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Der Mensch dürfe sein, wer er will – So lautet das Credo des Stückes „Role model“. Sechs Persönlichkeiten bewegen sich dabei zwischen Individualität, Diversität und Zusammenhalt. Schnell und energievoll, aber auch langsam und nachdenklich.

Sechs Tänzerinnen (Anne Fay Kops, Debbie Ruijter, Deschny Rogers, Djinti Sullivan, Lucinda Wessel, Tamara Robledo Oud) präsentieren sich mal furchtlos, mal unsicher, mal stürmisch, mal weich. Mit Hip-Hop, House, Rap und Balladen wird das Leben in all seinen Facetten gefeiert, Inhalt sind unter anderem Äußerlichkeiten wie der Körperbau und die regionale Herkunft. Dabei wird auf Niederländisch (vereinzelt auch auf Deutsch oder Englisch, mit deutschen Untertiteln) etwa angesprochen, dass Menschen vielfältig sind und daher nicht auf ein Merkmal reduziert werden können.

„Now that the patriarchy, with Trump on the frontline, is showing itself from its worst side, it’s high time for a countermovement. I’m not fighting against the man, I’m fighting FOR female power“, meint Regisseurin Nicole Beutler zu ihrem Stück. Gezeigt wird diese Auseinandersetzung beispielsweise mit Monologen über sich selbst und schnellen Bewegungen bis hin zu Slow Motion. Für Unterhaltung sorgt z.B. die Szene, in der die Tänzerinnen in einem Wettlauf gegeneinander antreten. Obwohl das Heitere bei den Besucher*innen wirkt, indem viel gelacht wird, trifft das auf den ernsten Part nicht zu. Die nächsten fröhlichen Szenen und Bewegungen folgen sofort. Zu dem Gute-Laune-Charakter von Role model tragen darüber hinaus die Musik von Gary Shepherd (DJ Streamer) und die Kostüme von Jessica Helbach, die gegen Ende hin häufig gewechselt werden, bei. Partymusik trifft auf bunte Kleider, Glitzerunterhose und Co.

Seinen Abschluss findet das Werk in einer gemeinsamen Feier mit den Besucher*innen, die auf die Bühne geholt werden und zum Teil auch Tanzeinlagen zum Besten geben. Role model ist zwar mitreißend und unterhaltsam, weist aber dramaturgische Schwächen auf. So erschließt sich der Titel nicht sofort und das Erzählte entfaltet seine Wirkung nur bedingt. Zusammengefasst wird gefeiert, aber der Anlass ist dabei nicht immer klar.

Foto: Florian Voggeneder, photo.vog

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Katharina ist Soziologin und Sozialforscherin (P und P Sozialforschung). Darüber hinaus ist sie regelmäßig journalistisch tätig, z.B. in Form von Praktika (Radio Oberösterreich, Neues Volksblatt,...) oder freier Mitarbeit bei Redaktionen. Sie beschäftigt sich vor allem mit gesellschaftlichen und kulturellen Themen.

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