“Stay a while and listen!“ – dieses Zitat von Diablo III’s Deckard Cain mussten sich viele Fans des Diablo Franchises in den letzten Jahren zu Herzen nehmen, erschien doch zuletzt mit der ersten und bisher einzigen Erweiterung Reaper of Souls im März 2014 die letzte, große Contenterweiterung. Heute, am 28. Juni 2017, war es endlich soweit: der erste, große DLC in der Geschichte von Diablo III hat es auf die europäischen Live Server geschafft! Wir haben uns natürlich gleich in die Leichenberge gestürzt, und das Vergnügen für euch getestet!


Wir müssen ehrlichweise zugeben, niemand in der Redaktion hatte sich ursprünglich einen DLC für Diablo III gewünscht. Alle hatten wir doch bei der letztjährigen Blizzcon 2016 auf eine Ankündigung zu Diablo IV gehofft, oder auf ein großes neues Addon, welches das geliebte Spiel um weiteren Content erweitert. Geboten wurde uns jedoch eine neue Klasse, neue Gebiete und neue kosmetische Items in Form eines DLCs. Die Skepsis war groß: reicht ein kleiner DLC um das Spiel am Laufen zu halten?


Diablo III – Rise of the Necromancer
Publisher: Blizzard Entertainment
Entwickler: Blizzard Entertainment
Plattformen: PC , Playstation 4, XBOX One
Metacritic-Score: 87% (Reaper of Souls)
Preis: 14,99€

Der endlose Kampf zwischen Gut und Böse -das Diablo Franchise

Für diejenigen unter euch, denen Diablo kein geläufiger Begriff sein sollte: Es handelt sich hierbei um ein Rollenspiel, welches sowohl Actionelemente, als auch zahlreiche Hack’n’Slay Aspekte vereint. Diablo III ist hierbei der mittlerweile dritte Ableger des Franchises aus dem Hause Blizzard Entertainment, und erschien bereits im Jahre 2012. Dennoch hat Diablo immer noch Millionen Anhänger weltweit!

Der Spielcharakter betritt hier stets die von Engeln geschaffene Welt Sankturio, und tritt in die Stufen der sogenannten Nephalems – der ersten Menschen die Sankturio betreten haben, welche die körperliche Verbindung zwischen Gut und Böse darstellen. Er hat hierbei die Wahl zwischen diversen Klassen mit einzigartigen Fähigkeiten, und es ist ihm bestimmt, die Engel, welche Sankturio eins schufen, im ewig währenden Kampf gegen ihre Widersacher – die Dämonen der brennenden Höllen – zu unterstützen.

No one can stop death… – die aktuelle Story

In der aktuellsten Erweiterung Diablo III – Reaper of Souls befinden wir uns an einem sehr dunklen Punkt in der Geschichte Sankturios. Die Engel, welche Sankturio schufen, wachten einst stets wachsam als der Hohe Rat über das Schicksal der Nephalem. In Diablo III gelang es den Menschen jedoch erstmals, die Inkarnation des puren Übels und Namensgeber der Serie zubezwingen: Diablo, das größte Übel. Dies hat jedoch ein noch viel größeres Verderben über die Menschheit gebracht. Malthael – ehemals Aspekt der Weisheit und Anführer des hohen Rates – war davon besessen, jegliche Dämonen zu vernichten. Die Nephalem wurden jedoch einst als Brücke der beiden Welten geschaffen – und tragen sowohl eine heilige, als auch eine verdorbene, dämonische Seite in sich. Als somit letzte Überreste der Dämonenabstammung hat Malthael sich deswegen nun als Ziel gesetzt, alle Nephalem – und somit alles gebliebene Böse – zu vernichten.

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Malthael – der Aspekt des Todes

Denn Tod ist erst der Anfang! – die Entstehung der Necromancer

Nun ist es endlich soweit: die bisher sechs Klassen werden endlich um eine siebte Klasse ergänzt! Diese ist jedoch nicht komplett neu erfunden worden, sondern basiert auf dem Vorgänger Diablo 2 – auch dort gab es bereits die Klasse des Necromancers. Angekündigt wurde der DLC erstmals auf der Blizzcon 2016, als Highlight für das 20-jährige Jubiläum des Diablo Franchises, und nun schafft es der lang erwartete DLC endlich auf die heimischen Konsolen!

