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HOLLYWOOD UNDEAD: Gelungener Schnittwoch

„Hard party music straight outta California“ war die Kost, mit welcher man vergangenen Mittwoch im Posthof versorgt wurde. Hollywood Undead waren mit ihrem neuen Album „Five“ zu Gast in Linz und brachten den ausverkauften Saal zum Schwitzen, indem sie die Highlights ihrer Diskographie zum Besten gaben. Mit von der Partie waren die Briten Astroid Boys. 

Der Abend wurde pünktlich um 20:00 Uhr von Astroid Boys eröffnet. Die Band aus Wales passt zumindest genremäßig gut zum gestrigen Headliner, auch sie kombinierten Rap mit harten Rock und Hardcore-Instrumentalparts. Was bei Hollywood Undead jedoch gut funktioniert und wie aus einem Guss wirkt, war bei Astroid Boys eher das willkürliche Zusammenmischen zweier Genres, die auf diese Art und Weise leider nicht funktionieren. In puncto Rap-Fähigkeiten hatten die Jungs eh einiges zu bieten, aber zusammen mit dem harten und großteils unharmonischen Instrumentalsound als Beigabe ergab ihre Musik ein Gesamtkonzept, welches so gar nicht zusammenpassen wollte. Die Band war dennoch bemüht, dem Saal genügend Motivation für den Headliner mitzugeben und schaffte es gegen Ende auch, einige aus dem Publikum zum Mitmachen zu animieren.

Was es bei der Vorband zu bemängeln gab, machte Hollywood Undead gleich bei ihrem Auftakt sofort wieder wett. Mit „Whatever it takes“ marschierten sie hinter einem Vorhang, der vom Bandlogo geziert wurde, auf und gaben gleich bei dessen Fall das Programm des heutigen Abends vor: die Zeichen standen auf Party und eine Show zum Einheizen. Diesem starken Auftakt folgte mit „Undead“ gleich die erste Nummer, bei der auch gesanglicher Einsatz vom Publikum gefordert wurde, und schon begann sich die Masse zu regen. Ähnlich stark ging der Auftritt weiter, Hollywood Undead zeigten sich von ihrer gewohnten Seite und performten Nummern quer durch ihre Diskographie, allem voran die Songs auf dem aktuellem Album „Five“. Bühnentechnisch wurde auch nicht gespart, beleuchtete Palmen und ein riesiger Schriftzug brachten den Hollywood-Flair in den Posthof und Flammenwerfer sorgten für die Hitze zwischendurch. Untermalt wurde die Performance von tiefen und kindischen Witzen und Spielereien seitens der Band, die im Kontext des Abends aber immer für einen Lacher gut waren. Hollywood Undead versteht sich als Partyband und weiß auch, dies deutlich zu zeigen. Ich tat mir schwer, während ihrer eineinhalbstündigen Performance ruhig zu stehen, sorgten doch die Show und allem voran die Songs der Band für ausgelassene Stimmung, die beinahe der Lage auf einem Festival gleichzusetzen war, sei es bei Partynummern wie „War Child“ oder bei ihrem happy-Suicide-Song „Bullet“. Gerade die hinteren Reihen waren hiervon aber dennoch nicht beeindruckt und blieben das ganze Konzert über relativ reglos stehen und lauschten dem Geschehen, da half auch kein „Tainted Love“ Cover sowie eine Bon Jovi-Einlage seitens der Band.

Alles in allem zeigten Hollywood Undead mit ihrer Show, dass sie das halten was sie versprechen, nämlich ein gehöriger Stimmungsmacher zu sein. Schon lange nicht mehr hat eine Band dem Posthof so eingeheizt, und so war nach eineinhalb Stunden und  einer kurzen Zugabe, die natürlich auch ihren Klassiker „Everywhere I go“ beinhaltete, wohl jeder Konzertbesucher und Fan zufriedengestellt und verließ durchschwitzt den Saal. Bei so viel Spaß wird auch das Playback der gesungenen Vocals gerne verziehen.

Fotos: Christoph Thorwartl

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Musikliebhaberin | Konzert- und Festivaljunkie | Mediendesigner | Catlady

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