Wer für seinen Freitagabend noch auf der Suche nach einem hochkarätigen Konzert war, wurde im Posthof bestens bedient. Die Tiroler von Mother’s Cake besuchten die Stahlstadt und brachten mit ihrer Mischung aus Progressive Rock plus einer Prise Funk den Saal zum Kochen. Auch Intra, welche als Local Support mit dabei waren, standen den Headlinern in Nichts nach und sorgten für Begeisterung im Publikum. 

Zu etwas späteren Stunde als vom Posthof gewohnt begann der Konzertabend am Freitag. Um zirka 21:30 betrat die Linzer Band Intra die Bühne und eröffnete den Abend. Mit ihren harten Gitarren- und Basssounds gepaart mit den starken Vocals von Sängerin Bianca Ortner schafft sich Intra eine ganz eigene Klangkulisse und scheut auch nicht vor musikalischer Variation. Im Gepäck hatte die Band zahlreiche schnelle Rocknummern, sowie auch einige Balladen und eine erstmalige Songpremiere. Langweilig wurde einem bei diesem Auftritt bestimmt nicht: Intra brachten alles mit, was man von einer guten Band erwartet, ausdruckstarke Songs, Gitarrensolos zum Niederknien und eine sowohl zarte als auch kräftige und rockige Leadstimme. So viel Einsatz wurde am Ende des Konzertes mit einem langen Applaus seitens des Publikums belohnt.

Nachdem Intra es bereits geschafft hat, das Publikum in Stimmung zu bringen, setzten Mother’s Cake als zweites Bandtrio des Abends noch einen drauf. Mit ästhetischem Bühnenbild bestehend aus Kabeln und Glühbirnen, welche zu Bäumen zusammengebastelt waren, schufen die Tiroler ein ganz spezielles Ambiente für ihre ebenfalls spezielle Musik. Ihre Mischung aus Progressive Rock, Funk und Hardrock ist auf Platte schon interessant anzuhören, live wirkt dieser Mix jedoch noch um einiges authentischer und spannender. Das sieht auch das Publikum so und ist bereits ab dem ersten Song fleißig am Tanzen und Headbangen.

Mother’s Cake veröffentlichten im Jänner ihr drittes Studioalbum „No Rhyme, no Reason“, dementsprechend waren viele Songs des neuen Albums in ihrer Performance vertreten, wie beispielsweise „The Killer“ oder „Black Roses“, bei welchem das Publikum lauthals mitsang. Alte Klassiker wie beispielsweise „Runaway“ wurden jedoch auch nicht ausgelassen und ergaben so ein stimmiges Gesamtbild quer durch die musikalische Geschichte der Band. Sänger Yves Krismer zog mit seiner schrägen, aber sympathischen Art in seinen Bann und interagierte ausgelassen mit dem Publikum, sei es um einen Fan auf die Bühne zu holen, um sich einen Schluck Bier zu gönnen, oder um sich einen Hut als hübsches Bühnen-Accessoire zu borgen. Dass die Band mit Herz und Seele bei der Sache war, konnte man selbst aus den hintersten Reihen erkennen, die Performance war erfrischend, authentisch, spaßig und musikalisch von höchster Qualität.

Auch die Zugabe wurde ganz in Hardrock-Manier durch „kreatives Herumspringen“ auf der am Boden liegenden Gitarre von Yves Krismer eingeleitet. Nach zwei weiteren Liedern fand das Konzert dann kurz vor Mitternacht leider doch ein Ende.

Nicht umsonst zählt Mother’s Cake zu einer der besten Bands, die die österreichische Musiklandschaft momentan zu bieten hat, das bewies das Konzert am Freitag in vollem Maße. In puncto Qualität und Originalität kann sich hier so mancher Musikerkollege eine große Scheibe abschneiden. Danke Mother’s Cake, wir hoffen auf ein baldiges Wiedersehen in der Stahlstadt!

Fotos: © Marjan Milic

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