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Xavier Rudd: eine gelungene Audienz

„Peace, Love and Unity“ – was man gemeinhin mit Roots Reggae verbindet, hat der australische Musiker Xavier Rudd seit 2002, als sein Debut „To Let“ erschienen ist, auch einem breiteren Publikum näher gebracht. Mit „Storm Boy“, dem aktuellsten Ableger seines Schaffens, ist der Multiinstrumentalist aktuell auf Europa-Tour unterwegs. Am vergangenen Dienstagabend führte ihn sein Weg auch in den Linzer Posthof, wo er einen gelungenen Konzertsaison-Auftakt hinlegte. 

Auch einen Support hatte sich der australische Naturbursche eingeladen. Newton Faulkner aus Großbritannien hieß der Artist, der den Vortänzer spielen durfte. Durch ein bisschen Tapping, dazu ausgefeiltem konventionellen Gitarrenspiel gepaart mit durchaus ehrlich wirkender Schüchternheit – in Singer/Songwriter-Terms gesprochen – konnte er das nach und nach in den Saal strömende Publikum durchaus begeistern. Vor allem die Ansagen vor jedem Lied mit „This is a Song“ brachten einige der Besucher dann doch auch zum Schmunzeln. Highlight am Ende: wer es schafft, Queens „Bohemian Rhapsody“ auf einer einzelnen Gitarre dargeboten stimmlich so solide zu performen, dass Freddie Mercury nicht sofort im Grab zu rotieren beginnt, hat als Künstler einiges richtig gemacht. Newton Faulkner ist einer davon: mehr als solide Performance!

Gekommen war der ausverkaufte Große Saal im Linzer Posthof dann aber doch – natürlich – wegen Xavier Rudd. Der mittlerweile auch schon vierzig Jahre alte Australier gilt wohl nicht nur optisch als Traum aller Naturliebhaber. Gleich vorweg: ein zu kurzes Konzert durfte keiner der 1200 Besucher beklagen. Zwei Stunden lang spielt sich Rudd durch die Discographie seiner Karriere. Angefangen von „Rusty Hammer“, einem gleich als zweitem Song gebrachten Highlight, bis hin zu Klassikern wie „Flag“ und „Follow the Sun“ am Ende ist das Konzert eine zweistündige Ode an das Glücklichsein. Auch neue Nummern wie „Gather the Hands“ kommen durchaus gut an. „Peace, Love & Unity“, Naturverbundenheit und „concious lifestyle“ ist hier nicht nur auf, sondern auch vor der Bühne allgegenwärtig, dazwischen kleine Abstecher in die, wir bezeichnen es hier mal salopp als Didgeridoo-Disco, die auch tanzwürtigere Besucher zufriedenstellten. Daneben Ausflüge zur Zither, Mundharmonika, Solo-Darbietungen, nur um das oben erwähnte fulminante Finale des regulären Sets einzuleiten – ja, Rudd weiß, wie man Konzertdramaturgie richtig einsetzt. Auch dann, wenn man mitunter doch einige Längen zu überbrücken hatte. Macht ja nix – der Applaus am Ende: ohrenbetäubend, die Zugaben: selbstverständlich. Natürlich darf „Spirit Bird“ nicht fehlen als Abschluss einer Audienz, die nicht nur, aber vor allem Fans mehr als zufrieden gestellt haben dürfte. Ein Konzert, das man als Fan wohl nicht enttäuscht verlassen hat!

Foto: Christoph Thorwartl

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Musikliebhaber. Vinyl-Nerd. Konzertfotograf. Biertrinker. Eigentlich Krankenschwester - wohl auch deshalb manchmal (zu) zynisch.

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