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a computational knowledge engine

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Mit Mai 2009 startet Wolfram Alpha. Der erste ernsthafte Konkurrent zu Google soll – so schallt es zumindest durch das Internet – den Markt der Suchmaschinen revolutionieren. Anders als Yahoo und Co. soll Wolfram Alpha dazu in der Lage sein, auf gestellte Sachfragen explizite Antworten zu geben. Alpha wäre somit die erste Suchmaschine, mit der sich Menschen auch tatsächlich unterhalten könnten.Der Hype um die Suchmaschine scheint nicht vollkommen unbegründet. Der Namensgeber und Erfinder, Stephen Wolfram, gilt als Wunderkind. Bereits mit 20 Jahren schloss er seinen Doktor in theoretischer Physik am California Institute of Technology ab, wirklich bekannt wurde 1988 durch die Entwicklung des Programms Mathematica – bis heute ein Standardwerkzeug für viele Wissenschaftler und Mathematiker.

a new paradigm for using computers and the web
Vor 50 Jahren, dem Beginn des Computerzeitalters, wurde erwartet, dass Computer schnell in der Lage sein würden, Antworten auf beliebige Sachfragen zu bieten – so Wolfram in seinem Blog. Diese, in Sciencefiction-Filmen alltägliche Technik, musste jedoch aufgrund ihrer Komplexität bisher noch immer auf ihre Umsetzung warten. Laut Wolfram ist nun der Zeitpunkt gekommen, diese Vision Wirklichkeit werden zu lassen.

Mathematica und Wolframs Theorien über simple, elementaren Programme, mit denen komplexe Probleme beschreiben werden können, bilden den Grundstein der Technologie hinter Alpha. Mit seinem 2002 erschienen Buch „A new kind of science“, in dem er diese elementaren Programme (zelluläre Automaten) beschreibt, wurde Wolfram auch außerhalb der Welt der Mathematik bekannt.

Google Killer oder Wikipedia Konkurrent?
Vor kurzem wurde die erste Demo von Wolfram Alpha präsentiert. Obwohl die Suchmaschine dabei beweisen konnte, dass sie zumindest in einem kontrollierten Test halten kann, was sie verspricht, bleibt ihre Zukunft als ernsthafter Google-Killer dennoch fraghaft. Zu groß sind dafür die Unterschiede zwischen den beiden Produkten.

Bei einer Suchanfrage liefern klassische Suchmaschinen Links auf Websites, auf denen sich die zum Suchwort passende Antwort befinden kann. Google & Co. können insofern keine direkten Antworten liefern, zeigen aber, wo die Antworten zu finden wären. Dieser Mechanismus hat einen entscheidenden Nachteil: es können nur Antworten auf Fragen geliefert werden, die in einer ähnlichen Form bereits gestellt worden sind.

Alpha hingegen basiert auf einer großen Menge an Daten aus verschiedenen Quellen und hoch entwickelter Computerlinguistik, welche eine explizite Antwort berechnet. Gefragt nach der Anzahl an Internetnutzern in Europa würde Alpha nicht nur eine exakte Zahl sondern auch Statistiken für die einzelnen Mitgliedsstaaten liefern. Die Software könnte auch Antworten für noch nie gestellte Fragen berechnen. Im Gegensatz zu Google können jedoch nur Sachfragen beantwortet werden – an der Frage nach den schönsten Sehenswürdigkeiten in Malta würde Alpha somit vermutlich scheitern.

Links & Webtips:

Grafik: Wolfram Alpha

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