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Wein vs. Lukesch: Partnerlook

Wein vs. Lukesch: Partnerlook

Wer sich liebt, muss sich gleich anziehen. Ein Statement für den Pärchenlook.


Wen Michaela Wein allerdings nicht mag, ist Oliver Lukesch. Dieser Kommentar ist Teil eines Schlagabtauschs, den Gegenkommentar von Oliver Lukesch gibt’s
hier.

Wenn ich groß bin, werde ich mal so richtig, richtig verliebt sein. Ich werde so verliebt sein, dass ich das Foto meines Liebsten in meiner Geldbörse herumtrage, ihn meiner Familie vorstelle und bei jedem Lächeln von ihm in Gekicher ausbrechen muss. Ich werde eine liebe, nette Freundin sein, ganz ohne cholerische Anfälle und der Angewohnheit, von allem und jedem aus Prinzip genervt zu sein.

Stattdessen werde ich Gefallen finden an den Dingen, die Paare eben so tun: ein Candlelight-Dinner genießen, ohne dem Gegenüber die Gabel in den Brustkorb zu rammen, weil es versucht hat, mich mit verklärtem Blick zu füttern. Jeden Satz des anderen begierig aufsaugen und verinnerlichen, als unentwegt zu denken „Halt doch einfach deine blöde Fresse“. Und für unser erstes gemeinsames Weihnachten werden wir gemeinsam shoppen gehen und uns gleiche Pullover kaufen.

Denn der Pärchenlook ist die perfekte Form einer Beziehung: man erklärt sich dazu bereit, sein Äußeres an das des Partners anzupassen. Man bekennt sich in aller Öffentlichkeit zum jeweils anderen, eine viel weiter gehende Variante als bloßes Händchenhalten. Der Partnerlook symbolisiert tiefste Verbundenheit.

Abgesehen von den praktischen Konsequenzen – man kauft einfach jedes Shirt zweimal und muss sich nicht mehr über die kleidungsspezifischen Vorlieben des Partners aufregen, weil  Einheitslook angesagt ist – vermittelt es ein sicheres, gutes Gefühl, dem anderen derartig verbunden zu sein. Wer braucht Individualität, wenn man einander hat? Wer muss modisch noch am neuesten Stand sein, wenn man doch schon jemanden gefunden hat, der einen liebt, wie man ist? Apropos finden: Wer dasselbe trägt, findet sich in einer Menschenmenge leichter wieder. Die Suche nach dem eigenen Spiegelbild quasi.

In meiner Vorstellung tragen glückliche Pärchen denselben hellgelben Strickpulli, während sie händchenhaltend über eine Blumenwiese schlendern. Ab und zu bleiben sie stehen, um einander in die Augen zu sehen und sich zu sagen, wie sehr sie sich lieben. Die Sonne geht gerade unter, das Dämmerlicht bringt die Farbe der Pullis besonders gut zur Geltung … und ich wache auf, ziehe das  giftgrüne Shirt an weil ich weiß, dass er es peinlich findet, nur um ihn zu ärgern. Aber irgendwann wird alles anders. Dann kaufe auch ich Partner-Pullis. Ganz bestimmt.

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Foto: Michaela Wein

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