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OATHBREAKER: Ausflug in die dunklen Ecken des Kopfes / Arena Wien

OATHBREAKER: Ausflug in die dunklen Ecken des Kopfes / Arena Wien

Mit dem atmosphärischen sowie knochenharten Album „Rheia“ und dem dunklen Elektronikzauber von WIFE im Gepäck versprach Oathbreaker am Nikolaustag den perfekten Soundtrack zur grauen Wiener Wintertristesse und versetzte dabei die Besucher in hypnotisierte Kopfnickekstase.

Angelockt von zu erwartender klanglicher Trostlosigkeit füllte sich der Arena 3-Raum schon vor Beginn der Show mit den unterschiedlichsten Musik Fans bis zur maximal Kapazität. In den drei namensgebenden Räume kam trotzdem keine Wärme auf, was die fehlende Garderobe etwas entschuldigte und das perfekte Klima für einen Abend äußerst düsterer Musik schuf.

© Markus Wetzlmayr / @wetphoto / www.wet-photo.at NO USE WITHOUT PRIOR WRITTEN PERMISSION // KEINE VERWENDUNG OHNE VORHERIGE SCHRIFTLICHE ERLAUBNIS.

Experimentelle Electro Noise Explosion – James Kelly / WIFE.

Passende Einstimmung lieferte zuvor Blackgaze-Pionier James Kelly von Altar of Plagues, jedoch in elektronischem Gewand als WIFE irgendwo zwischen Dark-Ambient á la The Haxan Cloak, IDM und Singer Songwriter. Mit „Wide Nine“ von der frisch erschienenen „Standard Nature Ep“ und passendem Lichtgewitter weckte der Ire die angefrorenen Synapsen des Publikums auf und führte dieses in eine aufregende Klang- und Lichtwelt. Von Ambient-Fieldrecordings über melodiöse Ekstase bis zur rohen elektronischen Klangattacke blieb WIFEs Performance fesselnd bis zum letzten Song und ließ dem Publikum dennoch genug Raum, um die besagte Klangwelt zu erforschen.

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OATHBREAKER – kaum mehr aus dieser Wirklichkeit.

Driftende Gedanken dominierten auch bei der hypnotisierenden Performance der Headliner Oathbreaker die Gemüter des Publikums. Die blitzenden Lichter von WIFE wurden gegen sanftes türkisblaues Licht eingetauscht und mit einem Song nach dem anderen von der neuen Platte „Rheia“ lieferten sie eine Dichotomie aus brutalen Lärmwänden und melancholisch-melodiösen Ruhephasen, die das Publikum immer weiter in Gedanken versinken lies. So wurde der sonst obligatorische Moshpit gegen ein hypnotisiertes Kopfnicken ersetzt, das die Reise in die dunklen Ecken des Kopfes weiter vereinfachte. Inzwischen wüteten Oathbreaker weiter auf der Bühne. Sängerin Caro Tanghe, verwandelt in eine Silhouette aus fließendem Stoff und Haaren, fungierte als der perfekte Mittelpunkt des Sturms. Beruhigend und einladend nur um kurz darauf wieder die Gehörgange des Publikums mit ihren herz-und ohrenzerfetzenden Screams aufzumischen. Nach etwas weniger als einer Stunde spuckte der Sturm das Publikum mit dem abschließenden Song „Glimps of the Unseen“ wieder aus. Noch gefangen im kollektiven Kopfnicken hatte keiner begriffen was wirklich passiert ist. Das einzige was blieb, war das Gefühl, dass es dann ja wahrscheinlich fantastisch war.

Fotos: © Markus Wetzlmayr

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Musiker, plattensüchtig, Foodnerd, verwirrter Philosophiestudent und Hobby-Lyricer

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