JOSH KUMRA: Auf der sicheren Seite

Popmusik im Gefühlskorsett, die für mehr als eine sympathische halbe Stunde sorgt, vorgetragen von Josh Kumra, einem unprätentiösen und genügsamen Songwriter aus Großbritannien, der nur spielen will. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Junge Sänger wie ihn gibt es in jeder Stadt, bestimmt auch in deiner. Sie besitzen eine Gitarre, eine passable Stimme und schreiben Songs mit, nun ja, viel Gefühl. Das Ziel lautet: Erfolg. Der Weg dorthin: Geradlinig. Der Haken: Diese Schablone haben bereits zu viele Musiker und Popstars in spe verwendet. James Morrison, meine erste Assoziation, hat eine Zeit lang in dieselbe Kerbe geschlagen und ist damit relativ gut gefahren.

Gleich im ersten Song, der Vorgeschmacks-Single „The Answer“, schmilzt Kumra mit seinem jungenhaften Tenor sehnsüchtig dahin. Mit „Reckless Love“ legt der Jungspund noch einen drauf. Amerikanischer wird es dann in „Find My Way Home“, uriger in „Waiting For You“, balladiger in „Brave Face“. Er mag es in Moll und er eckt nicht an. Schön gestaltet, aber auch kulissenhaft wirkt die Platte dann aber schon. Weitere einzelne Songs hervorzuheben, fällt einem ansonsten nicht gerade leicht, denn irgendwie ist keiner besonders schlecht. Dennoch sticht wenig aus der Masse hervor. Wirkliche Ohrwürmer vermisst man auch. Talent ist da, aber die Individualität fehlt noch.

Etwaige Schönheitsfehler gibt es auf „Good Things Come To Those Who Don’t Wait“ jedenfalls nicht. Ob es einen angehenden Songwriter freut, wenn er mit dem Prädikat „nett“ ins Regal einsortiert wird? Josh Kumra ist lieblich. Mehr aber auch nicht. So sehr er sich auch anstrengen mag – sein Erstlingswerk ist passabel. Die Songs verlieren trotz ihrer Schönheit an Interesse weil nichts Großartiges oder zu wenig passiert. Auch wenn er mit Soul, Pop, leichtem Rock und R’n’B spielt – das Material ist trotzdem gleich konstruiert. Nichts hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Zu gewöhnlich, zu simpel, zu unspektakulär ist das alles. Angenehm anzuhören, aber auch schlicht und einfach zu unkreativ und damit auch vollkommen unbedeutend. Zwei Songs, die zu empfehlen sind, der Rest ist Mittelmaß. Das geht besser.

kumra

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The Answer, Reckless Love, Find My Way Home
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Sony Music
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