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ZAKK WYLDE: Sanft auf die harte Tour

ZAKK WYLDE: Sanft auf die harte Tour

Als ehemaliger Gitarrist von Ozzy Osbourne und treibende Kraft hinter Black Label Society hat sich der Musiker Zakk Wylde längst einen Ruf erarbeitet. Dass er diesem durchaus gerecht wird, bewies sein Konzert im Linzer Posthof, bei  welchem wohl jeder Rockballadenliebhaber auf seine Kosten kam. 

Als Supportact trat kurz nach 20:00 Uhr vor einem zu gut zwei Drittel vollen Saal Jared James Nichols samt Band auf und brachten schon beim ersten Song Festivalflair – zumindest von der Bühne aus – in die Halle. Mit langen Mähnen, eingehenden Riffs und einer gewaltigen Power in ihrer Performance zeigte die Band nicht nur optisch, was es heißt, den Rock’n’Roll Spirit zu fühlen. Mit viel Freude an der Sache lieferten Jared James Nichols mit ihrer frischen Mischung aus Blues und Hardrock Sehnsucht nach einem heißen Festivaltag mit kühlem Bier im Sommer. Gut eine Stunde dauerte ihre energiegeladene Performance an, welche trotz hervorragender Qualität im Publikum jedoch nur sehr mäßig Anklang fand. Man möge hoffen, dass dies dennoch nicht das letzte Österreichkonzert der sympathischen Band war und sie uns bald wieder beehren. Am Besten auf größeren Festivals, vor tanzenden Massen, wo eine Band dieser Klasse hingehört.

Mit einer Verspätung von etwa einer halben Stunde betrat Zakk Wylde gegen halb 10 die Bühne und lieferte somit den Auftakt zum Österreichkonzert seiner „Book of Shadows II“ Tour. Man kann über Herrn Wylde sagen was man will, aber das Sprichwort „Harte Schale, weicher Kern“ trifft wohl auf keinen so gut zu. Optisch eher einem nordischen Kriegsgott gleichend umfasste seine fast zweistündige Show jedoch musikalisch wie von ihm gewohnt vorwiegend Classic Rock Balladen, einerseits von seinem der Tour gleichnamigen aktuellen Album, andererseits auch von älteren Stücken von ihm und Black Label Society. Wie nicht anders vom ehemaligen Ozzy Osbourne Gitarristen zu erwarten, war die Show von zahlreichen überwältigenden Gitarrensolos geprägt. Wer sich dennoch anhand der Akustik noch nicht sicher war, ob dass ihm nachgesagte Können auch live überzeugen konnte, konnte sich visuell zumindest davon überzeugen, dass Zakk Wylde auch jedes seiner langen Gitarrensolos mit Gitarre am Rücken sowie mit den Zähnen spielen konnte, was er am Beginn seiner Show ausgiebig zur Geltung brachte. Das Publikum war mittlerweile fröhlicher gestimmt und zelebrierte zurecht das Konzert – und vorallem Zakks kleinen Ausflug mitten in die Zuschauermenge. Dass seine Bandkollegen von Black Label Society in puncto Musikalität keinseswegs im Schatten des Hauptacts standen, wurde eindrucksvoll durch das Durchwechseln diverser Instrumente der Bandmitglieder untereinander bewiesen. So teilten sich Zakk Wylde und dessen zweiter Gitarrist Dario Lorina abwechselnd den Platz am Klavier, am Mikrofon sowie an der Gitarre – und sorgten nicht nur einmal für Gänsehaut.

Alles in allem lieferten Zakk Wylde und seine Bandkollegen eine rundum gelungene Show ab, die zahlreichen Konzertbesucher dürften nach einem fast zweistündigen Set plus Zugabe zu Recht auf ihre Kosten gekommen sein, und gegen halb 12 den Posthof beeindruckt und zufrieden verlassen.

Foto: Christoph Thorwartl

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Musikliebhaberin | Konzert- und Festivaljunkie | Mediendesigner | Catlady

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