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Ja, Panik: die Gruppe ist zurück

Sie wird oft als eine der wichtigsten deutschsprachigen Indie-Bands bezeichnet und taucht immer dann auf, wenn es um die „besten Bands aus Österreich“ geht: Ja, Panik. Alben wie „DMD KIU LIDT“ und „The Angst and The Money“ sind Klassiker des österreichischen Alternative-Sektors der letzten 15 Jahre geworden, das letzte Album „Libertatia“ erschien 2014. Danach wurde es still um Ja, Panik, sehr still. Bis sie wie aus dem Nichts eine neue Platte ankündigten. Diese hört auf den Namen „Die Gruppe“ und ist mehr als nur ein Albumtitel, wie im Interview mit Frontmann und Texter Andreas Spechtl deutlich wird. „Die Gruppe“ ist ein Statement, eine neue Debutplatte, eine kritische, politische Platte – kurzum all das, was Ja, Panik ja eigentlich eh immer war. 

subtext.at: Im Buch „Futur II“, das als letztes Werk von Ja, Panik vor „Die Gruppe“ erschienen ist, heißt es am Ende: „Wir steigen aus, wir steigen ein, denn wer zu lange ein Gespenst spielt, wird bald selber eins sein“. Aufgelegte Frage: Wollte Ja, Panik kein Gespenst mehr sein? 
Andreas Spechtl: Ja, so ein bisschen vielleicht. Es ist ja ganz interessant – über sieben Jahre wird man gerade als Band, die sich immer sehr offen gehalten hat, „fertig“. Es gibt Geschichten über einen, die man natürlich nährt – etwa auch mit dem Buch. Wir hatten das Gefühl, dass eben noch nicht alles erzählt war. Die Band Ja, Panik war aber schon ein „Gespenst“, eben weil es sie nicht mehr gegeben hat, aber man dennoch darüber gesprochen hat.

subtext.at: Sieben Jahre lang ist im Setting von Ja, Panik gar nichts passiert – ganz im Gegensatz etwa zu deinen zwischenzeitlichen Soloprojekten. Wie einfach oder wie schwierig war es für dich persönlich, wieder zum klassischen Indie-Band-Setting zurückzufinden und wieder bewusst eine solche Platte zu machen? 
Andreas Spechtl: Einerseits gibt es natürlich keinen Weg mehr zurück, wenn man gewisse Dinge mal gemacht hat. Die kommen auch auf der Ja, Panik-Platte vor, und gleichzeitig sind das auch die Dinge, die man vermisst hat, und die auch der Grund sind, weshalb es wieder eine Ja, Panik-Platte gibt. Weil ich gemerkt hatte, dass sich über die Jahre viele Stücke angesammelt hatten, die in keine dieser Soloprojekte passten – ich bin immer ganz streng. Für mich waren Soloplatten und deren Style immer klar –  und ich wollte auch nicht, dass das mit Ja, Panik vermischt wird. Und dann gab es eben die Ja, Panik-Stücke – ich habe immer Lieder geschrieben, sie halt nur nie veröffentlicht. Insofern war das immer auch eine priviligierte, angenehme Situation – wie bei einer ersten Platte. Niemand hat drauf gewartet, man hat jahrelang Zeit gehabt, um Stücke zu schreiben, anders als bei älteren Ja, Panik-Platten davor. Da bist du mit dem Album fertig, gehst auf Tour, und schreibst schon wieder am nächsten Album. Ich hatte wieder Lust an Schlagzeug, an Bass und Gitarren – aber auch daran, das in diesen neuen Soundkosmos einzupflegen und zu schauen, wie sich diese Dinge miteinander anhören. Das hat sehr viel Spaß gemacht.

