Punk Rock-Aficionados aufgepasst! Wer hierzulande auf der Suche nach frischem Input ist, sollte schleunigst bei den Salzburgern von 7 Dials Mystery ein Ohr riskieren. Seit Jahren veröffentlicht das Vierergespann EPs, war schon auf großer Osteuropa-Tour unterwegs und hat die Bühnen schon mit Bands wie Ignite, The Menzingers und kürzlich auch CJ Ramone (zum Konzertbericht) geteilt. Anfang Juni hat die Band ihr Debütalbum „Bubbles And Guns“ veröffentlicht und damit ein kräftiges Lebenszeichen in die heimische Musiklandschaft geschickt.

„The Seven Dials Mystery“ ist nicht nur der Titel eines Agatha Christie Romans, sondern auch der Name einer Salzburger Punk Rock Band. 7 Dials Mystery machen seit 2009 in wechselnder Besetzung melodischen Punk Rock im Stile von Bands wie New Found Glory, All Time Low, oder (um einen Vergleich mit einer Band von hierzulande zu bemühen) auch den frühen 3 Feet Smaller (vor allem stimmlich). Nach 2 EPs („Dog Against The System“, 2011 / „Broken Bones, Hearts & Souls“, 2013) erschien im Juni dieses Jahres das Albumdebüt der vier Pinzgauer namens „Bubbles And Guns“. Für das treffende Artwork zeichnet sich übrigens der Linzer Künstler und begeisterte Punk-Anhänger SBÄM (alias Stefan Beham) verantwortlich. Zwei Singles inklusive Musikvideo wurden dem Album vorausgeschickt, ehe es am 07. Juni das Licht der Welt erblickte. „Stockodrom“ und „Benefits & Networks“ tragen die Markenzeichen der Band selbstbewusst vor sich her. Beißende Gitarren, gerne mit etwas mehr Distortion versehen als es in diesem Genre oft üblich ist und eingängige Hooks prägen das Bild. Wer seinen Punk Rock eher roh und oldschoolig mag, könnte hier eventuell an der falschen Adresse sein, sollte aber nichtsdestotrotz mal ein Ohr riskieren…

7 Dials Mystery sind definitiv moderne Vertreter ihres Genres und dementsprechend blitzeblank und druckvoll kommt natürlich die Produktion daher. Gerne werden auch hier und da Vocaleffekte oder Bassdrops eingestreut. Diesen Spagat zwischen moderner Rockproduktion und Punk Spirit zu schaffen, ist wahrlich kein leichtes Unterfangen. 7 Dials Mystery werden diesem Anspruch durch ihre authentische Art und ihr kompromissloses Songwriting aber gerecht. Neben den melodischen Highlights bietet das Album auch immer wieder Momente, in denen das Gaspedal ordentlich durchgedrückt wird. „Milgram“ und „Heads Up“ sind Beispiele für solche. Sogar ein kleines Wagnis in Form eines deutschsprachigen Songs mitten in der Tracklist gehen die Salzburger ein. „Krieg Ist Frieden“ erinnert an die letzte Platte der Donots und kommt überaus angriffslustig und voller Energie daher. Auch wenn die deutschen Textzeilen in ihrer schnellen Gangart wohlgemerkt fast schwieriger zu verstehen sind, als ihre englischsprachigen Gegenparts.

Als weitere Highlights stechen das hochinfektiöse „Break It Off“ und das Feature von Dave Neabore (Dog Eat Dog) im bissigen (bad pun intended) „Wolves“ heraus. Insgesamt knapp 38 Minuten dauert der wilde Ritt durch die Welt von 7 Dials Mystery und fällt damit weder zu knapp aus, noch lässt die Band in dieser Zeit so etwas wie eine Verschnaufpause zu oder gar Langeweile aufkommen. Eines steht fest: Man hält hier ein mehr als solides Erstlingswerk in der Hand, das Lust auf mehr macht. Das ist zwar vielleicht für Puristen – Freunde des Punk der 2000er-Jahre werden mit „Bubbles And Guns“ jedoch ihre helle Freude haben und den internationalen Vergleich braucht die Band sowieso nicht zu scheuen.

TRACKLIST

01. Intro Arroganto
02. Nightmare (On A Sunny Day)
03. Stockodrom
04. Wolves
05. Break It Off
06. Milgram
07. Benefits & Networks
08. Pat Rick
09. Krieg Ist Frieden
10. Say Hello
11. Heads Up
12. Mind The Gap
13. FTP

VÖ: 07.06.2017 via CALYGRAM

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