Ten to 16: Furchtlose Hörer gesucht

Mit Fearless lässt die Wiener Partie Ten to 16 am 12. April ihr neues Album auf den heimischen Musikmarkt los und feiert dies sogleich mit einem Live-Gig in Wien. subtext.at hat sich Album vorab ein- bzw. mehrmals vorgenommen, um endlich herauszufinden, wie sich denn SophRock so anhört. Das Fazit: Es wird wohl nicht meine Lieblingsmusikrichtung werden.

Gleich einmal zu Beginn – bevor man mich mal mindestens unsympathisch findet – sei Folgendes gesagt: Ich liebe Musik. Von und mit ganzem Herzen. Aus diesem Grund habe ich wirklich sehr großen Respekt vor all jenen, die Musik machen können. Und neidisch bin ich auf diese Menschengattung sowieso. Aber natürlich kann einem nicht wirklich alles gefallen, was die in Frage stehende Menschengattung hervorbringt. Mit allergrößtem Bedauern muss ich zugeben, dass hierzu auch die künstlerischen Auswüchse der aus Wien stammenden Band Ten to 16 gehören.

Das mit dem Bedauern ist keine Floskel. Das ist wirklich ernst gemeint. Denn man merkt beim Durchhören von Fearless ganz deutlich, dass die drei Herren und die Dame der Band wirklich viel Herzblut, Schweiß und auch wahrscheinlich sämtliche andere (metaphorische) Körperflüssigkeiten in jedes einzelne Lied gesteckt haben. Das ist nicht einfach 0815-hirnlos Musik. Nein. Die haben sich wirklich viel dabei gedacht. Und sich bei der Umsetzung auch sehr viel Mühe gegeben. Mindestens genauso viel Mühe habe ich mir deswegen auch gegeben das Endprodukt aus Herzblut, Schweiß und progressiven musikalischen Ansätzen zu mögen. Doch irgendwie stieß Fearless bei mir zwar nicht auf taube, aber auf eher unwillige Ohren.

Dabei könnte ich nicht einmal genau sagen, woran es liegt. Denn alle Bandmitglieder wissen, was sie tun. Und wie sie mit ihren jeweiligen Instrumenten umzugehen haben. Vor allem der Bassist hat es mir mit seinen teils funkygen, teils slappigen Einlagen echt sehr angetan. Auch Sängerin Sophie hat eine Stimme, die – vor allem wenn man in meiner Haut steckt – beneidenswert ist. Trotzdem passt das alles irgendwie nicht so unbedingt ganz zusammen. Irgendwo zwickt es. Wahrscheinlich im Schritt. Und in den Gehörgängen.

Musikalisch hört man sehr deutlich die progressiv-metallige Vergangenheit der Gründungsmitglieder, den TomToms (beide hören auf den Namen Thomas, Anm. d. Red.), heraus. Einer dieser Toms – und zwar derjenige, der am Schlagzeug trommelt – ist auch für die äußerst kritischen Texte verantwortlich. Diese Wortkreationen sind wahrscheinlich nicht nur der Hauptgrund dafür, dass die Band ihren eigenen Musikstil als SophRock (= sophisticated Rock) bezeichnet, sondern auch dafür, warum meine „Bitte-lass-es-mich-gut-finden-Mühen“ dann schließlich und endlich doch den Bach runter gegangen sind:

Es ist wirklich schön und gut und vor allem notwendig auf soziale Missstände, Ungerechtigkeiten und sonstige Dinge auf unserer Welt, die wirklich zum Kotzen sind, aufmerksam zu machen. Das haben sich Ten to 16 sehr zu Herzen genommen und zuerst auf Papier und dann auf Platte gebracht. Man möge mich echt nicht falsch verstehen, aber man kann das auch übertreiben. Dass dem so ist, hat man mit Fearless leider (un-)eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Mal davon abgesehen, verliert die Musik durch die englischsprachigen Lyrics an Authentizität. Ich persönlich würde mich fast zu der Aussage verlaufen, dass der Band Texte in der Muttersprache oder gar im Dialekt um einiges besser stehen würden. Dann würde es wahrscheinlich nicht mehr ganz so zwicken. Weder im Schritt, noch in den Gehörgängen.

So. Damit hat das ganze Herumgemotze ein Ende. Jetzt kann man mich höchstoffiziell unsympathisch finden. Mindestens.

Fast Facts:
– Ten to 16 – Fearless
erscheint am: 12.4.2013
Anspieltipp: Living Dad
live: CD-Release Party am 12.4.2013 im Replugged, Wien
Web: www.tento16.com

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geschrieben von

Musik-Enthusiastin. Medien-Fanatikerin. Hobby-Bloggerin. subtext-erin. Exil-Steirerin. Und absolut verwirrt.

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