Alkbottle: nu immer so fett wia a Christkindl!

Alkbottle: nu immer so fett wia a Christkindl!

Alkbottle – Meidling’s finest in Sachen Musik steht seit 1990 für den gepflegten – und, wie man am vergangnen Freitag im Linzer CENTRAL sehen konnte, mitunter auch ungepflegten, nunja, nennen wir es mal Rock. Bereits zu Zeiten aktiv, als Turbobier wahrscheinlich gerade mal geboren waren, sind Roman Gregory und Co überraschenderweise auch musikalisch einen Abstecher wert!

Bereits um 19:30 durfte der „Hoizkopf“ den Abend eröffnen. Dummerweise halt vor kaum Leuten. Man hätte halt nicht 20 Uhr als Beginn draufschreiben sollen. Oder halt den Einlass auch so gestalten können, dass man als Besucher auch rechtzeitig in den Saal kommen konnte. War halt nicht so – das endet dann halt darin, dass 25 Minuten Stagetime vor ebensovielen Zusehern halt nicht in den „Best Gig Ever“-Annalen eingehen werden. Verdient hätte er sich mehr Aufmerksamkeit.

Der zweite Supportact im Rahmen des „Fett wia a Christkindl“-Tour kam aus der Steiermark. Gnackwatschn heißt der steirische Sechser, der aktuell auf der „Wir drahn zua“-Tour unterwegs ist. Die Stagetime auf knackige 50 Minuten zusammengekürzt, schaffen sie es aber trotzdem, Stimmung zu machen. Und, ganz nebenbei bemerkt, auch tiefgründige Texte anzubieten haben. Nahtlos reihen sie sich in Bands wie Django3000, Skolka und Co ein, und sind sicher ein gern gesehener Gast auf diversten Festen im Sommer!

Danach wurde schnell klar: wer Alkbottle will, kriegt Alkbottle. Sofern er es überhaupt noch in den Konzertsaal schaffte. Die drei Meter zwischen Bar und Tür wurden bald für einige biergeschwängerte Besucher zum unüberwindbaren Hindernis. Ach ja, lieber Veranstalter: es ist löblich, verschüttete Biere aufzuwischen. Nicht so löblich ist es, nicht trocken nachzuwischen. Weil: rutschig! Gepaart mit einem Alkoholspiegel, der bei vielen der dann doch nicht mehr als knapp 200 Leute eher in Prozent als Promille gerechnet wurde, ein gefährliches Unterfangen. An dieser Stelle gute Besserung an den Herrn mit der Unterschenkelfraktur!

Aber zurück zum Konzert. Wie eingangs erwähnt, wer Alkbottle will, kriegt Alkbottle. Auf der „Fett wia a Christkindl“-Tour dann auch mit schnapsausschenkenden Engerln, dem unwiderstehlichen Biernachtsmann (auch wenn „Geh scheißn!“ in Oberösterreich nicht zu funktionieren scheint), musikalisch wirklich top agierende Musiker, und als Zugabe natürlich einen Bierdosen-Christbaum. „Last Christmas“ in der einzig wahren Version inklusive. Knapp 2 Stunden toben sich Roman Gregory und Co aus, bis das Ende erreicht ist. Was viele der Konzertbesucher heute wahrscheinlich gar nicht mehr wissen – und das ist gut so! Ein Konzert, das definitiv in die Kategorie „wer’s mag“ fällt! Wer es mag, kam aber sicher auf seine Kosten!

Foto: Christoph Thorwartl

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geschrieben von

Musik-Nerd mit Faible für Post-Ehalles. Vinyl-Sammler. Konzertfotograf mit Leidenschaft, gerne auch analog. Biertrinker. Eishockeyfan. "Systemerhaltende" Krankenschwester - wohl auch deshalb manchmal (zu) zynisch.

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