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„Linz09- Wir sind geflüchtet!“

„Linz09- Wir sind geflüchtet!“

Ein Einblick der seltenen Art wird jährlich von der Landesgalerie Linz geboten- am „Tag der offenen Ateliers“ sperren KünstlerInnen in Linz ihre Werkstätten auf und erlauben Zutritt zu ihren Arbeitsräumen. Am 16. und 17. Oktober gab es geführte Rundgänge, die kostenlos Information, Weg- und Zeitplan für die Atelierbesichtigung bereitstellten.

Station Dachkammeratelier
Neugierig gemacht bereits durch die Warnung, bitte nicht auf dem Fußboden zu schwingen, stieg die Gruppe ins oberste Geschoß zu Gregor Grafs Arbeitsraum in der Linzer Innenstadt auf. Der ehemalige Linzer Kunstuniversitätsstudent, heute international erfolgreich, empfing die Kunstlaien mit zwei seiner Künstlerkollegen des Kollektivs „Rebel Club“. Zwischen knarriger Holzdiele und charmantem Objektsammelsurium präsentierten sie ihre Arbeiten- mit Flachbildschirm und Mac- Unterstützung. Mit seiner zeitgenössischen Kunst will er Fragen stellen- und hatte auch einige Antworten parat. Seine Fotoserie von Warschau und Linz, in denen Graf Autos, Menschen und andere Lebenszeichen wegretuschiert hatte, weckte Reaktionen des Nicht- Erkennens. „Ich habe die ganzen Geschäfte ausgeräumt“, beschreibt er seine Retusche mit Photoshop. Sein Kollege Kurt Lackner meint zum Thema Linz09 scherzhaft, das Kollektiv Rebel Club sei drei Monate in die Schweiz geflüchtet. Mit ihrem Containerpost- Projekt im Stadtpark Leonding haben sie gemischte Reaktionen ausgelöst. „Die Leut haben eher a bissl Angst ghabt“, erzählt Lackner beim Präsentieren der Fotos.

Berühmtes aus der Garage
Zwei Straßen weiter findet man das nächste Atelier in einer kleinen Garage. Hannes Langeder, der vor allem mit seinem selbstgebauten „Ferdinand“- Porsche rund um die Welt Reaktionen auslöste, zeigte neben Kunstobjekten auch Hintergründe seiner Arbeit. So ist der goldene „Pedal- Porsche“ mit dem Gedanken an seine Töchter und nachhaltigem Klimaumgang entstanden.
In Summe sind die offenen Ateliers sicher ein spannendes Projekt- auf die Finger schauen lassen sich die KünstlerInnen zwar nicht, aber ein neuartiger Raum für Fragen und Antworten wird geschaffen.

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