subtext.at: Bleiben wir gleich beim Sound – der klingt sehr atmosphärisch, Synthesizer kommen gehäuft vor und es klingt doch anders als ältere Ja, Panik-Stücke. War das  ursprünglich Absicht, diese Dystopie auf diese Art und Weise zu zeichnen, oder war es Zufall, dass die Realität der letzten eineinhalb Jahre diese Dystopie noch verstärkt hat?
Andreas Spechtl: Naja, wie alle Kunstformen ist man sicher auch ein Kind seiner Zeit. Man saugt ja alles auf – was man liest, was man hört, was man in Gesprächen mitbekommt. Die Musik und die Kunst, die mich interessiert, ist immer eng mit der jeweiligen Zeit verbunden. Als jemand, der sich mit seiner Umwelt beschäftigt, geht das auch gar nicht anders. Es waren eben sehr unsichere, apokalyptische Zeiten, die eben in dieser Corona-Krise gemündet haben. Alle Probleme, die die Krise ausgelöst haben, waren ja vorher schon da – bis auf den Virus waren das ja alles Dinge, die schon vorher in der Welt herumschwirrten. Etwa die Gesundheitssysteme, die Care-Probelematik, Reichtum und Verteilung, was sich gerade auch an der Impfstoffverteilung bemerkbar macht, der Umgang des Menschen mit der Natur – das gab es alles ja schon. Es stand aber kein Masterplan dahinter – die Zeiten wurden dunkler, ich habe weiter getextet, und damit wurden auch die Ja, Panik-Lieder dunkler.

subtext.at: Stichwort „die Lieder wurden dunkler“ – ich habe gelesen, dass die Texte eigentlich schon 2019 und damit vor der Pandemie fertig waren. Der Track „On Livestream“ etwa ist noch aktueller geworden, als er vielleicht davor schon war – siehst du diesen „prophetischen“ Aspekt auch, und hat sich auch für euch die Wirkung der Platte vielleicht noch verstärkt?
Andreas Spechtl: Es gab eine Zeit, etwa Mitte letzten Jahres, wo mich das kurz beschäftigt hat. Wo ich mir dachte, dass mir das fast „zu gut“ passt – man will ja nicht unbedingt „die“ Corona-Platte machen. Dann habe ich diese Bedenken wieder vom Tisch gewischt – aus ähnlichen Gründen, wie ich gerade zuvor gemeint habe. Dass ich auch so sehe, dass diese Texte in den letzten Jahren entstanden sind, genauso wie die Corona-Krise Probleme an die Oberfläche gespült hat, die auch in den letzten Jahren entstanden sind. Insofern passt das schon ganz gut. Jetzt in den Interviews zur Platte merke ich es natürlich wieder und spreche viel drüber – bin aber auch froh, nichts geändert zu haben. Dadurch, dass die Texte eben früher entstanden sind und Themen besprochen werden, die über die Corona-Krise hinausgehen, werden die Texte auch noch länger Bestand haben.

subtext.at: „Bestand haben“ – du hast die Themen, die es schon länger gibt, gerade angesprochen, die sich auch auf „Die Gruppe“ wiederfinden. Wenn man sich etwa den Chorus am Ende von „The Cure“ anhört, wirkt die Platte fast schon wie eine logische Fortsetzung von „DMD KIU LIDT“ und so, als ob „Libertatia“ quasi übersprungen wurde. Würdest du das ähnlich gesehen, auf den Inhalt bezogen?
Andreas Spechtl: Ja, ich sehe das schon in der Verwandschaft zu „DMD KIU LIDT“. Dafür gibt es sicher auch andere Tracks, die ich eher in Verwandschaft zu „Libertatia“ sehe. Aber vielleicht funktioniert Ja, Panik grundsätzlich so, dass man es gar nicht in einer Zeitfolge an Platten sehen muss. Eher als Orbit von Ja, Panik, wo es Themen als Satelliten gibt, die herumschwirren. Zu denen kann man auch immer wieder zurückkehren und sich die auch immer wieder ansehen. Ich denke die Platten eher nebeneinander, nicht hintereinander. „The Cure“ handelt innerhalb dieser „DMD KIU LIDT“-Thematik, eben von diesem zerstörerischen System, das bis zur Selbstzerstörung reicht. Getreu dem Motto „wie darin leben, wenn jede Heilung auch nur von diesem System bereitgestellt werden kann“, und wie man darin leben kann, ohne zugrunde zu gehen. Darum geht es in „The Cure“ genauso wie in „DMD KIU LIDT“.

