ohne Hintergedanken, dass das überhaupt jemals rauskommt. Ohne Hintergedanken, dass das jemandem gefallen muss.

subtext.at: Bleiben wir bei „Evolution II“ – und „Limits“, einer Ballade, die man vielleicht nicht primär so erwartet hätte. War es von Vornherein klar, dass diese Ballade im Hinterkopf immer da war und auf das Album muss, unabhängig davon, ob es die ESC-Single geworden wäre?
Paenda: Es war ein großes Thema, ob der Song überhaupt auf das Album soll – weil der Song ein Ergebnis aus den Emotionen und Ereignissen der letzten Jahre war. Wo ich nicht gewusst habe ursprünglich, wie ich die verpacken soll – ich brauche immer einige Zeit vom Ereignis bis zu dieser Verarbeitung. „Limits“ war ein Erguss aus all dem. Ich war vorher nicht in der Lage dazu, die Emotionen derart zu verpacken, dass ich sagen kann, dass das Gefühl habe, dass mit dem einen Song alles verarbeitet habe. „Limits“ war aber in einem Guss. Die Melodie war sofort da, der Text ebenso. Und die Produktion ist innerhalb einiger Stunden passiert – dann musste ich auch aufhören, an dem Song zu arbeiten, weil es mich emotional so mitgenommen hat. Und danach habe ich mit meiner Schwester, die auch live mit mir spielt und meine erste Andockstation ist, diskutiert, welche Nummern auf das Album kommen sollen. Bei „Limits“ war es nicht klar – eben weil es so emotional ist, und das Risiko besteht, dass andere Leute dann darauf wieder herumtreten. Obwohl ich mich nur selbst ausgedrückt habe. In meiner Welt funktioniert es nicht, dass jemand auf einen eintritt, wenn es demjenigen schon scheiße geht. Und natürlich weiß ich, dass der Rest des Albums anders klingt, und natürlich war die Frage, ob die Ballade dazu und zu mir als Künstlerin passt. Aber, und das war für mich als Artist sehr wichtig,  ist die Erkenntnis, dass genau diese Erwartungen anderer an mich in „Limits“ angeprangert werden, dann ausschlaggebend gewesen, den Song auf die Platte zu nehmen. Natürlich erwartet man die „Powerfrau“ und die, die immer „stark“ ist – und dann darf ich diesen Song nicht bringen? Und wie sehr würde ich mich selbst belügen, wenn genau aus diesen Gründen der Song nicht aufs Album dürfte?

subtext.at: Zusammenfassend kann man also sagen, dass der Song Erwartungen anderer an einen Artist und den Umgang damit anprangert?
Paenda: Nicht im Lied selbst, aber für mich war das die Erkenntnis am Ende.

subtext.at: Weg von Tel Aviv, hin in die Zukunft. Als ich mir die Tourdaten für den Herbst zu „Evolution II“ angesehen habe, war ich überrascht, dass die Locations verhältnismäßig klein sind. War das Absicht, klein anzufangen?
Paenda: Wir sind alle sehr realistisch – ich mag nichts weniger, als sich für mehr zu verkaufen, als man ist. Wir wissen sehr genau, wo Paenda im Moment steht. Es gibt immer ein Risiko – und mehr geht natürlich immer. Man muss auch ehrlich bleiben. Und wenn es klappt, kann man immer noch aufstocken (lacht).

subtext.at: Gehen wir zum Song Contest selber. Die Bühne dort ist natürlich eine viel größere, als du es bislang gewohnt bist. Und die Performance natürlich auch. Provokant gefragt: wie viele Windmaschinen wurden bereits durchprobiert?
Paenda: Verglichen mit anderen, riesigen Produktionen ist das noch immer wenig. Wer schon mal auf einem Katy Perry-Konzert war, weiß, was eine große Produktion ist (lacht).

subtext.at: Wie schwierig ist es für dich dennoch, dann auf die ESC-Gegebenheiten mit Playback und Co einzugehen, gerade weil du ja auf kleinen Bühnen auch immer alles live performt hast? Gerade auch im Hinblick auf die visuelle Performance?
Paenda: Ich hätte ja gerne eine Windmaschine gehabt, aber da sind meine Haare leider zu kurz dafür (lacht). Aber nein, es fällt nicht schwer – es ist ja meine Musik im Hintergrund und nicht Plastik. Ich bin auch nicht der Fan von DJ-Konzerten – ich brauche immer einen Live-Aspekt dabei. Bei Großveranstaltungen ist das immer so, dass es nicht live eingespielt wird – so groß, um das verlangen zu können, müsste man einmal sein. Aber schwierig ist es nicht, nein.

