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Thees Uhlmann: „#2“

Thees Uhlmann: „#2“

Was wurde dieses Album herbeigesehnt – nach Thees Uhlmanns Erfolg mit dem gleichnamigen Erstlingswerk hat das Hamburger Tomte-Gründungsmitglied jetzt nachgelegt. Schlicht und einfach „#2“ heißt das Werk, und ist vor allem eines: weder schlicht, noch einfach. Sondern vielmehr ein heißer Anwärter auf den Titel „Album des Jahres“.

Doch der Reihe nach: Schauplatz St. Pölten, August 2013, Frequency Festival. Thees Uhlmann kündigt auf seiner Show an, eine neue Nummer, die auf der neuen Platte erscheinen wird, zu spielen. Daraufhin hört man „Am 7.März“ zum ersten Mal – und kann danach die Tage kaum mehr erwarten, endlich das fertige Werk in Händen zu halten. Und das Warten hat sich gelohnt. Und natürlich fällt einem zuallererst mal die Single-Auskopplung auf, eben dieses „Am 7. März“.  Sowohl eine Anekdote an Thees‘ Geburtsjahr 1974, als auch angesiedelt zwischen Rudi Dutschke und Ivan Lendl, und dem unwiderstehlichen politischen Statement „Mich ruft kein Vaterland – man weiß in was das mündet“. Spitze.

Doch das Album auf die Single zu reduzieren, würde dem Werk nicht Genüge tun. Da ist zum Beispiel der Track „Im Sommer nach dem Krieg“, der wieder mal anregt, über so profane Dinge wie Weltfrieden und Zusammenleben nachzudenken, oder der Track „Ich gebe auf mein Licht“, wo man über Verflossenes in Erinnerungen schwelgen darf. Auf schöne Art und Weise. Dass Thees Uhlmann sich dem aktuellen Zeitgeist nicht ganz verschlossen hat, wird bei „Die Bomben meiner Stadt“ deutlich. Zeitgenössischer Indie-Rock mit dem gewissen „Bums“. Wers mag – livetauglich aber auf alle Fälle. Weitere Ausreißer nach oben – auf einem mehr als soliden Fundament – sind „Zugvögel“ sowie „Es brennt“ – das Album als Gesamtkunstwerk darf aber auch gerne öfter gehört werden.

Fazit: Wer Tomte liebt, Thees Uhlmann live schon mal gesehen hat, bei „Römer am Ende Roms“ in trauter Zweisamkeit am Konzert war, wer „Vom Delta bis zur Quelle“ auswendig kann, und wer „Und Jay-Z singt uns ein Lied“ als seine heimliche Hymne betrachtet, der wird auch „#2“ ganz weit oben in seiner persönlichen Hitparade ansiedeln. Alle anderen werden auch begeistert sein. Kurzum: große Platte eines großen Künstlers, die man bei der Wahl zum „Album des Jahres“ im Blickfeld haben sollte!

Die Bewertung der subtext.at-Redaktion:

5/5 Punkte

 

 

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Musikliebhaber. Vinyl-Nerd. Konzertfotograf. Biertrinker. Eigentlich Krankenschwester - wohl auch deshalb manchmal (zu) zynisch.

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