How to attract your attention! Das Museum ist für dich gemacht.

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Was ist eine KünstlerIn ohne Ausstellungsfläche, die finanziellen Mittel, die Werbung, die Kritiken, die Vermittler, KuratorInnen, Galeristen und sogar das Publikum? Da Kunst als Wirtschaftsgut gehandelt wird, wohl nichts.

Mein Vater meint dazu, dass Künstler dazu da sind andere zu inspirieren. Mark Bengtson aus dem Moderna Museet in Stockholm sagt, dass ein Künstler erst dann Museumskompatibel ist, wenn er ein internationales Portfolio hat und seine Arbeiten zu einem guten Preis verkaufen kann. Piroschka Dossi setzt hierfür die magische Grenze, die eine kunstschaffende Person erreichen muss um gelten zu dürfen bei 10 000 Euro pro Werk und das vor dem 30sten Geburtstag. Außerdem ist es laut ihr „reiner Zufall“, dass so etwas höher stehendes wie Kunst überhaupt zu einem Wirtschaftsgut geworden ist.

Dieser Zufall wird weltweit im Internet verfolgt. Plattformen wie artfacts.com oder artinvestor.de setzen internationale KünstlerInnen einem Ranking und einer Preisprognose aus, um den etwas extravaganteren Aktienhändlern Gründe zum Kauf bestimmter Künstler zu geben. Hier werden Prognosen auch über die KünstlerInnen verhängt. Wie an der Börse bestimmen Angebot und Nachfrage über den Preis. Daher kommt es schon vor dass manche Galeristen eine „Schaffenspause“ über ihre Schützlinge verhängen.

Die Kunst
Stefan Heidenreich sagt dazu in seinem Buch „Was verspricht die Kunst?“, dass es so etwas wie Kunst gar nicht gibt. Sie sei nur ein Vorwand um die Wirtschaftlichkeit kultureller Institutionen zu erhalten. Die Museen, die das Monopol auf Kunst übernommen haben, infiltrieren laut Heidenreich sogar das Bildungssystem um Menschen vorhersehbar für das Museum produzieren zu lassen und andere auf die nächste Kunst vorzubereiten.
Der Name unter dem Bild ist nur mehr eine Marke.

In Stockholm verriet mir Mark Bengtson, Kunstvermittler des Moderna Museets, dass nur 5% des Museumsbesitzes auch tatsächlich gezeigt werden. Der Rest lagert an einem unbekannten Ort. Ich gehe davon aus, dass die meisten Werke dort nie wieder angesehen werden.

Mir stellt sich die Frage, was ich nun überhaupt sehe, wenn ich ein Museum betrete. Die Arbeiten, aus der die Sammlung besteht haben sich teilweise durch den Marktwert einer bestimmten Künstlerin ergeben (wie zum Beispiel Ed Ruscha), oder aus dem, was die Leute, oder auch die Sponsoren, sehen wollen. Zum Beispiel wurde in Stockholm die Ausstellung von Lee Lozano mit Penissen beworben, nur um Aufmerksamkeit zu erregen.

Das nächste Problem stellt die Auswahl der Kunst dar. Wer darf bestimmen, was die 5% sind, die der Welt zugänglich gemacht werden? Hier kommen wir auf die KuratorInnen zu sprechen. Ich war in München, um mir eine Neo Rauch Ausstellung anzusehen. Ich fragte eine Kunstvermittlerin, warum gerade Neo Rauch? Der lässt sich nun mal gut verkaufen. Immerhin ist er der deutsche Maler, der einmal in den Kunstgeschichtebüchern den Stil des 21. Jahrhunderts bebildern wird. Und wehe, jemand kennt ihn nicht! Rauch verspricht also Geld, BesucherInnen und eine zufriedene Stadt München. Die KuratorInnen können es sich also leicht machen. Wer bekommt schon Extragage um unbekannte KünstlerInnen auszustellen?

Ich glaube inzwischen, dass die künstlerischen Arbeiten, die wir uns in der Institution Museum anschauen können, durch so viele Filter gelaufen sind, dass man sie keinesfalls mehr als objektiv bezeichnen kann. Um ausgestellt zu werden kann man als KünstlerIn nicht ohne die anderen Komponenten im Kunstsystem sein. Was wir sehen, sind die Schatten an der Höhlenwand.

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