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Ein Rückblick auf die 4. Lange Nacht der Bühnen

Ein Rückblick auf die 4. Lange Nacht der Bühnen

Die Lange Nacht der Bühnen fand am 14.6. zum vierten Mal statt. Mehr als 16.000 Besuchende, 27 Spielstätten mit 173 Veranstaltungen und über 700 Mitarbeitende – so könnte man den Linzer Bühnenmarathon in Zahlen zusammenfassen.

Begonnen wurde um 14.30 Uhr mit dem Kinder-und Jugendprogramm im Ars Electronica Center, in der Anton Bruckner Privatuniversität, im Kinderkulturzentrum Kuddelmuddel, im Kulturzentrum Hof, dem Linzer Puppentheater, dem Theater Maestro und dem Theater des Kindes. Neben elementarer Musikpädagogik wurden Auszüge des Schaffens jugendlicher Musical-Darsteller/innen, das Theaterstück „Max und Moritz“ oder das Ballett „Cinderella“ präsentiert. Workshops zu Improvisationstheater und Stimmtechniken boten Möglichkeiten, den inhaltlichen Verlauf zu beeinflussen.

Aber auch die Nicht-am-Kinder-und-Jugendprogramm-interessierten-Erwachsenen hatten bereits ab 16 Uhr erste Programmpunkte wie Improvisationstheater, Konzerte und ab 17 Uhr das Schauspiel „Die Wildente“ von Ibsen zur Auswahl.

Um 17.30 Uhr wurde die Lange Nacht der Bühnen schließlich offiziell durch Landeshauptmann Josef Pühringer und den Linzer Bürgermeister Klaus Luger auf der ORF-Bühne vor dem Musiktheater eröffnet.
Diese war mit Jonglage, Musik und Tänzen und mit Künstler/innen- Interviews, welche eher auf oberflächlichen, kurzen Smalltalk als auf das Erfahren von Hintergrundinformationen zu (Kunst-)Projekten abzielten, ebenfalls einer der Veranstaltungsorte. Im Gegensatz zu den anderen Spielstätten war hierfür jedoch kein Eintrittsband Voraussetzung.

Nicht nur durch die ORF-Bühne, sondern genauso durch den Abfahrtsplatz des Shuttlebusses (zweimaliger Einsatz zu Veranstaltungen im Posthof)und vor allem durch die Oper „Walküre“ sowie das Abschlusskonzert positionierte sich das Musiktheater als Zentrum der gesamten Veranstaltung.

Die für manche Stücke benötigten Zählkarten waren sowohl für „Die Walküre“ als auch für die Komödie „Othello darf nicht platzen“ im Kellertheater vorzeitig vergeben. Das ist einerseits bei dem Hintergrund einer begrenzten Platzanzahl eingängig, aber anderseits auch etwas schade- Durch das Aufsuchen der jeweiligen Spielstätte wird möglicherweise der Anfang eines anderen Stückes, für das es noch Platzkapazitäten gegeben hätte, versäumt. Praktischer wäre es von daher, die Zählkarten auch an anderen Spielstätten oder direkt beim Kauf des Eintrittsbandes erstehen zu können.

Als durchaus gelungen gestalteten sich die Organisation rund um den Shuttlebus (Verspätungen, Rückfahrtszeiten, … wurden den Mitfahrenden im Vorhinein angekündigt) und- nicht zu vergessen- die breite Programmpallette: Kabarett fand in diese genauso Eingang wie Chorgesang, ein Hörquiz, Installationen, eine Lesung zu autobiografischen Schriften Thomas Bernhards, eine Modeperformance und vieles mehr.

Während Stücke wie „Happy planet“ (Phönix-Theater) aktuell im Spielplan vertreten sind, waren weitere noch in der Probephase oder wurden im Fall von „Schneeschuhhasen im Glas“ und „Der Patriot“ für die Lange Nacht der Bühnen „wieder aufgenommen“. Letzteres ist ein minimalistisches Ein-Mann-Stück von Mitterer, das außer Patriotismus Themen wie Rassismus, (Brief-und Rohrbomben-)Terror und (direkte) Demokratie behandelt. Den Psychothriller- so die Bezeichnung im Programmheft- gab es in vollständiger Länge zu sehen, wohingegen andere Stücke wie „Shakespeares sämtliche Werke“ das Programm um verkürzte Versionen und Auszüge ergänzten.
Führungen hinter die Kulissen konnte man heuer ausschließlich im Phönix- Theater besuchen.

Diesmal waren zusätzlich zum Musiktheater speziell der neu als Spielstätte hinzugekommene Rosengarten am Pöstlingberg und die Arbeiterkammer frequentierte Aufführungsorte. Die gemeinsame Improvisationstheater- Show der Gruppen „Die Impropheten“ und „die zebras“ stellte eines der Highlights dar. Bei „Aus dem Hut gezaubert“ wurden mit Bezug auf aktuelle Geschehnisse Vorgaben wie der Beruf eines Höhlenforschers gemacht und dennoch ohne schlechtes Gewissen beim Zusehenden auszulösen, Lachmuskeln strapaziert.

Beendet wurde die von einem Team aus Land OÖ, Stadt Linz sowie aus Mitgliedern diverser Kultur-und Theatereinrichtungen organisierte Veranstaltung um 24 Uhr. Bis zur nächsten Langen Nacht der Bühnen 2015 warten allerdings regelmäßig weitere Programmpunkte aus dem Bühnenbereich auf, die (vorwiegend) in den Sommermonaten Juli und August um Gastproduktionen und Freilufttheater ergänzt werden.

http://www.langenachtderbuehnen.at/

Foto: Installation im Ars Electronica Center

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Katharina ist Soziologin und Sozialforscherin (P und P Sozialforschung). Darüber hinaus ist sie regelmäßig journalistisch tätig, z.B. in Form von Praktika (Radio Oberösterreich, Neues Volksblatt,...) und derzeit als Redakteurin für FROzine, das Infomagazin von Radio FRO. Sie beschäftigt sich vor allem mit gesellschaftlichen und kulturellen Themen.

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