Die Necromancer – zu deutsch: Totenbeschwörer – waren einst ausgebildete Priester, die die Lehren des Gleichgewichtes zwischen Gut und Böse – Leben und Tod – für ihre Kraft einsetzten. Als schließlich jedoch die Dämonen der brennenden Hölle große Finsternis über das Reich Sankturios brachten, waren sie gezwungen zu handeln. Sie nutzten ihre Kraft als Macht über den Tod, und verliehen so denen Leben, denen es davor nicht mehr vergönnt war. Ihr Ziel war es, den von den Dämonen gebrachten Tod zu besiegen, und die Finsternis aufzuhalten. Von Außenstehenden wurden sie deswegen oft als Totenbeschwörer bezeichnet, und aufgrund ihrer Meisterschaft der dunklen Künste oft missverstanden. Davon angetrieben, die Balance des Lebens um jeden Preis zu bewahren, sehen die Necromancer jedoch weder Gut noch Böse in ihren Handlungen. Sie dienen lediglich dem Kreislauf des Lebens.

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Der Tod verleiht dem Necromancer Macht!

Die Fähigkeiten des Necromancer sind in diverse Kategorien eingeteilt – wir haben natürlich auch jeweils ein markantes Beispiel für euch:

  • Passive Fertigkeiten:
            Life From Death: Das Verbrauchen einer Leiche hat eine 20% Chance eine Lebenskugel zu hinterlassen. Eure Rüstung wird um 10% pro Leiche erhöht.
  • Blut und Knochen:
            Simulacrum: Erschafft ein Simulacrum aus Blut. Würdet ihr sterben während ein Simulacrum aktiv ist,  wird dieses stattdessen zerstört und ihr vollständig geheilt.
  • Reanimation:
            Armee der Toten: Lasst eine Armee von Skeletten auferstehen, die den Zielort angreifen. Die Skelette fügen allen Gegnern im Umkreis 3000% Waffenschaden zu.
  • Flüche:
            Gebrechlichkeit: Ein verkrüppelnder Fluch, der Gegner mit weniger als 15% ihres maximalen Lebens tötet. Hält 30 Sekunden lang an.
  • Leichen:
            Reanimieren: Visiert einen Bereich an und reanimiert in einem Umkreis von 20 Metern bis zu 10 Leichen.
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Die passiven Talente – und unten rechts: die Essenzkugel – eure zweite Ressource!

Die Fähigkeiten zeigen bereits gut einen ersten Eindruck wie der Necromancer gespielt wird. Man muss hierbei stets von seinem eigenen Leben bezahlen, möchte man seine Armee verstärken oder Zauber wirken – wie zum Beispiel bei dem Simulacrum. Dies stellt die erste Ressource der Klasse dar. Weiteres kann man Leichen zu seinem Vorteil nutzen, und aus ihnen schier unendliche Macht schöpfen, und so seine Essenz – die zweite Ressource des Necromancer – wieder aufladen. Alle weiteren Fähigkeiten sind natürlich auf der offiziellen Diablo III Website oder direkt im Spiel zu finden und nachzulesen.

Wie auch jede andere Klasse in Diablo III ist auch das Ziel der Necromancer ein Klassenset zu vervollständigen. Jedes Set hat dabei ein eigenes Thema, welches stets an die Grundprinzipien der Klasse angelehnt ist: Die Macht über Tod, Blut und Knochen. Die Sets bringen wieder unheimliche starke Verbesserungen, und können natürlich auch teilweise kombiniert werden. Es gibt hier Sets mit nur zwei Setteilen (Waffe und Offhand), und auch typische Rüstungssets mit bis zu sechs Setteilen. Als Waffen werden dem Necromancer Sensen – sowohl einhändig als auch zweihändig – und Phylakterien zur Verfügung gestellt, aus welchen er seine Macht schöpfen kann.

