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REVIVAL: Tot oder (un)lebendig

REVIVAL: Tot oder (un)lebendig

fachkundigWas versteht man unter einem Revival? Laut Duden das Wiederaufleben, die Erneuerung, das Comeback – ein wunderbarer Titel für den Rural noir, den sich Tim Seeley und Mike Norton mit dem gleichnamigen „Revival“ haben einfallen lassen. Eine stimmige Annäherungen an den Fachbereich des Horror-Comics.

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Die Geschichte beginnt so: „For one day in rural central Wisconsin, the dead came back to life.“ Womit wir bei der Ausgangslage dieses Szenarios wären. „Revival“ handelt von der amerikanischen Kleinstadt Wausau, in der plötzlich auf unerklärliche Weise die Toten zurückkehren – und zwar so, wie sie die Erde verlassen haben. Als wäre nichts geschehen, möchten „die Erweckten“ einfach weiter ihr ländliches Dasein fristen. So weit, so gut. Größtenteils merkt man ihnen ihre Wiederauferstehung auch gar nicht an, wenn sie unzusammenhängende Sätze von sich geben oder ein aggressives Verhalten an den Tag legen. Als die Vorfälle public werden, wird das Örtchen von der Regierung kurzerhand zum Quarantänefall auserkoren und Ermittlerin Dana Cypress fühlt sich genötigt, Licht ins Dunkel zu bringen und die genaue Ursache dafür ausfindig zu machen. Und was hat die geisterhafte, gespenstige Erscheinung in den umliegenden Wäldern genau zu bedeuten, die dort ihr Unwesen treibt?

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Tim Seeley und Mike Norton liefern mit dem ersten Band von „Revival“ eine gut unterhaltende Variation des bewährten Zombie-Themas ab. Der kühl-konzentrierte, bedächtig inszenierte Stilmix wirft zwar noch sehr viele Fragen auf, doch man wird wohlig an Genre-Klassiker wie „30 Days Of Night“ einerseits, andererseits an skandinavische Thriller wie „Fräulein Smilas Gespür für Schnee“ erinnert. Krimi mit Gruselelementen, 9/11-Posttraumata, religiöser Fanatismus und Übernatürliches prägen hier das Bild, welches sich vor einer prächtigen Winterkulisse mitten im Nirgendwo ausbreitet. Das schlichte, unaufgeregte Artwork von Norton passt bestens  zu den absonderlichen Geschehnissen.

Die Handlung von „Revival“ beinhaltet zwar nichts, was dem fachkundigen Horror-Fan nicht schon etliche Male über den Weg gelaufen wäre. Die Autoren verstehen es trotzdem, die bekannten und bewährten Elemente gut in Szene zu setzen und einen souveränen Einstieg zu schaffen.

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