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The Vibrators: not dead yet!

Es gibt Bands, die sind Phänomene ihrer Zeit. Dann gibt es Bands, die nach einem Hype in der Versenkung verschwinden. Und es gibt Bands, die für ganze Generationen an Musikern Vorbilder geworden sind. Im Punkrock-Bereich kann man The Vibrators durchaus zu den drittgenannten Vertretern zählen. Vergangenen Sonntagabend in der Linzer KAPU wurde deutlich, dass Eddie Edwards auch auf der „final“-Tour nichts an Energie eingebüßt hat. 

Sonntagabend, gut 100 Gleichgesinnte, die in den dazu wie die Faust aufs Auge passende KAPU gepilgert waren. Kein Wunder, denn Eddie Edwards hält The Vibrators bereits seit 1976 (!) am Leben. Doch der Reihe nach – denn auch die beiden Supportbands haben es verdient, erwähnt zu werden.

Den Anfang machten Kolossus Däächt – irgendwo aus der Nähe von Regensburg, oder so. Wobei das ja auch komplett wurscht ist – denn die vier Jungs haben ihren Einfluss im Garage-Punk-Rock der 60er und 70er gefunden. Sänger und Nebenberufs-Rampensau Clement dürfte nicht unbewusst zumindest für die erste Hälfte ein Shame-T-Shirt angezogen haben. Die Parallelen sind nämlich durchaus hörbar. Eine Band, die wie geschaffen für die KAPU scheint, und hoffentlich nicht zum letzten Mal in dieser Location.

Apropos KAPU, apropos „dazupassen“. Die Jungs von Griper dürften dann wirklich jeden Quadratzentimeter der Linzer Underground-Insitution genau kennen. Egal ob vor, hinter, über, unter der Bühne oder sonst irgendwo. „We are Griper. We hate grunge. Punk is dad. We suck in general.“ So die durachaus gewagte Ansage auf Facebook. Egal, ob der Vater jetzt Punk war oder das Genre generell tot ist – Griper halten es zumindest noch am Leben. Ein bisserl Grunge, ein bisserl Punk, aber auch ein bisserl Rock – Griper bieten von allem etwas. Für Fans der Linzer Szene und all diejenigen, denen es nicht laut genug sein kann, ist Griper einen Abstecher wert.

Danach ein Phänomen auf der Bühne: The Vibrators. Bereits vor dem Gig in der KAPU-Bar mit Fans am Politisieren, bewiesen Eddie Edwards, Pete Honkamaki, der sich seit einem guten Jahrzehnt die Stimmbänder aus dem Leib schreit, und Nigel Bennet, dass sie auch nach 43 Jahren noch was zu sagen haben. „The Sound of the Suburbs“ sind auch mit neuem Material vertreten – „Past, Present and into the Future“ ist 2017 erschienen und enthält Veröffentlichungen quer durch die Vibrators-Geschichte. Neben „Troops Of Tomorrow“ – nona eines der meistgefeierten Lieder – knüppeln sich die Vibratoren eine gute Stunde lang durch die für einen Sonntag mehr als annehmbar gut gefüllte KAPU. Nach einer ausverkauften Show in der Stadtwerkstatt im Vorjahr kamen hier nicht nur Fans auf ihre Kosten, und man darf hoffen, dass die „final“ Tour nicht die finale Tour war!

Foto: Christoph Thorwartl

 

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Musikliebhaber. Vinyl-Nerd. Konzertfotograf. Biertrinker. Eishockeyfan. Eigentlich Krankenschwester - wohl auch deshalb manchmal (zu) zynisch.

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