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OUTCAST: Auf Teufel komm raus

OUTCAST: Auf Teufel komm raus

Tod und Verderben. Viel Alkohol und der Antichrist in Personalunion. Blutrot geht die Sonne in „Outcast“, dem neuen Comic-Streich von Robert „The Walking Dead“ Kirkman, unter. Für die passende bildliche Untermalung dieser abendländischen, mythisch-religiösen Erzählung sorgt Paul Azaceta. Schaurig schön.

Eine Kleinstadt wird von Dämonen heimgesucht und scheinbar auch von Lucifer höchstpersönlich. Wenn der Mensch die Qual der Wahl hat, entscheidet er sich in den meisten Fällen für das Vertraute.So werden übernatürliche Begegnungen von den Bewohnern heruntergespielt und wie das so ist, ertränken die Erwachsenen ihre Hilflosigkeit in Alkohol. Das Thema um Schuld und Sühne variiert. Mit jedem Kapitel verdichtet sich die Spannung, erhöht sich die Gefahr für den unbeirrten Durchschnittstypen Kyle Barnes in West Virginia. Ist Alleingänger Kyle eine Art Medium? Weshalb wurden seine Mutter und auch seine Frau in der Vergangenheit von Besessenheit heimgesucht? Wird Kyle endgültig die Büchse der Pandora öffnen?

Cover

Mit „Outcast“ verneigt sich Kobert Kirkman vor Filmen wie „Der Exorzist“ von William Friedkins aus dem Jahr 1972. „Outcast“ ist ein Genrecomic, wie er im Buche steht. Ein Hexenkessel, der enorm unter Druck steht. Der 37-Jährige hat seine Lektionen nicht nur gelernt, sondern verinnerlicht. Schlecht ist das beileibe nicht. Trümpfe werden trocken ausgespielt. Er macht vor, wie Grusel funktioniert und Azaceta sorgt mit dicker Strichführung für eine Welt der Schatten, die gerne nebulös im Dickicht bleibt und verweilt. Es ist weiters erfreulich, dass der Horror in Verbindung zu den Familienmitgliedern entsteht, nicht einfach losgelöst auftaucht und das Nebenfiguren wie etwa Pastor Anderson, der gut und gern sein Glück im Glücksspiel versucht, nicht eindimensional dargestellt werden sondern facettenreich.

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Der Plan, ökonomischen Erfolg mittels Neufassungen von Genrewerken zu haben, scheint ein weiteres Mal aufzugehen, obwohl regelmäßig die Remakes an den Originalen misslingen. Diese Teufelsaustreibung kann jedenfalls beginnen. „Outcast“ läuft Anfang Juni 2016 als adaptierte TV-Serie auf dem Bezahlsender Cinemax (HBO) und auf FOX. Bislang sind zwei Bände des Comics auf Deutsch erhältlich, im August erscheint der dritte Band der Serie.

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cross-cult.de
cinemax.com/outcast
foxchannel.de/outcast

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