Manuel Rubey und der tote Goldfisch

Prokrastinieren – das zwanghafte Aufschieben von Aufgaben zählt Manuel Rubey zu einer seiner zentralen Eigenschaften in seinem neuen Programm. Er feierte mit “Goldfisch” vergangenen Freitag Premiere im Posthof.

Der ausgebildete Schauspieler erreichte erste Bekanntheit als Sänger der Band “Mondscheiner”, ehe er mit der Rolle von Falco im gleichnamigen Film den Durchbruch schaffte. 2011 betrat er gemeinsam mit Thomas Stipsits mit dem Programm “Triest” erstmals die Kabarettbühne, 2015 folgte mit “Gott & Söhne” ein weiteres. Rubey erzählt aus seinem von einer Midlife-Crisis geplagten Lebens. Sowohl seine Ehe geht zu Brüche und auch seine Töchter gehen auf Distanz zu ihm. Das alles spiegelt sich im Umgang mit dem Goldfisch wieder, auf den er während der Abwesenheit seiner Töchter aufpassen soll – aber kläglichst daran scheitert. Er verbindet das Ganze mit der Assoziation, dass wir durch Social Media, Smartphone & Co mittlerweile nur noch eine sehr beschränkte Aufmerksamkreitsspanne besitzen – und auch die Auswirkungen dessen auf die Generation “Porno”.

Die Geschichtserzählungen werden immer wieder durch Einwerfen einzelner Witze und dem Singen humoristischer Lieder unterbrochen. Nebenbei führt er Listen mit Dingen, die man im Alltag hinterfragt, oder besser gesagt, nur Menschen wie Manuel Rubey hinterfragen. Zum Ende hin sieht er sich gezwungen, um die Zuneigung seiner ältesten Tochter zu gewinnen, sich ihre selbst designten Trash-Kleidungsstücke anzuziehen. Alle Klischees, die es über urbane Künstler gibt, zu bedienen, zieht sich als roter Faden durch den Abend. Ohne Witze vorzuziehen, war es ein zwei Mal 40-minütiges Soloprogramm, das seinem Debüt absolut gerecht wurde – ehe es mit einem Spendenaufruf für ein Geflüchtetenheim zu Ende ging.

Fotos: Lisa Leeb

 

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Chemiewerker in der Stoistodt. Gesellschaft, Musik und Fußball

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