FEEDER: Die goldene Mitte

25 Songs haben Feeder bislang in die britischen Charts gehievt. Ein ordentliches Sümmchen. Das Zwei-Mann-Unternehmen macht auf Album Nummer 8 das, was es am besten kann: Knackige Rocksongs spielen, inklusive schmissiger Refrains und hohem Mitsing-Faktor. Ganz pragmatisch formuliert: „Generation Freakshow“ ist eine gute Feeder-Platte, aber es gab schon bessere. Viel bessere.

Als Stehaufmännchen werden Leute bezeichnet, die trotz vieler Enttäuschungen und Fehlschläge in ihrem Leben nicht den Kopf in den Sand stecken. Es gibt Menschen, die traumatische Begebenheiten verblüffend gut verkraften. Die Psychologie beschäftigt sich seit eher damit, das Geheimnis zu lüften, weshalb der eine seelisch stabiler ist als der andere. Zweifelsohne gehören Grant Nicholas und Taka Hirose von Feeder zu dieser Gattung Mensch. Selbstredend hat die Band seit ihrer Gründung einiges mitmachen müssen. Auf und Ab’s, Triumpfe und Niederlagen. Der größte Verlust war freilich der Suizid von Drummer Jon Lee vor genau zehn Jahren.

Seither haben Feeder diverse Entwicklungen durchgemacht. Poppunk, Britrock, Grungeanleihen und ein bombastisches Soundonzept wurde inzwischen erfolgreich verwertet. Sie wissen genau, was sie da tun. „Generation Freakshow“ setzt vielleicht gerade deswegen auf allzu bewährte Trademarks. Ein Rückschritt? Reicht es, das zu tun, was man am besten kann? Zu simpel gestrickt sind die musikalischen Einfälle. Man kann es sich auch zu leicht machen.

Ein Album, das nicht zur Herzensangelegenheit heranwächst, ist kaum brauchbar. Warum nicht einmal ein bisschen mehr wagen, wie beim letzten Album „Renegades“? Nur Mut, ihr könnt das und habt es oft genug bewiesen. Und wie heißt es doch so schön: Einmal ist keinmal. „Generation Freakshow“, dieser Schnitzer, wird vorerst verziehen.

Facts:
Feeder – Generation Freakshow
Gesamtspielzeit: ca. 46 Minuten
Big Teeth Music (PIAS)

Links & Webtips:
Feeder im Interview mit subtext.at
feederweb.com
facebook.com/feederweb

Foto: PIAS

/em

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