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KVELERTAK: Kraftvoller Start ins Wochenende

Geballte Soundgewalt aus Norwegen gab es gestern im Posthof zu hören. Kvelertak touren momentan als Supportact von Metallica durch Europa. Die Band lässt es sich aber dennoch nicht nehmen, im Rahmen ihrer Frühlingstour 2018 auch einige kleine Clubshows zwischenzuschieben, und so beehrten uns die Herren aus Norwegen neben einer Soloshow in Dornbirn auch in der Stahlstadt und zeigten, dass sie ein gebührender Headliner sind, der die Musik im Blut hat. 

Dieses Wochenende startete hart im Posthof: neben Kverlertak im großen Saal gastierte diesen Freitag auch Eskimo Callboy als etablierte Party-Core Band im Posthof. Letztere konnten den Vorverkauf dermaßen ankurbeln, dass prompt die Säle getauscht wurden und Kverlertak nun den mittleren Saal im Posthof füllte. Der Stimmung tat dies jedoch nichts zuleide und die Band gab sich wie man es von ihr erwartete: kraftvoll, laut und gewaltig. Als Fan beider Bands kann ich mit ruhigem Gewissen sagen, dass wohl einige Zuschauer im großen Saal, die ebenfalls beide Bands für sich entdeckt haben, definitiv etwas versäumt haben, denn bei Kverlertak fand die Party in der von ihnen gewohnten Härte statt.

Gegen 20:00 Uhr startete der Abend mit dem Supportact SIBIIR, einer Band aus Oslo, die gleich wie der Headliner des Abends mit Vielschichtigkeit überzeugen konnte. Als „Post metallic blackened Hardcore“ betitelt die Band selbst ihr Musikgenre und genau dies war auch das, was der Zuschauer geboten bekam. Die ersten Nummern waren stark Black-Metal-lastig und gaben dem Publikum den Ton für den heutigen Abend vor. Im Laufe des Konzertes bekam man aber mehr und mehr die starke Orientierung der Band am Hardcore zu hören und so schaffte es SIBIIR, einen würdigen Start des heutigen Abends hinzulegen. Aufgewärmt war man nach diesem Konzert auf jeden Fall gut.

Guter Start in den Abend – SIBIIR

Noch um einiges stärker ging es dann nach einer kurzen Pause weiter, als Kvelertak die Bühne betrat und mit „Åpenbaring“ ihr Konzert eröffnete. Der Aufmarsch der Band war mystisch, Sänger Erlend Hjelvik betrat mit einer Eule mit leuchtenden Augen als Kopfschmuck samt Band in dämmrigen Bühnenlicht den Saal und zog die Halle in seinen Bann. Dass der Begriff „Kvelertak“ zu Deutsch „Würgegriff“ bedeutet, spiegelt sich in der Musik der Band wieder. Kvelertak fegten durch ihr Set und nahmen das Publikum von den ersten Klängen an vollends mit und spätestens bei Klassikern wie „“Kvelertak“, „Bruane Brenn“, und „Blodtørst“ schaffte es niemand mehr, still zu stehen.

Wer noch einmal behauptet, Hardcore Punk, Stoner Rock, Rock’n’Roll und Heavy sowie Black Metal seien unvereinbare Genres, der möge sich bitte Kverlertak live zu Gemüte führen. In jedem ihrer Lieder vereint die Band diverse Elemente verschiedener Musikgenres und erschafft somit einen kraftvollen Song nach dem anderen, der einem einfach mitreißt. Es gibt wohl kaum jemanden, der nach dieser Show samt vier Zugaben nicht mit zufriedener Miene den Saal verließ. Einen musikalischen „Würgegriff“ dieser Art darf es in Linz ruhig des Öfteren geben.

Fotos: Andreas Wörister (Facebook Page / Homepage )

 

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Musikliebhaberin | Konzert- und Festivaljunkie | Mediendesigner | Catlady

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