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Stefan Leonhardsberger: Rauhnacht

Stefan Leonhardsberger: Rauhnacht

Heimspiel für Stefan Leonhardsberger! Ausverkauft, wie bereits der Posthof in Linz und mittlerweile fast jeder Termin des neuen Programms war auch der Salzhof in Freistadt am Dienstagabend. Stefan Leonhardsberger und Martin Schmid begeisterten eben seit längerer Zeit mit „Da Billi Jean is ned mei Bua“ auf den Bühnen in ganz Österreich und auch Teilen von Deutschland. Besser gesagt Bayern und dort, wo man einen gebürtigen Mühlviertler noch versteht.

Viele haben die Beiden mittlerweile wohl nicht nur einmal gesehen und genau deshalb ist die Freude über ein neues Programm und der Andrang auf die Karten dementsprechend groß. Assozierte man mit „Da Billi Jean is ned mei Bua“ in der Vergangenheit noch eine Band, die Welthits, die jeder kennt, mit lustigen Mühlviertler Texten austattete. Dazu einen Stefan Leonhardsberger, der mit großartigen Tanzmoves und Mimik und Gestik einen Konzertabend zum Lachen und Tanzen machte.

Dagegen erweitert das neue Programm „Rauhnacht“ diesen Gedanken in einer ganz neuen Richtung. Aus einer tollen, lustigen Band werden zwei Künstler, Schauspieler und Kabarettisten, wie man sie schon lange nicht mehr in Österreich gesehen hat. Wer von „Rauhnacht“ einen Konzertabend erwartete, wird zwar entäuscht, traurig wird aber auf keinen Fall jemand nach Hause gehen.

Wie Redaktionskollege Andreas Wörister schon berichtete, ist das neue Programm eine Art Kabaretttheater, das eine typische Mühlviertler Geschichte über die sogenannten „Rauhnächte“ erzählt, die mit dem von Österreichern so geliebten makaberen, schwarzen Humor besticht. Auch die neue Regierung und „Sternenleserin“ Gerda Rodgers bekommen dabei etwas Ihr Fett ab, übel werden es den beiden aber wohl nur die wenigsten nehmen.

Stefan Leonhardsberger spielt dabei, übers gesamte Stück verteilt, über zehn verschiedene Charaktere in bestechender Manier, sodass man eigentlich nie die Frage stellt:“ Wer soll jetzt das sein?“. Martin Schmid begleitet ihn dabei an der Gitarre und stellt alle möglichen Alltagsgeräusche nach. Das ganze machen die beiden dabei so gut, dass man ohne Bühneszene alleine nur durch die eigene Vorstellungskraft ein Bild eines Mühlviertler „Kaffs“ bekommt.

Zusammenfassend kann man sagen: Stefan Leonhardsberger überzeugt auf ganzer Linie als Schauspieler, Sänger und Kabarettist. Und Martin Schmid als Musiker, vorallem an der Gitarre, und Geräuschenachsteller, sei es per Stimme, Gitarre, Schlagwerk oder jeglichen „Dingen“, die er mit hat. Man lehnt sich also wohl nicht zu weit aus dem Fenster, wenn man den beiden noch eine große Zukunft in der heimischen Kunst- und Kulturszene vorraussagt. Sei es nun als Musiker, Sänger, Kabarettist, Schauspieler oder was auch immer den beiden noch in den Sinn kommt. Der Salzhof Freistadt bedankte sich jedenfalls mit einer gut fünf minütigen stehenden Ovationen ausgiebig. Abschließend möchte ich auch noch “ A guads neichs vo meiner Seit, oiso vo uns olle da Subtextredaktion, wünschn“.

„Rauhnacht“ ist ein Stück von Stefan Leonhardsberger, Martin Schmid und dem Autor Paul Klambauer, die auch gemeinsam schon für „Da Billi Jean is ned mei Bua“ verantwortlich waren. Weitere Termine und Infos hier!

Foto: Lisa Leeb

 

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Musikalischer-Wannabe-Bukowski

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