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Experimentell, progressiv, dreckig und laut: Repetitor und Zachgeburt in der Stadtwerkstatt

Experimentell, progressiv, dreckig und laut: Repetitor und Zachgeburt in der Stadtwerkstatt

Dass es sich lohnen kann, abseits des Mainstreams kleine Konzerte und Underground Shows zu besuchen, stellte das serbische Trio Repetitor am Donnerstagabend eindrucksvoll unter Beweis. Doch auch die Vorgruppe mit dem klingenden Namen „Zachgeburt“ konnte überzeugen.

Zugegeben, der Publikumsstrom hätte etwas üppiger ausfallen können. Denn als Zachgeburt mit einer Dreiviertelstunde Verspätung die ersten Töne anspielten, konnte man die Anzahl der Konzertbesucher an den Händen abzählen. Nach und nach trudelten noch ein paar Interessierte ein, und so konnte die Band zumindest vor ca. 20 Leuten ihr Können unter Beweis stellen. Doch das Trio ließ sich die Motivation nicht nehmen und spielte konzentriert und solide ihr 40-minütiges Set, das nur drei Songs inkludierte. Mit E-Gitarre, E-Geige und Schlagzeug ausgestattet, schafften es die drei Musiker, ihre instrumentale, sehr experimentelle und progressive Musik authentisch und interessant zu präsentieren.
Fast ohne Unterbrechung ging es mit dem Hauptact weiter. Repetitor legten los und es gelang ihnen schnell, das nun etwas angewachsene Publikum für sich zu gewinnen. Mit erdiger, dreckiger Rockmusik, die weitestgehend an die frühen Nirvana oder andere Bands der Seattle – Grunge – Ära erinnerte, schaffte es die ebenfalls aus drei MusikerInnen bestehende Gruppe aus Belgrad, die Besucher mit einer energetischen Performance und einer gehörigen Portion Sympathie in ihren Bann zu ziehen. Auch erwähnenswert ist der hohe Mädchenanteil in der Band, der ja leider im Bereich der Rockmusik immer noch unüblich ist: Schlagzeug und Bass waren von Mädels besetzt. Leise, aber durch die pulsierenden Basslines bedrohlich wirkende Strophen mündeten in explosiven Refrains mit genretypisch extrem verzerrten Gitarrenparts, einem donnernden Schlagzeug und einem nicht minder aggressiv gespielten Bass. Einzig und allein die Vocals des Sängers und Gitarristen hätten etwas abwechslungsreicher gestaltet werden können.

Nach dem regulären Ende der letzten Nummer bedankten sich die MusikerInnen für das Interesse und den Applaus des Publikums, um gleich zu den Leuten ins Publikum zu kommen, sich bei den Konzertbesuchern einzeln zu bedanken und einige High – Fives auszuteilen. Doch schon bald wurde klar, dass das Publikum noch Lust auf mehr hatte. Die Band war einverstanden und gab noch einige Nummern zum Besten. Insgesamt ein sehr gelungener Konzertabend, zu dem ein interessiertes und motiviertes Publikum einen großen Teil beigetragen hat.

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Redakteur bei subtext.at, Musikfan, aktiver Musiker

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