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Anna Katt: Schwedisch in den Kammerspielen

„Skymning“ – so heißt das dritte Album der Linzer Indie-Formation Anna Katt, das am vergangenen Samstagabend offiziell präsentiert wurde. Stilecht, versteht sich – waren die Kammerspiele des Linzer Schauspielhauses doch die wie sich herausstellen sollte ideale Location dafür. Ein wunderschöner Konzertabend von Freunden für Freunde. 

Kaum zu glauben – aber es hat elf Jahre lang gedauert, bis wir hier auf subtext.at zum ersten Mal von einem Konzert aus dem Linzer Schauspielhaus berichten. Aber um es vorweg zu nehmen: es hat sich mehr als gelohnt. Die Linzer Anna Katt präsentierten nämlich ihr drittes Album, „Skymning“, und luden zu diesem Zwecke nicht nur Freunde, Fans und Weggefährten in dieses ungewöhnliche Ambiente ein. Ebenfalls ungewohnt: dass Anna Katt zumindest teilweise zu viert auf der Bühne waren. Co-Songwriter Peter Philipp, mit dem Anna Katt seit dem Debut „Blue or Grey“ zusammenarbeiten, war nämlich ausnahmsweise auch auf und nicht nur abseits der Bühne zu sehen. Bereits mit „Hello“ ziehen Anna Katt das durchaus zahlreich erschienene Publikum in den Bann, und bieten eineinhalb Stunden lang emtionale Unterhaltung auf höchstem Niveau. Nicht nur für das Publikum, auch für sich selbst. Nie um einen Schmäh verlegen, darf sich auch Sängerin und Frontfrau Kristina Lindberg ungewohnterweise hinsetzen, und zwischen der „Hauptband“ und Gast Peter wird sich geneckt, dass es eine Freude ist. Das Ambiente wirkte heimelig, vertraut – und nicht nur deswegen, weil die Hauptprotagonisten des Abends wohl 95% der Zuseher persönlich kannten.

Musikalisch? Gewohnt berührend, und nicht nur einmal Gänsehaut verursachend. Die neue Platte „Skymning“ legt den Fokus noch mehr auf die Sprache von Kristinas Mutterland, Schweden. Etwas, das durchaus bewusst so gemacht wurde, wie uns Anna Katt im Interview vorab verraten haben. Daneben gibt es aber auch andere bekannte Tracks zu hören, etwa „Stan“, „Hide no More“ und den noch immer großartigen Opener des Debutalbums „Blue Or Grey“, „Madland“. Eineinhalb Stunden lang schaffen es Anna Katt, das Publikum in ihren Bann zu ziehen, dabei nie langweilig zu werden, und nicht nur einmal hat man das Gefühl, sich komplett in der Musik zu verlieren. Zugaben? Sowieso, dieses Mal auch mit After-Bierchen. Gepaart mit einem Theater-Setting, das wie geschaffen für eine derartige Formation scheint, ein Konzertabend, der nicht nur für Freunde und Weggefährten ein Highlight war. Das wohl ungezwungenste Releasekonzert, das man sich vorstellen kann, und definitiv weit oben auf der Favoritenliste für 2019 gelandet!

Fotos: Christoph Thorwartl

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Musikliebhaber. Vinyl-Nerd. Konzertfotograf. Biertrinker. Eishockeyfan. Eigentlich Krankenschwester - wohl auch deshalb manchmal (zu) zynisch.

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