GUSENSIDE 2018: Vota, du da Stodl brennt!

Keine Angst! Am diesjährigen Gusenside ist nichts abgebrannt. Und falls doch mal etwas sein sollte, verfügt unser liebstes Feuerwehrfest im unteren Mühlviertel über eine ausreichende Besatzung geübter Brandbekämpfer. Dafür ging es dieses Jahr bei Erwin & Edwin, Onk Lou, Shane O’Fearghail und SIDE. heiß her im Stadl.

Den Auftakt machte um 20 Uhr der junge Liedermacher SIDE. (gesprochen wie Siedepunkt). Dieser ist spätestens als Teil des Singer/Songwriter Zusammenschlusses „Wir sind solo“ 2017 bei einigen auf dem Schirm aufgetaucht und blickt nun tief in eine jede österreichische Seele. Suderantentum („Hätti wari tati“) und Gemütlichkeit spielen in seinen Songtexten oft wiederkehrende Rollen. Inklusive augenzwinkerndem Loblied auf den Alkohol, die Ursache und Lösung aller menschlichen Probleme, wie einst schon Homer Simpson erkannte. Wir sind schon ein unkompliziertes Völkchen. Ganz alleine auf der Bühne so ein Fest zu eröffnen ist für gewöhnlich eine eher undankbare Aufgabe, die SIDE. jedoch mit Bravour meisterte. Auch wenn das Publikum zunächst (auch aufgrund der enorm hohen Bühne im Baunstadl) noch etwas Respektabstand einhalten wollte.

Etwas mehr Bühnenerfahrung und drei unterstützende Gastmusiker hatte der in Wien lebende irische Songwriter Shane O’Fearghail im Gepäck. Shane weiß mittlerweile ganz genau welche Knöpfe er drücken muss, um ein Publikum für sich zu gewinnen. Hier und da ein paar Bruchstücke Deutsch („Stichwort: Stoßlüften“), ein paar Anekdoten und dazu die Ausstrahlung der Marke „Märchenonkel mit Gitarre“. So schwanken auch die Songs wahlweise zwischen Ohrwurm-Kinderlied („I want to be elastic. Wouldn’t that be fantastic?“), irischer Folklore und hemdsärmeligem Acoustic Rock. Passte irgendwie überraschend gut ins Setting des Abends und kam gut beim Gusenside Publikum an.

Die fast logische Fortsetzung in musikalischer Hinsicht boten dann Onk Lou, eine der besten Reibeisen-Stimmen des Landes und seine Band The Better Life Inc. Mit ihrem Album „Bogus“ und Songs wie „In The Morning“ und „A 1000 Voices“ haben sie im Vorjahr sehr verdient in den Charts angeschrieben und auch abseits unseres geschätzten, alternativen Jugendradiosenders großen Anklang gefunden. Verdient nicht nur weil es sich hierbei um verdammt gute Musiker, sondern auch um sympathische Kerle und wahre Energiebolzen auf der Bühne handelt. Bei der gesanglichen Unterstützung aus dem Publikum haperte es zwar stellenweise noch, aber das wird sich in ein paar Jahren auch gelegt haben. Zwei Daumen hoch für Onkel Lukas!

So richtig Schwung in die Party brachten kurz nach Mitternacht, wie sollte es anders sein, Erwin & Edwin mit ihrer Mischung aus elektronischen Beats und Blasmusik. Party-Polka könnte man dazu sagen – Oder aber auch einfach nicht zu viel drüber nachdenken was genau es ist zu dem man da gerade mit dem drölfzigsten Bier in der Hand den Tanzbär steppen lässt. Denn das lässt sich zu Songs wie „Freddy“ und „Wien“ hervorragend tun. Mit einem musikalisch abwechslungsreichem Lineup, dass pünktlich zum Hauptact am Stimmungspeak gipfelte konnte das Gusenside auch heuer wieder überzeugen. Ob vor der Bühne oder an der Jägermeisterbar – wir hatten unseren Spaß!

Der Vollständigkeit halber wollen wir auch heuer erwähnt haben, welch Wohltat es ist, einer solchen Festivität beiwohnen zu können, ohne ein grauenhaft verstümmeltes „Summer of 69“ Cover hören zu müssen. Danke, Gusenside!

Fotos: Christoph Thorwartl

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Schreibt Albumrezensionen, Konzertberichte und führt gerne Interviews - transkribieren tut er diese aber weniger gern. Immer wieder auch für Blödsinnigkeiten abseits seines Kerngebiets "Musik" zu haben. Hosted einmal monatlich die Sendung "Subtext on Air" auf Radio FRO, ist bei mehreren Kulturinitiativen und in einer Band aktiv.

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