Now Reading:

Schandmaul – einmal unendlich bitte!

Schandmaul – einmal unendlich bitte!

„Unendlich“ – so heißt die neue Platte der Münchner Unterhaltungskapelle von Schandmaul. Auch im Linzer Posthof entführten sie am Freitagabend wieder mal ins Mittelalter – zumindest musikalisch war vom „finsteren Mittelalter“ keine Rede.

Support auf dieser Tour kam an diesem Abend von Feuerschwanz. Kann man ihren etwas eigenwilligen Humor – „des Hautpmanns geiler Haufen“, Namen wie „Prinz R. Hodenherz III“, um nur einige zu nennen – annehmen, wird man dann doch sehr gut unterhalten. Wobei Feuerschwanz live eher die Peitsche als das Zuckerbrot im gleichnamigen Track sind. Eine knappe Dreiviertelstunde dauert das Spektakel, das danach in einer – etwas langen – mehr als halbstündigen Umbaupause mündete. Ein baldiges „Auf Wiedersehen“ dürften sich die Fans im Posthof aber dann doch gewünscht haben. Und sicher einen großen Gusto auf Met hatten sie nach dem Feuerschwanz-Konzert garantiert.

Nach der erwähnten Unterbrechung betraten danach Schandmaul die Bühne im überraschend gut gefüllten Saal. 1000 Besucher dürften es am Ende doch gewesen sein. Spätestens als Thomas Lindner die ersten Takte von „In deinem Namen“ zum Besten gibt, beginnt der Saal zu kochen. Drei Jahre lang dauernde „unendliche“ Abstinenz waren dann doch etwas lange für die Schandmaul-Fans. „Auf hoher See“, „Talisman“ und „Mittsommer“ sind nur einige Beispiele, wo sich nicht nur das Publikum völlig verausgabte. Eineinhalb Stunden wühlen sie sich durchs Programm, legen den Fokus natürlich auf die neuen Songs, und vergessen nicht auf die Klassiker. Auch technische Probleme werden gekonnt überbrückt – dieses Mal musste dann halt der Igel als Zwischendurch-Geschichte herhalten. Dass sie mitten in der Setlist mit „Bunt und nicht braun“ auch das – notwendig gewesene, wie Thomas Lindner im Interview mit uns behauptete – politische Statement abgaben, brachte ihnen an diesem Abend noch mehr Sympathie ein. „Traumtänzer“, und „Dein Anblick“ läuteten dann den Ausklang des Abends ein, nicht ohne die obligatorische Zugabe. „Euch zum Geleit“ verabschiedete somit dann das rundum glückliche Publikum, das in diesen schweißtreibenden Stunden Ausdauer bewiesen hatte. Ein Publikum, das sicher nicht drei Jahre auf das nächste Linz-Konzert warten möchte!

Fotos: Christoph Thorwartl

Share This Articles
Written by

Musikliebhaber. Vinyl-Nerd. Konzertfotograf. Biertrinker. Eishockeyfan. Eigentlich Krankenschwester - wohl auch deshalb manchmal (zu) zynisch.

Kommentare werden geladen...
Suchbegriff hier eingeben und mit Enter bestätigen