YOUKI: Der Kater nach dem Rausch

YOUKI: Der Kater nach dem Rausch

Mit der gestrigen Abschlussgala und Preisverleihung ging das internationale Jugendmedienfestival YOUKI für dieses Jahr zu Ende. Bei der Abschlussparty konnte noch ein letztes Mal erlebt werden, was das Festivalthema „Rausch – Dazed and Confused“ alles bedeuten kann.

Der Rausch ist am Abklingen und ein mulmiges Gefühl stellt sich ein. Haben wir denn wirklich eine Woche lang jede Nacht gefeiert? Ist jetzt wirklich alles vorbei? Die Youki ist wieder einmal viel zu schnell vorbeigezogen – wie ein Kurzfilm auf der Leinwand, der dafür aber umso längere Eindrücke hinterlässt. Viel war los in den letzten Tagen: Interessante Workshops, spannende Screenings und Diskussionen, nette Gespräche mit ebenso netten FilmemacherInnen aus der ganzen Welt, eine berauschende Lesung, stimmungsvolle Konzerte, exzessive Partys und natürlich auch eine wunderbar abwechslungsreiches, wenn auch oft etwas zu früh am Morgen beginnendes internationales Wettbewerbsprogramm.

Die SiegerInnen wurden gestern bei der Abschlussgala im Alten Schl8hof prämiert. Neben den Hauptpreisen in den drei Alterskategorien wurden dort auch der Innovative Film Award sowie ein Audience Award vergeben. Marius Hrdy führte auf humorvolle Art durch den Abend. Die Awards waren auch auch dieses Jahr wieder handgemacht und sind während des Festivals entstanden: Servas Gschaeft goss dafür Süßigkeiten aus Seife.
In der Kategorie 10-14 Jahre gewann das Kidcam animation studio mit dem Film Plastic Bertrand. Der Animationsfilm setzt sich mit dem Thema Plastik und Umweltverschmutzung auseinander. In der Altersgruppe 15-20 Jahre holte Christian Hödl den Award. Seine Doku Graceland porträtiert auf taktvolle Weise eine Frau, die ihr Leben dem Elvis-Presley-Fantum verschrieben hat. Eine lobende Erwähnung ging an den Film Noch ist nichts passiert von SchülerInnen der HTBLVA Ortweinschule Graz. Der dritte Hauptpreis, für die Altersgruppe 21-26 Jahre, ging an Assaf Machness für Auschwitz on my mind, der eine Klassenfahrt einer israelischen Schule nach Auschwitz aus der Sicht der Jugendlichen zeigt und mit einer Liebesgeschichte verbindet. Eine lobende Erwähnung erhielt Helmy Nouh für Paper Boat. Cana Bilir-Meier gewann mit Semra Ertan den Innovative Film Award, und der Publikumspreis ging an das Musikvideo Infinite von Florian Bayer und Austrian Apparel.

Im Anschluss durfte noch ein letztes Mal gemeinsam gefeiert werden, damit der Abschied am nächsten Tag nicht ganz so schwer fällt. Getanzt wurde zu DJ-Sets von Al Bird Dirt und Zur Herta. Im Rausch und mit einem Anflug von Traurigkeit im Rücken wurden noch letzte Freundschaften geschlossen, bevor dann das Festival am nächsten Tag mit mal mehr, mal weniger sicheren Schritten verlassen wurde. Auch im nächsten Jahr wird es wieder ein Festival geben, aber bis dahin wird es wohl wieder ein bisschen ruhiger sein in Wels.

So bleibt nur das Warten und die Hoffnung, dass die Youki auch mit sechzehn Jahren noch genauso jung und bunt sein wird. Dem Wiedersehen im nächsten Jahr sehen wir auch auf subtext erwartungsvoll entgegen.

Fotos: Michael Straub

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