subtext.at: Bleiben wir mal bei der Platte dazwischen, bei „Libertatia“. Die wurde oftmals, nicht zuletzt durch Veränderungen in der Bandbesetzung, oft als „zweite Debutplatte“ von Ja, Panik tituliert. Ist „Die Gruppe“ dann die eigentliche Debutplatte – nachdem es ja sieben Jahre lang gar nichts gegeben hat?
Andreas Spechtl: (schmunzelt) Es ist schon komisch, wir haben schon so viele Debutplatten. Das hält diese Band aber auch ein bisschen frisch. „Libertatia“ wurde von Außen sicher viel mehr als Neuanfang und damit als „Debutplatte“ gesehen als von uns selbst, „Die Gruppe“ ist jetzt wirklich nochmals (überlegt lange) in so vieler Hinsicht ein Neuanfang, dass ich das gar nicht mit „Libertatia“ vergleichen kann. Da hat man eher versucht, quasi das „Rad“ eines Bandalltages, den wir zu dieser Zeit eh hatten, weiterzuführen. Eben gleich nach „DMD KIU LIDT“ und Tour gleich wieder eine Platte zu machen, so als wär nix. Aber es hat sich sehr viel geändert. Durch diese sieben Jahre Pause kann man eben nicht sagen, dass sich quasi „eh nix“ verändert hat – es hat sich unglaublich viel verändert. Deswegen fühlt es sich wirklich nochmals wie eine sehr, sehr neue Phase an. Auch so, dass es von diesem Punkt aus für uns die Gruppe Ja, Panik noch lange, lange geben wird. Es war so wichtig, diesen Moment zu finden. Ich glaube, auf diesem Plateau jetzt können wir wieder viele Platten machen. Bei „Libertatia“ haben wir dann gar nicht mehr gewusst, wie wir weiter machen sollen. Und haben uns gedacht, bevor wir einen Blödsinn machen, erstmal gar nix zu machen (lacht).

subtext.at: Stichwort „erst mal nix“ – früher hieß es immer: Ja, Panik wird es immer geben. Hand aufs Herz: hat es während diesen sieben Jahren Pause Ja, Panik immer gegeben?
Andreas Spechtl: Ich sage immer: die Band Ja, Panik hat es nicht gegeben, die Gruppe Ja, Panik aber schon. Die Band Ja, Panik ist der musikmachende Teil der Gruppe Ja, Panik. Die Frage ist ja eigentlich die, seit wann es Ja, Panik gibt. Im Endeffekt schon seit ich mit Stefan mit 15 bei uns zu Hause im Keller zum ersten Mal Musik gemacht habe. Dazwischen gab es so viel Leben, Freundschaft und viele andere Dinge, die mit der Band Ja, Panik eigentlich nichts zu tun gehabt haben. Das gab es schon immer, und da bin ich schon sehr froh, dass wir diesen Punkt gefunden haben, wo zwar die Band Ja, Panik für eine gewisse Zeit beendet wurde, aber die Gruppe nicht. Es gab nie großen Streit oder sowas – wir haben nur damals gemerkt, dass, wenn wir weitermachen, wir Ja, Panik als Gruppe nicht so weiterführen könnten, wie wir das gewollt hätten.

subtext.at: Die Band Ja, Panik ist also etwas anders als die Gruppe Ja, Panik. Funktioniert auch die Gruppe also nach diesen sieben Jahren besser als zuvor?
Andreas Spechtl: Ich glaube einfach, dass sie sich gut angepasst hat an die Lebensrealitäten von uns allen, in denen wir uns gerade befinden. Die Gruppe Ja, Panik könnte so wie damals nicht mehr funktionieren – wir wohnten alle zusammen und waren immer eng aneinander. Wir haben jetzt eher einen Modus der Gruppe gefunden, der im Hier und Jetzt funktioniert und der, ja, besser funktioniert, als wenn wir den Modus von vor sieben Jahren auf das Jetzt transformieren würden. Das würde nicht mehr funktionieren. Es würde uns einfach nicht mehr geben.  Es hat uns schon gut getan – wenn man daran denkt, dass wir zusammenwohnten, wir haben alles zusammen gemacht, wir haben alle Platten in der Zeit gemacht, die es uns jetzt quasi nicht gegeben hat. Jeder musste mal raus, jeder musste sich auch künstlerisch mal selbst finden, auch persönlich – man kommt als komplett anderer Mensch zurück. Das hat auch einen riesigen Mehrwert in die Gruppe gebracht.