subtext.at: Beim Hören des Albums sind mir neben dem oben erwähnten Gesamtkonstrukt vor allem die letzten Sekunden des letzten Tracks ins Ohr gestochen…
Paenda: (lacht): Scheiße.

subtext.at: Es wirkt so, als ob du damit sagen wolltest, dass sehr wohl Menschen hinter diesem Album stehen und nicht nur die Produktion.
Paenda: Stimmt – da kann ich nichts hinzufügen.

subtext.at: War das klar, nicht das top-durchproduzierte Album allein haben zu wollen, sondern eben dieses Gelächter und Gespräch-Snippet im Hintergrund haben zu wollen?
Paenda: Eigentlich war es die Idee meiner Managerin, einen Hidden Track hinten dranzupacken. Ich fand die Idee gut – das Album ist professionell aufgenommen, produziert – Hochglanz quasi. Und es ist Pop. Es scheint, es ist groß, es ist pompös – aber am Ende darf ruhig jeder wissen, dass da Menschen und Spaß dahinter stehen. Qualität ist wichtig, aber Menschlichkeit dahinter auch.

subtext.at: Stichwort Qualität, Stichwort Pop. Eine immer wieder aufgewärmte Frage: was ist für dich Pop?
Paenda: Pop ist Popular Music. Und es ist lustig, dass das mittlerweile zu einem eigenen Genre wurde – früher war das einfach zu dem Zeitpunkt angesagte Musik. Und nicht ein Genre. Für mich ist Pop sehr viel mehr als plattgedrückte, zurechtgepresste Musik, die aus dem Radio kommt und in den Mainstream reinpasst. Ich finde, dass mittlerweile auch viele Acts vormachen, dass Pop sehr viel mehr ist als etwas, was in ein Genre gepresst wird. Das finde ich richtig gut.

subtext.at: Also weg vom klassischen „populär“ und Verkaufszahlen…
Paenda: Genau. Das zeigen viele Artists weltweit – vor allem Björk, die respektiert auch jeder, die macht nicht Mainstream und hat auch sicher genug verkauft (lacht). Das zeigt, dass Erfolg nicht primär von Mainstream-Musik abhängt.

subtext.at: Qualität anderseits kann man sowohl auf die Produktion des Albums als auch auf deine eigenen Ansprüche beziehen. Würdest du sagen, dass Qualität für Paenda auf beiden Seiten im Vordergrund steht?
Paenda: Ich bin schon ein kleiner Perfektionist. Ich weiß schon sehr genau, was ich will – auch auf die Soundvorstellung und den Mix bezogen. Da bin ich sehr penibel. Es ist aber dadurch schon eine Herausforderung, eben weil die Latte sehr hoch gesteckt ist.

subtext.at: Hat das auch mit dem persönlichen Background zu tun, abseits von Paenda?
Paenda: Ich habe schon große Ansprüche an mich selbst – da muss ich auch aufpassen, nicht über das Ziel hinauszuschießen. Das führte auch dazu, dass ich Workaholic wurde und am Limit arbeite. Ich will das Beste herausholen, was es gibt. Das muss aber nicht immer die pompöse Produktion sein – das kann auch der Track an sich sein.

subtext.at: Ich möchte kurz den Klimax vom Anfang beenden. Kritiker, Neider, Leute, die drauftreten – wie einfach ist es für dich heute, das auszublenden, gerade im Hinblick auf die größere Resonanz jetzt? Und auch dahingehend, dass Kritik jetzt auch von vielen anderen Stellen zusätzlich kommt?
Paenda: Anfangs war das nicht leicht. Natürlich bin ich nicht auf der „Nudlsuppn“ dahergeschwommen, und es war sehr klar, was auf mich zukommt. Trotzdem ist man nie wirklich darauf gefasst, auch wenn man es weiß. In dem Moment ist es so viel ärger, dass man, egal wie sehr man bei sich ist, auf irgendeine Art und Weise davon betroffen ist. Natürlich geht es darum, woher das kommt und wer das ist. Und bei mir ist das Problem immer, nicht nachvollziehen zu können, dass sich jemand die Arbeit antut, sich hinzusetzen und jemanden niederzumachen, obwohl man die Person nicht kennt. Und anstatt wegzuschalten, weil man die Musik nicht mag, noch einen Kommentar zu hinterlassen. Aber dann gibt es eben den ersten Track am Album „I Like The Way You Hate Me“, wo genau das thematisiert wird. Man kann es aber auch von der anderen Seite betrachten, als Ehre, dass ich als Artist jemanden so berühre, dass du dich hinsetzt und die Energie aufwendest, um einen Kommentar dazu zu verfassen. Da könnte man sich ja auch schon geehrt fühlen.

