THE KOOKS: Mit gestutzten Flügeln

THE KOOKS: Mit gestutzten Flügeln

Die Kooks nehmen die Hände hoch und ergeben sich. Sie liefern sich ihrem Schicksal aus, kämpfen nicht dagegen an. Eine Assoziation, die einem direkt das Cover vermittelt. Lässt man „Junk Of The Heart“ rotieren, merkt man schnell, dass sie allen Grund dazu hätten. Auf den ersten Blick klingt ihr drittes Album schwer gleichförmig. Der zweite Blick relativiert und versöhnt.

Diese jungen Burschen aus Brighton, England, wollen uns noch einmal bezirzen. Einziger Haken: So gut wie einst funktioniert die Anmache leider nicht mehr. „Junk Of The Heart“ hat wenige bedeutsame Songs zu bieten, darunter vieles, was man früher eventuell als B-Seite veröffentlicht hätte. Was das Material angeht, sind die Kooks weniger anspruchsvoll geworden.

Sah mal ganz anders aus. „Inside In/Inside Out“, das Debütalbum, war eine herrlich unverbindliche Angelegenheit. Eine Platte mit dem gewissen Etwas, dieser juvenilen Schluffigkeit. Mit Melodien, die sofort die Lust nach Sonne auf der Haut und Wind in den Haaren aufkommen ließen. Über die Songs musste man sich nicht viele Gedanken machen. Sie waren einfach da und deine Begleiter. Die Bandmitglieder, sympathische Milchgesichter, waren charmant, allen voran Sänger Luke Pritchard. „Konk“, der Nachfolger, hielt schon nicht mehr genug süß klingende Säuseleien für einen bereit.

Auch wenn der Opener „Junk Of The Heart (Happy)“ geballte Lebenslust auf dem dritten Album verbreiten will – es kommt nur halbherzig an. Nichtsdestotrotz kann man sich den Song schön hören. Zusammen mit „How’d You Like That“ (verspielt) und „Rosie“ (mitreißend) gibt es ein aufeinanderfolgendes Trio – die Höhepunkte sozusagen. Mit seiner repetitiven Art weiß „F**k The World Off“ ein bisschen zu gefallen. In „Time Above The Earth“, dauert kaum 2 Minuten, kreisen die Kooks anschließend wie ein Satellit um die Erde. Dann kommt die zweite Hälfte, die zu leichtgewichtig ausgefallen ist. „Is It Me“, „Killing Me“, „Petulia“ oder „Eskimo Kiss“ schwächeln auf ganzer Linie. Selbst der Schluß, „Mr. Nice Guy“, kann das Ruder nicht mehr herumreißen.
Eine Platte, die zwar eine eigene Note besitzt, aber schnell an Geschmack verliert.

Facts:
The Kooks – Junk Of The Heart
Gesamtspielzeit: ca. 35 Minuten
Virgin Records (EMI)

Links & Webtips:
thekooks.com
thekooks.de
facebook.com/thekooksofficial

Foto: EMI

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geschrieben von

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2 comments

  • Heho! Feine Review, nur ein kurzer Hinweis von mir: In den „Facts“ habt ihr die Platte kurzerhand wieder in „Konk“ umbenannt – wohl aus akustischen Nostalgiegründen. :-)

  • Daniel Gilić Daniel Gilic

    Hey,
    ja, stimmt, der Fehler ist schon ausgebessert ;)

    Danke für’s Lob!

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