Like Elephants: Wir sind keine Newcomer mehr

Like Elephants: Wir sind keine Newcomer mehr

Last but not Least. Das letzte Interview vom Ahoi!Pop. Like Elephants fanden vor ihrem Gig am Ahoi!Pop noch ein paar Minuten um mit uns über ihr neues Album, Elefanten und die Welt zu quatschen. Was die Jungs so zu erzählen hatten könnt ihr im Interview nachlesen.

subtext.at: Das letzte Interview mit subtext.at ist schon etwas länger her. Was hat sich seit damals bei euch getan?
Martin: Also wir haben fleißig an unserem ersten Album gearbeitet. Wir haben schon alles aufgenommen, gemixt und gemastert eigentlich ist es schon fertig. Das wird dann im April veröffentlicht.

subtext.at: Ihr habt damals gemeint, dass auch einige „Ur“-Songs der Band auf die Platte kommen. Warum nicht ausschließlich neue Lieder ?
Viktor: Naja. Wir haben versucht einen möglichst großen Pool an Songs zu entwerfen und zu schreiben. Und aus diesen haben wir uns die quantitativesten herausgesucht bzw. auch jene die vom Stil her am besten zusammen passten. Ziel war auch eine gewissen Vielfalt, also nicht nur schnelle Songs oder nur langsame, sondern dass gut bunt durchgemischt ist. Sozusagen das Beste vom Besten.

subtext.at: Das heißt, dass ihr es nicht so macht wie andere Bands, die einen Schwung von Songs aufnehmen, und aus den besten das erste Album erstellen, und dann ein weiteres?
Viktor: Na, das ist nicht so.
Martin: Nein, wir haben durchaus schon sehr viel selektiert. Wir haben schon einige Lieder geschrieben, die eigentlich komplett fertig waren, aber dann sich nicht als „albumwürdig“ heraus kristallisiert haben.

subtext.at: Stichwort „Lautstark!“ (Musikcontest ausgehend vom Linzer Posthof, Anm.) Was haltet ihr persönlich von solchen Contests?
Viktor: Meine ehrliche Meinung dazu ist, dass ich denke, dass es in gewissen Fällen ein gewissen Sprungbrett sein kann. Jedoch muss sich das ganze in Grenzen halten, und man soll sich meiner Meinung nach den Bandconctest sehr gut anschauen und abkläre. Wie ist er aufgebaut, wie ist die Jury, nach welchen Kriterien wird die Band beurteilt. Da ist meiner Meinung nach der Lautstark- Musikcontest sehr fair aufgebaut im Vergleich zu anderen Bandcontests, wo es darum geht die meisten Leute mitzubringen. Da geht es nicht mehr darum, was die musikalisch beste Band ist, sondern wer die meisten Freunde/Bekannte/Verwandte hat. Wir werden auch in Zukunft nicht mehr bei solchen Contests mitmachen.
Martin: Es macht auch jetzt keinen Sinn mehr. Wir haben mittlerweile doch ein Level erreicht, was sich klar von den Newcomern abhebt.

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subtext.at: Der Lautstark-Contest baut ja auch auf Likes auf. Und ihr habt es auch letztes Jahr sehr oft gepostet, dass man für euch voten soll. Ist es für euch da nicht auch ähnlich wie die Conteste, wo man seine Freunde mitschleppen muss um zu gewinnen ?
Viktor: Das stimmt schon. Wobei, ich sehe es auch irgendwie als notwendiges Übel, dass man da auch mal durch muss. Man macht ja auch gerne mit und freut sich als junge Band, live zu spielen und seine Musik unter die Leute zubringen.
Martin: Man muss schon auch sagen, dass beim Lautstark-Contest auch die Jury sehr vielfältig aufgebaut war, mit Leuten von unterschiedlichen Musikrichtungen, was schon sehr dazu beiträgt, dass wir den Contest als sehr qualitativ anerkennen.
Viktor: Deswegen haben wir schlussendlich auch mitgemacht.

subtext.at: Dann kommen wir zu dem Gewinn eurer Teilnahme am Contest. Den Slot am Ahoi!Pop. Wie würdet ihr für euch das Festival definieren ? Was ist das für euch ?
Martin: Ich find es großartig, dass es in einer Stadt wie Linz so ein hochkarätiges Festival gibt. Mit internationalen Bands, obwohl wir schon auch finden, dass der Schnitt von lokalen Bands sehr niedrig ist. Im Prinzip sind wir die einzige oberösterreichische Band. Ich denke, dass man da durchaus auch die lokalen Bands miteinbeziehen kann und besser fördern könnte. Aber so ist das Festival extrem gut organisiert.
Viktor: Für uns ist das Festival sozusagen der krönende Abschluss von der Jahrestour und wir hoffen durch dieses Konzert heute wieder viele Leute zu erreichen, um für den Tourauftakt im nächsten Jahr neue Sympathisanten, Fans oder sogar Booker begeistern zu können.