subtext.at: Könnte man das sarkastisch so formulieren, dass also ein bisschen Social Distancing für die Gruppe Ja, Panik gar nicht schlecht war?
Andreas Spechtl: Ja, kann man vielleicht. Wobei eher „physical distancing“. Es war aber auf jeden Fall gut für die Gruppe Ja, Panik, dass es die Band Ja, Panik nicht mehr gegeben hat. Diese absolute Verschränkung von Arbeit und Leben ist kurz mal aufgeweicht worden – wenn man es auf eine Corona-Parabel runterbrechen möchte, waren wir zehn Jahre lang im Home Office. Die ganze Zeit lang.

subtext.at: „Im Hier und Jetzt“ funktionieren hast du ebenfalls gerade angesprochen – ihr veröffentlicht eine neue Platte in einer Zeit, wo man als Künstler eigentlich nur verlieren kann. Auch ihr habt wohl nicht damit gerechnet, vor keinem, sitzendem oder reduziertem Publikum zu spielen. Ganz banal gefragt: wie geht es euch damit, nach sieben Jahren eine Platte zu veröffentlichen, um in diesem ungewohnten Setting zu landen?
Andreas Spechtl: Es war komplett absurd. Das hat schon bei den Aufnahmen begonnen – wir haben sieben Jahre lang nichts gemacht, und uns dann Monate vorher auf einen Aufnahmetermin festgelegt. Mit dem Ergebnis, das am ersten Tag der Aufnahmen der Lockdown in Österreich begonnen hat. So hat es schon mal angefangen – Stefan hat ein Kind samt positivem Fall in der Kita, war in Quarantäne, Laura steckte in Berlin fest. Die ganze Platte mit Ausnahme der Texte stand also immer unter diesem Corona-Stern. Eigentlich hätte die Platte ja schon im November erscheinen sollen, die Tour wäre im Jänner gewesen – wir haben uns aber dann bewusst dafür entschieden, die Platte jetzt endlich mal rauszubringen. Die Tour dazu wäre für Ende Oktober geplant – das halte ich nicht für unrealistisch. Für uns sind die Probleme mit Live-Konzerten vielleicht aber auch gar nicht so schlimm – eben weil wir so lange nicht live gespielt haben. Für eine dauernd tourende Band ist es sicher tragischer – wir könnten schon noch ein Jahr warten. Entweder wir können spielen oder nicht – sonst machen wir halt noch eine Platte dazwischen (lacht).

subtext.at: Vor mehr als einem Jahrzehnt meintest du bei uns im Interview: „Die größte Gefahr sei es, zu versumpfen. Also stehenzubleiben.“ Wohin möchte sich Ja, Panik 2021 bewegen?
Andreas Spechtl: Die Aussage würde ich nach wie vor unterschreiben. Ich glaube aber, dass es der Gruppe Ja, Panik schon um das In-Bewegung-Bleiben an sich geht. In dem Moment, wo man sich fragt, wohin man gehen möchte, fängt das Versumpfen an. Weil man auf einen Ort hin, wo man sein möchte – nur um es sich dort gemütlich zu machen. Was uns interessiert, ist, immer wieder in diesem kleinen Feld, das Ja, Panik ist, etwas neu zu finden. Oder auch mal etwas, was vorher super funktioniert hat, wegzulassen, um es sich bewusst vielleicht ein bisschen schwerer zu machen. Und sich so neue Herausforderungen zu stellen.

subtext.at: Ein Thema, das ich leider nicht ersparen kann, das aber immer im Zusammenhang mit Ja, Panik genannt wird: Diskurs. Glaubst du, dass sich auch der Diskurs von oder durch Ja, Panik 2021 geändert hat?
Andreas Spechtl: Ja – das hat ein bisschen zu tun mit der Frage von vorhin, dass man eben immer gezwungnermaßen ein Schreibener in der Zeit ist, die einen umgibt. Man versucht sich damit auseinanderzusetzen – das Problem, das ich immer damit habe, ist immer, gewissen Leuten den Stempel aufzudrücken. Sei es Diskurs, sei es die Bezeichung „politische Kunst“ oder „diskursive Kunst“. Für mich ist Helene Fischer auch politisch – auch Andreas Gabalier ist Diskurs-Pop. Nur ist der Diskurs, den er führt, ein rechter Diskurs. Es gibt keinen unpolitischen Menschen und keinen Menschen, der keinen Diskurs mit sich und seiner Umwelt führt. Die meisten Leute, die ich kenne, die von sich behaupten, unpolitisch zu sein, würde ich zumidnest rechts der Mitte zuordnen. Wenn jemand von sich behauptet, unpolitisch zu sein, muss ich schon nachfragen – und komme drauf, dass diese Menschen sich anders politisch positionieren, als ich mich sehen würde.

