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Szene Open Air 2014 – Vom Delta bis zur Quelle….

Szene Open Air 2014 – Vom Delta bis zur Quelle….

Ein Vierteljahrundert wird das Szene Open Air am Alten Rhein in Lustenau alt. Ein Vierteljahrhundert voll mit Spaß, Musik, guter Laune und heuer auch Sonnenschein. Der Matsch der letzten Tage verschwindet, und die ersten Bands stehen bereits auf der Bühne. Eines steht beim Anblick des Programmes von Vornherein fest: Abwechslung ist auf jeden Fall geboten!

Da wären zum Beispiel „Apologies, I Have None“. Britpop anno 2014. Nichts unbedingt spannendes, aber auch nichts, wofür man sich schämen müsste. Die Truppe aus London bietet nichts unbedingt Neues, könnte aber zu späterer Stunde durch ihren Alternative-Rock-Einschlag durchaus überzeugen. So ist ein undankbarer Slot und das damit verbundene spärliche Publikum vor der Bühne das, was übrig bleibt. Mit Fortdauer des Konzertes wurde aber auch die anfangs verhaltene Stimmung besser, und die Jungs haben sich sicher nochmals eine Chance verdient!

In der Newcomerstage im Mohrenzirkus ging es danach etwas härter zur Sache. Taped aus Liechtenstein standen da auf der Bühne. Oder besser gesagt hüpften auf der Bühne herum. Auch wenn sie mit Ersatzbassisten auftraten, da der originale auf Kuba weilte, lieferten sie durchaus passablen Hardcore ab. Wenn man darüber hinwegsieht, dass Samples dabei vom Band – oder, auf aktuell – vom Laptop – kamen, wurde man hier bestens unterhalten.

Pünktlich um 20 Uhr, sozusagen im Hauptabendprogramm, betrat danach Thees Uhlmann die Bühne. Der bot eine routinierte Show, garniert mit Oden an Vorarlberg, und hatte dabei nur 45 Minuten an Stagetime zur Verfügung. Fast schon zu wenig – ist Thees doch mittlerweile fast schon so etwas wie ein Klassiker auf den Festivals in diesem Jahr geworden. Und auch wenn er – per Selbstdefinition – aussieht wie eine „Hamburger Bahnhofsnutte in Bob Dylan-Shirt“, wird spätestens beim Abschluss „Zugvögel“ klar, mit wie vielen Gleichgesinnten man am Festival ist. Die Quelle guter Musik ist er auch dieses Mal gewesen im Rheindelta.

Danach auf der Newcomerstage: Prinz Grizzley. Eine Einmannband mit Cowboyhut. Ok, ganz annehmbar. Mehr aber auch nicht. Die Wartezeit auf Schandmaul wurde dabei nur ungenügend verkürzt. Oder frei nach Hansi Hinterseer: nicht so bärig.

Stilwechsel. Vom Hamburger Hafen geht es nonstop zurück ins Mittelalter. Schandmaul standen da nämlich als nächstes auf der Bühne. Sichtlich überrascht über so manche Besucher („wisst ihr überhaupt was ein Dudelsack ist?“), gab es aber spätestens nach dem ersten Song, als die Indie-Kinder die ersten Reihen verließen, kein Halten mehr. Thomas Lindner weiß allerdings genau, wie er das Publikum in seinen Bann ziehen kann – es dürfte quasi unendlich weitergehen, wenn man den tanzenden Meuten vor der Bühne glauben darf.  Aber keine Angst – Schandmaul kommen im Herbst wieder auf große Tour, die sie auch durch Österreich führen werden!

Den Abschluss in diesem musikalisch so abwechslungsreichen Eröffnungstag boten „The Bloody Beetroots“. Mit einem Wort beschreibbar? Ja. Ekstase. Was da auf und vor allem vor der Bühne abging, war ein Rave der Extraklasse. Da seien auch ähnliche Tracks verziehen – wer es schafft, vom Indie bis zum Folk-Rock-Publikum alle zu vereinen, hat definitiv alles richtig gemacht. Das klare Highlight des ersten Tages.

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Musikliebhaber. Vinyl-Nerd. Konzertfotograf. Biertrinker. Eigentlich Krankenschwester - wohl auch deshalb manchmal (zu) zynisch.

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