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Austropop transformiert ins Jahr 2019 – ja, das funktioniert. Besser denn je anscheinend, wenn man bedenkt, dass Tickets für die Show der Band Edmund am Freitagabend im Linzer Posthof begehrter waren als Krügerl beim Heurigen. Ein Abend, den die gut 1200 Fans sicher noch länger in Erinnerung behalten werden. 

Freitagabend, der Linzer Posthof restlos ausverkauft. Und das, obwohl man eh schon in den größeren Saal hochverlegt hat. Denn Edmund beweisen mit ihrer Debutplatte „Freindschoft“ (für alle deutschen Freunde: Freundschaft), dass Austropop 2019 noch nicht tot ist. Zumindest angesichts der Ekstase, die sich währen dem gut 75 Minuten lang dauernden Set einstellen sollte.

Aber der Reihe nach. Den Abend eröffnen durfte Pendl. So heißt die Band, so heißt auch der Hauptprotagonist. Wolfgang Pendl hat seine Wurzeln eher im Rock geschlagen, und geht erst seit Kurzem in die Austro-Dialekt-Richtung. „Loss di ned so foin“ heißt die wohl bekannteste Single-Auskopplung seines derzeitigen Schaffens, was sich auch am Bekanntheitsgrad im Publikum nachweisen ließ. Ganz leugnen kann Pendl seine Wurzeln auch im neuen Projekt nicht – zu gefallen weiß das allerdings durchaus. Vor allem dann, wenn man bedenkt, wie schwierig es ist, zu eröffnen, wenn alle Besucher die Liedtexte des Headliners auswendig kennen.

Denn Edmunds Platte „Freindschoft“ hat hierzulande eingeschlagen wie die sprichwörtliche Bombe. Roman Messner und Markus Kadensky samt eingespielter Band (auch kein Wunder, wenn man Shows quasi im Akkord abspult) geben sich auf der Bühne abgebrüht und wissen nicht seit Freitag, wie man das Publikum in eine Konzert gewordene Zeremonie einbindet. Apropos Publikum: das hängt zwar an den Lippen der Musiker, singt lautstark mit, muss aber immer wieder aufs Neue abgeholt werden. Eine Aufgabe, die Edmund bravourös meistern, und Songs wie „Büdl an da Wand“, „Lebmsgfüh“ und das wohl an diesem Abend beste „Gib ned auf“ funktionieren. Auch den einen oder anderen Vorgeschmack auf kommendes liefern Edmund, auch wenn da bei der Auswahl des Songtitels wohl noch etwas Optimierungsbedarf bestehen dürfte. Ein Abend für Prinzessinen und Gin Tonic-Trinkern, die die „Freindschoft“ mehr als nur gefestigt haben dürfte, und wo jeder glücklich nach Hause (oder zur weiteren Abendgestaltung) entlassen wurde. Man darf gespannt auf die Open Air Show im nächsten Jahr gemeinsam mit Folkshilfe an der Donaulände sein!

Fotos: Christoph Thorwartl

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Musikliebhaber. Vinyl-Nerd. Konzertfotograf. Biertrinker. Eishockeyfan. Eigentlich Krankenschwester - wohl auch deshalb manchmal (zu) zynisch.

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