Foto: Max Zerrahn

subtext.at: Wenn ich mit Artists während der Pandemie spreche, fällt oft die Aussage, dass sie sehr, sehr viel Zeit hätten und oft nicht wissen, was sie mit dieser neuen Zeit alles anfangen sollen. Siehst du dich als Antithese dazu?
Andreas Spechtl: Würde ich gar nicht sagen – ich bin wahnsinnig froh, dass man den Content, die Texte und viel von der Musik schon vorher hat. Das einzig Gute an dieser Pandemie ist, dass man geschenkte Zeit bekommen hat für Dinge, auf die man weniger Zeit angewendet hätte. Ich bin sehr froh, nicht den ganzen Input während und aus der Pandemie geholt haben zu müssen. Ich merke ja selbst, selbst in Gesprächen mit Freunden, dass der Input fehlt. Man weiß ja nicht mal mehr, worüber man schreiben soll. Insofern verstehe ich das – im Lockdown hätte ich wohl keine Platte schreiben können. Es war gut, mehr Zeit zu haben, um sie fertig zu machen, aber nicht um sie zu schreiben. Weil es eben eine so inputlose Zeit – man erlebt ja auch nix mehr. Worüber könnten wir reden? Über die neue Serie auf Netflix, über Starmania vielleicht, und Corona-Maßnamen.

subtext.at: Glaubst du, dass sich auch die Herangehensweise an das Kulturschaffen ändern wird?
Andreas Spechtl: Nein, glaube ich nicht. Ich hätte eher Angst, dass es, wie bei allen Dingen, eher um das Finanzielle geht. Dass Leute, die unter der Oberfläche agieren, aufhören. Egal, ob das Clubs, Lokale oder KünstlerInnen sind. Die ersten, die pleite gehen werden, werden wohl diejenigen im Untergrund sein. Das Fadeste wird überbleiben – ich habe schon Angst vor der wirtschaftlichen und sozialen Krise nach Corona. Dass die wegbrechen, die eh schon mit Müh und Not über die Runden gekommen sind. Die, denen es gut gegangen ist, werden es schon übertauchen.

subtext.at: Ich möchte das Interview mit einer Frage zu eurem letzten Track, „Apokalypse or Revolution“, beenden. Woran glaubst du eher: Apokalypse oder Revolution?
Andreas Spechtl: Ich fand immer interessant an der Frage, dass das Eine so positiv und das Andere so negativ konnotiert ist. Ich hatte deswegen auch Spaß damit, mit diesen Begriffen zu hantieren. Vielleicht ist auch die allerletzte Revolution die Apokalypse – vielleicht kann sich die Welt auch als Natur wieder zu sich selbst zurück, wenn sie uns Menschen ausgestanden hat. Vielleicht ist es kein „or“, vielleicht ist es eher ein „and“ zwischen diesen Begriffen.

Ja, Panik: Die Gruppe
VÖ: 30.04.2021, CD / LP / Digital
Bureau B
Tracklist:
1. Enter Exit
2. Gift
3. Memory Machine
4. What If
5. On Livestream
6. 1998
7. The Cure
8. Die Gruppe
9. The Zing of Silence
10. Backup
11. Apocalpyse or Revolution
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Alle Fotos: Max Zerrahn

Musik-Nerd mit Faible für Post-Ehalles. Vinyl-Sammler. Konzertfotograf mit Leidenschaft, gerne auch analog. Biertrinker. Eishockeyfan. "Systemerhaltende" Krankenschwester - wohl auch deshalb manchmal (zu) zynisch.