Wie auch die Sets der anderen Klassen ermöglichen sie eine freie Spielweise nach Wahl – sprich man kann sich so durchaus entscheiden ob man den Necromaner als Meele oder Range, Solo oder mit der Unterstützung von Pets spielen möchte.

Bisher wurden von Blizzard für den Necromancer vier Sets vorgestellt – drei davon seht ihr hier:

D3 Sets

Erste Sets des Necromancers

Die Geschichte Sankturios geht weiter – der Patch 2.6.0

Wichtig ist anzumerken, dass der DLC zwar die neue Klasse und neue Items – später dazu mehr – zwar kostenpflichtig ist, der große neue Inhaltspatch 2.6.0 jedoch für alle gratis am 28. Juni downloadbar ist. Hier muss man lediglich im Besitz der Erweiterung Reaper of Souls sein, die wie bereits angesprochen ja bereits vor einigen Jahren erschien.

Der Patch bringt einige neue Inhalte mit sich, unter anderem neue Gebiete wie „Das Schleiermoor“, eine neue Mechanik namens Schicksalssphären, und auch neue Herausforderungsportale. Bei diesen bekommt man einen zufälligen Charakter mit zufälligem Klassenset zugewiesen, und muss ein Nephalemportal der Stufe seiner Wahl innerhalb einer bestimmten Zeit abschließen.

Von Flügeln und Haustieren – der komplette Inhalt des DLCs

Abgesehen von der neuen Klasse bietet das neue Inhaltspack auch noch einiges an zusätzlichen Features:

  • Nichtkämpfender Gefährte (Pet)
  • ein neues paar kosmetischer Flügel zur Charakterverzierung
  • Bannerform, Siegel und Verzierung im Totenbeschwörer-Stil
  • Totenbeschwörer-Porträtrahmen
  • thematisch passende Flagge
  • Zwei zusätzliche Charakterplätze
  • Zwei zusätzliche Beutetruhenfächer

Wichtig ist hierbei anzumerken, dass die zwei zusätzlichen Beutetruhenfächer exklusiv für den PC vorgesehen sind. Auf der Konsole bekommt man diese leider nicht, dies ist durchaus eine Enttäuschung für alle PS4 oder Xbox One Besitzer – ist die grundsätzliche Truhe doch schon nach nur einem Charakter meist zum Bersten voll. Warum Blizzard so entschieden hat, konnten wir uns in der Redaktion gar nicht erklären, zahlen doch alle Konsumenten den gleichen Preis, unabhängig von der Plattform.

D3 DLC Inhalt

Rise of the Necromancer – der Inhalt des DLCs

Ist der Tod sein Geld wert? – das Fazit

Pro:

  • sehr gut ausgearbeitete Neuauflage der Totenbeschwörer-Klasse
  • viele zusätzliche kosmetische Items in dem DLC
  • Preis niedrig für eine komplette neue Klasse
  • viel Nostalgie da die Klasse bereits in Diablo II vertreten war

Contra:

  • Nicht 100% vollwertiger DLC auf der Konsole (keine Truhenfächer)
  • Gebiete auch ohne DLC spielbar

Der Necromancer macht wirklich viel Spaß, und  bietet ein völlig anderes Spielerlebnis als die restlichen Klassen. Gleichzeitig erinnert er aber immer noch an seine ursprüngliche Version von Diablo II. Blizzard hat hier also wirklich einen guten Job gemacht.

Wir in der Redaktion können euch – solltet ihr bereits Diablo III Fan sein – das Packet nur ans Herz legen. In unseren Augen sind 14.99€ für die neue Klasse absolut gerechtfertig – speziell wenn man bedenkt dass man seit dem Erscheinen der Erweiterung Reaper of Souls nie mehr zur Kasse gebeten wurde, und das Spiel dennoch stets mit Inhaltspatches versehen wird.  Da die neuen Gebiete auch ohne DLC spielbar sind, ist dies finden wir ein fairer Mittelweg um das Spiel und die Server weiterhin zu finanzieren.

 

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