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Wurst vom Hundball: noch immer keine Angst vor Vielfalt!

„Keine Angst vor Vielfalt“ – der WurstVomHund-Ball in der Linzer Stadtwerkstatt setzte heuer zum fünften Mal ein Zeichen für Vielfalt in der Gesellschaft. Nicht zu unrecht am selben Tag wie der klassische Burschenbundball angesetzt, wurde am Samstag in der vollen Stadtwerkstatt eine offene Ball-Alternative gefeiert. 

Das WurstVomHund-Ball-Team lässt sich nicht lumpen. Seit fünf Jahren verwandelt sich die mitunter doch, im positivsten aller Sinne, abgefuckte Stadtwerkstatt in einen glitzernden Ballsaal. Nicht nur mit rotem Teppich und Glitzer ausgelegt, sondern auch mit einem bunten Rahmenprogramm: einen Beautysalon, ein Soko Ibiza Nail Studio, ein Würstelparadies, der begehrten Tombola ohne Trostpreise, einer Handleserin und unserem Highlight, dem Franckviertler Tröpferlbad, wo wir auch die eine oder andere Runde geschwommen sind.

Beim Booking wurde offensichtlich darauf geachtet, mehr Frauen, die on stage noch immer die Minderheit darstellen, auf die Bühne zu holen – was man nur begrüßen kann und auch soll. Das zeigte sich nicht nur beim DJ-Lineup (Caorli im Cafe Strom, Tonica Hunter im Saal), sondern auch bei den Liveacts. Die Female MC-Crew des Beat Poetry Clubs sorgte auch gleich mal für ein musikalisches Highlight. A-Capella-Hip-Hop, erstaulich gut durchchoreografiert, dabei immer sympathisch. Bitte gerne öfters in Linz. Übrigens: thumbs up auch für den Live-Gebärdendolmetsch – sowas haben zumindest wir auf einem Linzer Konzert überhaupt noch nie gesehen! Ebenso herausragend, wie schon einmal auf einem WurstVomHundball: die wohl queersten Cheerleader des Landes, die Fearleaders. Die lieben Herren können Choreos, sind sich dabei für nichts zu schade, und hatten neben Lachern den wohl lautesten Applaus des Abends auf ihrer Seite. Neben Surf-Rock von Bronco Jedson aus Graz, die auch Fans von Gitarrenmusik ein Grinsen ins Gesicht zauberten, konnte man im Cafe Strom bei Caorli bei bekannten Klassikern oder auch bei Tonica Hunter einen Abend ausklingen lassen, der sich Gott sei Dank (sofern man an Gott glaubt) oder besser gesagt einigen Linzer Kulturinitiaiven sei Dank (die haben es sich verdient!) zu einem Fixpunkt im Linzer Veranstaltungsjahr entwickelt hat. Ein Fixpunkt, der zeigt, dass man Weltoffenheit auch zelebrieren kann, und vor allem feiern kann. Wir freuen uns schon auf 2021!

Fotos: Christoph Thorwartl, Lisa Leeb

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Musikliebhaber. Vinyl-Nerd. Konzertfotograf. Biertrinker. Eishockeyfan. Eigentlich Krankenschwester - wohl auch deshalb manchmal (zu) zynisch.

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