Ottensheim Open Air: Willkommen zurück

Back in the Game: das Ottensheim Open Air ist wieder da. Gutes Essen, wunderschöne Location und liebe Menschen machen das Festival zu etwas ganz Besonderem. Musikalisch wurden wir vor allem von der Band Drumski überrascht. Sonst noch so on stage waren True Native, Äffchen und Craigs, B. Fleischmann und Band und Trouble by Design. 

Nach einer Pause ist heuer das Ottensheimer Open Air wieder zurück. Musikalisch wurde heuer der Fokus stark auf die Regionalität gelegt, viele Bands direkt aus Ottensheim fand man auf der Bühne wieder. Neben den lokalen Musikern konnte man sich aber auch auf internationale Acts wie True Native freuen. Leider konnte man von der sonst doch sehr ausgewogenen Gender-Balance heuer nichts bemerken. Auf der Hauptbühne war am Samstag nur eine Frau zu finden, was gerade für ein Festival wie das Ottensheimer Open Air fast traurig ist.

Aber um hier auch einige Pluspunkte zu erwähnen, das Gelände war auch heuer wieder wundervoll dekoriert und vom Essen (Kasspatzn und Gegrilltes) haben wir denk ich in den Jahren zuvor schon genug geschwärmt. Was ich persönlich besonders cool finde ist, dass Wasser und Soda gratis angeboten wurden. Am Samstag machte die junge Band Trouble by Design den Anfang – eine Band, die uns schon bei ihrem Gig in der Stadtwerkstatt stark beeindruckt hatte, war auch am Ottenheim Open Air eine der vielversprechendste Bands. Simpler kann ein Set wohl nicht sein, Schlagzeug, Bass und eine Gitarre – und doch so wirksam. Von der Band wird man in der nächsten Zeit wahrscheinlich noch mehr hören – also lohnt es sich, sie weiter am Schirm zu haben. Bei so jungen Bands verzeiht man dann auch das ein oder andere Cover, um die Setzeit zu füllen.

Rock’n’Roll oder so verkörperte die nächste Band „Northkind“. Zwischen den spärlich gestreuten eigenen Songs fand man unzählige Covers von großen Musikern. Was ich persönlich traurig finde, dass dieser Slot an eine mehr oder minder „Coverband“ vergeben wurde. Nicht falsch verstehen: handwerklich waren die Songs perfekt umgesetzt, nur hätte ich mich gefreut mehr originale „Northkind“- Songs zu hören und weniger Red Hot Chilli Peppers.
Erratum: wie uns die Band Northkind richtigerweise hingewiesen hat, haben wir hier wohl dann doch nicht so gut hin gehört – denn in der Setlist der Gruppe fanden sich nur zwei Cover (das waren „Rebel Yell“ von Billy Idol und „I want to break free“ von Queen – also nichts von den Red Hot Chili Peppers). Danke für den Hinweis, und Sorry! 

Dach dem Rock’n’Roll ging es mit heimischem Hip Hop weiter – Äffchen und Craigs. 2017 erschien ihr Album „Hop Hop“,  Diaklektrap und Drumbeats zeichnet dieses aus. Stephan Roiss und Christoph Stadler haben sich auch extra für das Ottensheimer Open Air einen satirischen Song über den Ort Ottensheim performt. Musikalisch war diese Art von Hip Hop für mich persönlich eine starke Erweiterung meiner Komfortzone.  Wilder, dreckiger und irgendwie anders würde ich die Musik der beiden beschreiben – nicht schlecht. nur halt ungewohnt.

Ungewohnt beschreibt auch die nächste Band sehr gut – Drumski. Irgendwo zwischen Disco und Schlager haben die Junge ihre Liebe für die Musik gefunden. Wahrscheinlich gleichzeitig mit ihrer Liebe für extravagante Outfits und Bühnendeko. Mit dem Motto „das musst halt gsehen haben“ präsentieren sich die acht Männer in wundervollen hautengen Glitzeranzügen. Einer meiner ersten Gedanken zu der Band war „Jeder Szene seine Volkskultur“. Sehr schlagerlastig performen die Jungs eine Kultur, von der Andreas Gabalier nur zu träumen vermag – und ja, das muss man zumindest einmal gesehen haben.

Weniger „Humtata“, dafür mehr „Bumm“ machte die nächste Konstellation – „True Natives“. Der oberösterreichische Rapper Kravali hat sich bei seiner Reise nach Afrika mit Yaa Pono und Shuga Kwame angefreundet und quasi im Urlaub neue Songs produziert. Das Ergebnis dieser Jamrunden konnte man sich am Samstag am Ottensheimer Open Air anhören – neben den Songs von Kravali natürlich.

Den Abschluss machte die Band „B. Fleischmann und Band“. Eingehüllt in einen dichten Nebel gab die Band ihre Songs zum Besten. Ein etwas ruhiger Abschluss nach zwei Partyacts wie „Drumski“ und „True Native“. Aber was auf Platte schon sehr vielversprechend klang war auch live sehr schön anzuhören. Nach einem Jahr Pause ist das Ottensheimer Open Air back in the game. Wir freuen uns auf jeden Fall schon auf das nächste Mal – hoffentlich ohne Pause und hoffentlich mit mehr Frauen auf der Bühne.

Fotos: Claudia Sommer und Lisa Leeb

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