subtext.at: Wenn ich mit anderen Artists spreche, kommt oft das Thema auf, dass die Kommunikation anders, weil direkter geworden ist. Rechnest du in gewisser Weise, gerade auch mit „I Like The Way You Hate Me“ mit diesem Zeitgeist ab?
Paenda: Ich würde es nicht als Abrechnung bezeichnen. Würde man es bildlich betrachten, ist es keine Abrechnung, sondern ein Zurücklehnen und „Danke, dass ich an dir etwas so triggere“-Denken.

subtext.at: Stichwort triggern – denke an 2015 zurück, als du Paenda gestartet hast. Glaubst du, dass du, nicht auf Quantität bezogen, Leute heute anders triggerst als damals?
Paenda: Keine Ahnung, ehrlich gesagt. Menschen spüren aber, ob etwas Fake ist oder nicht, wenn auch nicht immer bewusst. Vor Paenda wollte ich immer eine Rolle ausfüllen – die Rockerin, die Jazzerin, und so weiter. Paenda bin 100% ich, und Menschen spüren Begeisterung.

subtext.at: Gibt es etwas, was Paenda für dich nicht sein soll?
Paenda: Fake.

subtext.at: Was wäre „Fake“?
Paenda: Musik zu machen, wo ich mich nicht wohlfühle. Oder wenn mir vorgesetzt würde, was ich zu sein habe. Und mir der Mund verboten würde.

subtext.at: Also die Antithese zu vielen Pop-Sternchen?
Paenda: Wahrscheinlich. Wobei es auch oft schwierig ist, zu erkennen, was aufgesetzt ist und was nicht. Ich habe vor kurzem ein Interview mit dem Video-Macher von Britney Spears‘ „…Baby One More Time“ gelesen. Darüber, wie das Video dazu entstanden ist. Und dass sie da eigentlich viele Inputs hatte – hätte auch keiner gedacht. Die haben auch oft eine Meinung.

subtext.at: Du kommst aus der Altenative-Szene, spielst am Song-Contest, hast ein Pop-Album, mit dem du im Herbst tourst, füllst also fast das ganze Spektrum der Musikszene aus. Würdest du sagen, dass Musik für alle funktionieren kann, und Mainstream und Alternative gemeinsam funktionieren können?
Paenda: Ich hoffe es – das wollte ich auch von Anfang an. Was ich mir oft anhören musste, gerade als ich mit dem ersten Album auf Labelsuche war. „Du bist nichts wirklich“, „Man weiß nicht, wo es hin gehen soll“, „Du sitzt zwischen den Stühlen“ – aber ich hab mir immer gedacht, dass international genau solche Acts ja funktionieren. Man geht ja auch nicht zu Beyonce und fragt sie, ob sie Alternative oder Mainstram wäre. Mir wurde das immer vorgeworfen.

subtext.at: Glaubst du, dass der Mittelbau – Labels, Mangements, Radiostationen – oft sich selbst im Wege steht?
Paenda: Manchmal schon, vor allem in Österreich. Man sollte das Schubladendenken mal ablegen. Schubladen, die man selber kreiert. Von daher ist es gut, dass Sender wir Ö3 langsam umdenken.

subtext.at: Ist Österreich angesichts von Acts wie Bilderbuch, Wanda, Folkshilfe, Johann Sebastian Bass, dir und vielen mehr auch bunter geworden dadurch?
Paenda: Sie war schon immer bunt, nur hingeschaut hat keiner. Natürlich liegt es aber auch an Protagonisten, und Artists sind sicher emanzipierter geworden.

 PAENDA
Evolution II
CD/Digital
VÖ 26.04.19
Wohnzimmer Records
Vertrieb Universal Music GmbH, Austria
www.paendaofficial.com

Fotos: © Christina Horn, Wohnzimmer Records

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Musikliebhaber. Vinyl-Nerd. Konzertfotograf. Biertrinker. Eishockeyfan. Eigentlich Krankenschwester - wohl auch deshalb manchmal (zu) zynisch.

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