subtext.at: Martin, du hast es schon angesproche – fühlt ihr euch als Oberösterreichische Band im Posthofprogramm gut vertreten? Seit ihr der Meinung lokale Musik wird generell im Posthof gut gefördert ?
Martin: Prinzipiell schon. Gerade wenn man sich den Folder für Herbst anschaut – da sind schon sehr viele österreichische Bands vertreten. Und ich denke schon, dass der Posthof da grundsätzlich schaut, dass auch lokale Bands einen Platz finden. Aber wie schon gesagt – das Ahoi!Pop könnte ein paar mehr lokale Bands vertragen.

subtext.at: Manche Bands stopfen ziemlich viele Wörter in ihre Genre-Beschreibung, wo man den Großteil nicht so hundertprozentig zuordnen kann, wofür der Begriff steht. Ihr gebt ja selber an, dass ihr auch dem Indie-Dream-Pop verschrieben habt. Wofür steht bei euch das „Dream“?
Viktor: Dreampop ist ja auch eine offizielle Musikrichtung. Das haben wir jetzt nicht selbst erfunden. Der Charakter, der hinter dem Dreampop steckt ist, dass die Sounds sehr verhallt, sehr sphärisch sind, aber trotzdem nicht unbedingt melancholisch – also Dreampop kann durchaus auch fröhlich sein. Dreampop ist für uns eine melancholische Fröhlichkeit.

subtext.at: Ein Klassiker unter den Interviewfragen. Wie seit ihr zu euren Namen gekommen ?
Martin: Wir haben lange überlegt. Meiner Meinung nach wird ja ein Bandname überbewertet. Wir wollten jedoch unter keinen Umständen einen „The- Namen“. Irgendwann schwebte die Idee etwas mit „like“ zu machen im Raum. Das fanden wir sehr ansprechend. Dann kam noch das „elephants“ hinzu. Am Anfang war ich etwas skeptisch ob das mit den Elefanten so gut klappen würde, aber im Endeffekt sind wir dann zu dem Entschluss gekommen, dass es ganz gut klingt. Leicht auszusprechen und auch leicht zu merken.
Viktor: Außerdem sind Elefanten auch sehr coole Tiere.

subtext.at: Seit ihr schon auf Elefanten geritten?
Viktor: Ja.
Martin: Ich nicht.

subtext.at: Seid ihr der Meinung, dass man als Musiker oft automatisch eine Vorbildrolle vom Publikum zugeschrieben bekommt?
Manuel: Auf jeden Fall – für das ist die Bühne da.

subtext.at: Wie geht ihr persönlich damit um ?
Manuel: Kommt auf die Zielgruppe der jeweiligen Band an. Wenn ich unsere Zielgruppe jetzt einschätzen würde als Leute zwischen 14,16, 17 Plus, mehr weibliche als männliche Fans, dann glaub ich, dass die Vorbildrolle nicht so stark vertreten ist wie bei einer Punkband. Wo mehr jugendliche männliche Fans vorhanden sind.
Martin: Ich glaube, dass die Vorbildwirkung eher bei politischen Bands tragend wird. Da wir jetzt keine direkten politischen Statements auf der Bühne haben, denke ich nicht, dass wir so eine große Vorbildwirkung haben.

subtext.at: Passiert es euch teilweise, dass ihr angesprochen werdet auf der Straße?
Viktor: Selten aber doch, ich war jetzt die letzten Tage auch am Ahoi!Pop, und da wurde ich schon angesprochen ob ich nicht der von Like Elefants bin. Das freut natürlich.

subtext.at: Zum Abschluss – was steht in der nächsten Zeit so an?
Viktor: Wir werden wahrscheinlich jetzt dann bald anfangen, wieder an weiteren Sachen zu arbeiten, weil wir momentan darauf warten, dass das Vinyl produziert wird. Das dauert sehr lange. Deswegen kommt auch unser Album erst im April raus. Daun wird es eine große Österreich-Tour geben und eine Releaseshow-Tour. Wenn es nach uns geht sind wir auch im Sommer bei den Festivals vertreten. Seit neuestem sind wir auch bei einer kleinen Bookingagentur. Wir wollen einfach Musik machen.

Mehr Information findet ihr unter:

 

Nächster Live-Gig: 19.2.2016

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