Poet-3 – die Online-Künstlerplattform aus Linz

Poet-3 – die Online-Künstlerplattform aus Linz

„Poet-3“ ist die erste Online-Plattform im deutschsprachigen Raum, auf der Wettkämpfe geführt werden können. Texte und Bilder können hochgeladen sowie bewertet werden. Daneben ist es auch möglich, sich einfach vorzustellen und mit anderen Mitgliedern auszutauschen.

Ins Leben gerufen wurde das Projekt vor etwa 2 Jahren von Michael Brauner („Salbei_Blatt“) , der sich mit „Silea“ und „one_stone“ die Administration teilt. Im Gespräch erzählt er mir, dass er sich die neben der Websprache HTML und CSS auch PHP und Javascript selbst beigebracht habe. „Poet-3“ sei ein Wortspiel aus Baum, drei und „poetry“, der Dichtung.

Wie funktioniert das Ganze nun?

Um selbst auf der Plattform aktiv zu werden, ist zu allererst eine kostenlose Anmeldung notwendig. Dabei erhält man ein Profil mit Bild, den eigenen Werken, einer Battle- Übersicht und einem Gästebuch und 300 Startpunkten.

Derzeit hat die Plattform über 200 Mitglieder, die unter Künstlernamen wie „Nachtschatten“, „Orchideenblüte“ oder „Wortlos“ agieren.

Zum Bewerten gibt es ein Punkteschema zwischen 1 und 5, die Bewertung anderer Texte/Bilder ist Voraussetzung für den Upload eigener Kunstwerke. Da die Kritikmoral früher ein Problem war (Leute bewerteten andere, die ihnen selbst wenige Punkte gaben, bewusst ebenfalls schlecht), ist mittlerweile eine Begründung für diese oder jene Punkteanzahl von Nöten. Ein detailliertes Feedback bringt 2 Punkte, ein oberflächlicheres nur einen Punkt ein.

Erklärung der Battles

Das Spezielle an der Seite sind aber vor allem die Online-Wettkämpfe, die in den Bereichen Text, Slam (mit Vertonung), Bild, Gesang und Rap geführt werden können. Man kann selbst angeben, an welchen Battles man teilnehmen möchte und es genauso einstellen, dass man derzeit nicht herausgefordert werden kann. Der-/diejenige, welche/r herausfordert, gibt einen Text oder ein Bild vor. Der/die, welche/r antwortet, muss thematisch und/oder genremäßig darauf eingehen. Dazu sind 72 Stunden Zeit. Es ist dabei freigestellt, ob man ein Thema weiterführt, auf Fragen eingeht oder versucht, das Ganze neu zu betrachten. Für gute Bewertungen ist es meist vorteilhaft, ähnliche Emotionen wie in der „Hinrunde“ zu erzeugen, neue Gedanken hineinzubringen, aber doch nicht von einem grausamen Text beispielsweise über Liebe  zu kommen. Im Anschluss kann der/die Antwortende selbst einen neuen Text oder ein neues Bild vorgeben. Nach dem Abschluss der zweiten Runde endet das Battle automatisch und ist zum Bewerten freigeschaltet. Die Rückmeldungen können die WettkämpferInnen auch lesen.

Für gewonnene Battles gibt es Punkte, je nachdem, wie viele der/die Gegner(in) bereits hat (mehr bei Leuten mit höheren Punkten und umgekehrt dasselbe), für verlorene werden Punkte abgezogen.

Ein „Unentschieden“ ist übrigens ebenfalls möglich. In diesem Fall erhalten beide KontrahentInnen jeweils 10 Punkte.

Was gibt es sonst noch zu sagen?

Vertonungen können auch, ohne ein Slam-Battle zu führen, hochgeladen werden.

Die Mitglieder stammen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Bei einer längeren Abwesenheit werden E-Mails verschickt, ob man noch aktiv sein möchte, prinzipiell kann sich aber Jede und Jeder je nach Zeit und Laune engagieren.

Die Größe von Bildern und Audiodateien ist beschränkt. Texte dürfen im Battle nicht mehr als 1500 Zeichen aufweisen.

„Poet-3“ bietet den verschiedensten Texten und Bildern eine Chance, aktuell sind darauf Texte zu finden, die von alltäglichen Themen handeln, die gar Prosa und Lyrik miteinander vermischen, Satiren genauso wie rhythmische Gedichte.

Reichweite

„Poet-3“ ist vor allem bekannt für die Dichterwettkämpfe, weniger für die Bilder (keine Fotos möglich), da hier Geld in Facebook-Werbung gesteckt wurde und die MitgliederInnen vor Ort auch Poetry Slammer und Slammerinnen auf ihr Projekt angesprochen haben.

Die Seite wird aktuell etwa 50 Mal am Tag aufgerufen, alle paar Tage werden neue Texte und Bilder hochgeladen. Mindestens ein Battle wird pro Tag geführt. Daneben gibt es aber auch eine Rangordnung der 10 bestbewerten KünstlerInnen, der 10 bestbewerteten Werke sowie der Top-100 Erzählungen und Top-100 Gedichte, die jederzeit angesehen werden können.

Michael meint, dass es so den Vorteil habe, dass man noch nicht überflutet werde und das Ganze überschaubar bleibt. Er merkt an, dass viel Erfolgreiches mit Ranglisten zu tun habe, wenn man etwa an die Poetry Slams denke. Politisch werde man mittlerweile manchmal durch die Slams und vielleicht könnten regional bekannte KünstlerInnen noch zu „Leitleuten“ werden.

Für InteressentInnen empfehle ich noch die Webseite selbst: http://www.poet-3.com/ Oder den Trailer auf: http://www.poet-3.com/welcome.php.

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geschrieben von

Katharina ist Sozialwissenschaftlerin und Redakteurin. Sie beschäftigt sich vor allem mit gesellschaftlichen (z.B. frauenpolitischen) und kulturellen (z.B. Film, Theater, Literatur) Themen. Zum Ausgleich schreibt sie in ihrer Freizeit gerne literarische Texte: https://wortfetzereien.wordpress.com/

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