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The Jon Spencer Blues Explosion: wo der Name Programm ist!

The Jon Spencer Blues Explosion: wo der Name Programm ist!

Jon Spencer – eigentlich sollte dieser Name für jeden, der sich auch nur halbwegs mit Musik beschäftigt, ein klingender Name sein. Der gebürtige Amerikaner ist eines der Aushängeschilder im Noise. Projekte wie Pussy Galore zeugen davon. Im neuen Jahrtausend ist er immer noch mit der „The Jon Spencer Blues Explosion“ auf Tournee – und bewies im Linzer Posthof, dass die Bezeichnung „Explosion“ hier durchaus musikalisch wörtlich genommen werden darf.

Support an diesem lauschigen Donnerstagabend gab es natürlich ebenfalls. Der war aus der Schweiz angereist und hörte auf den Namen „Roy & The Devil’s Motorcycle“. Die gehören per Selbstdefinition dem Genre „Psychedelic Punk Blues“ an, und sind musikalisch wirklich irgendwo in den 1970ern und 80ern hängen geblieben. Es rumpelt angenehm dahin, Abwechslung wird auch geboten – die ganz große Blues-Explosion war das dann aber nicht. Macht nix, die sollte noch folgen. Aufmunternder Applaus zum Schluss, als Support definitiv geeignet.

Danach muss man einen der wohl öftest verwendeten Standardsätze bemühen: wer The Jon Spencer Blues Explosion will, kriegt auch The Jon Spencer Blues Explosion. Dass der Herr Spencer ein paar Jahre bereits auf dem Bühnen-Buckel hatte, merkte man an keinem Augenblick des Abends. Energetisch wie eh und je feuert er das Publikum an, energetisch wie eh und je geben sich auch Judah Bauer und Russel Simms an den Instrumenten. Das Publikum dankt es – nicht nur bei Tracks der aktuellen Platte, „Freedom Tower“, die im vergangenen Jahr erschien. Und eines muss auch mal gesagt werden: endlich wird nicht nur mal die aktuelle Single-Auskopplung eines Artists abgefeiert, sondern ein ganzes Konzert. Neue Tracks wie „White Jesus“ werden genauso bejubelt wie alte Klassiker wie „Afro“. Stilistisch pendeln The Jon Spencer Blues Explosion zwischen Noise-Explosionen mit Funk-Intermezzos – Zwischenansagen bleiben auf die Wesentlichen „Come on!“-Rufe beschränkt. Punk-Wurzeln lassen sich aber auch anno 2016 nicht verleugnen. Ein gelungenes Konzert, vor einem überraschend gut gefüllten, und zurecht völlig begeisterten Saal!

Foto: Christoph Thorwartl

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Musikliebhaber. Vinyl-Nerd. Konzertfotograf. Biertrinker. Eigentlich Krankenschwester - wohl auch deshalb manchmal (zu) zynisch.

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