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NIRVANA und „Nevermind“: Legenden leben länger

NIRVANA und „Nevermind“: Legenden leben länger

Zwanzig Jahre ist es her, dass die Band aus Seattle die gesamte popkulturelle Welt mit einem Schlag umkrempelte und in helle Aufregung versetzte. Näher als auf „Nevermind“ sollte der Grunge dem Pop nicht zu Nahe kommen. Sind Nirvana heute noch so wichtig wie vor zwanzig Jahren?

Nur aus Leid kann ein wahrhaft großes Werk entstehen. Manche werden zustimmen, andere vehement abwinken. Egal, denn eines steht fest: Kurt Cobain hat sein Inneres musizierend und ungeschönt nach außen gekehrt. Der Kniff bestand darin, Mutlosigkeit und emotionale Ausweglosigkeit mit Herzschmerz frisch und lebendig klingen zu lassen. In einer heilen Welt wollte schließlich keiner entertaint werden.

Um das nachzuvollziehen, was Kurt Cobain, Krist Novoselic und Dave Grohl damals ausgelöst haben, muss man in die Zeit zurückgehen. Anfang der 90er sind die Grenzen zwischen Mainstream und Indie klar definiert. Wer sich dem Mainstream zuwenden will, der hört Michael Jackson. Wer das nicht tun möchte, für den ist die Wahl eingeschränkt. Mit Nirvana dürfen dann Gefühle wieder breitenwirksam transportiert werden, die nicht zwingend etwas mit guter Laune zu tun haben müssen.

Mit „Nevermind“ schuf das Trio die Blaupause des Grunge. Dreckige, zerrissene Jeans, karierte Flanellhemden und fettige Haare waren die Antistatements zur damaligen Mode. Musiziert wurde ohne Schnörkel, Schnickschnack und Machoposen. War das Debüt „Bleach“ ein ungeschliffener Diamant, der mehr mit dem Punk verbunden war, fand auf „Nevermind“ der Pop Einzug. Das Album geht von Anfang an keine Kompromisse ein. „Smells Like Teen Spirit“, „Lithium“, „Drain You“, „Territorial Pissings“ – da bleibt keine Zeit für Geplänkel. Unaufhaltsam scheppert das Schlagzeug, gefolgt vom grummelnden Bass und krachigem Gitarrensound. Mit „Come As You Are“, „On A Plane“ und dem gespensterhaften „Something In The Way“ ziehen Nirvana einfühlsame Seiten auf.

Es ist die Substanz und nicht nur die Hülle, die „Nevermind“ dabei half, Generationen von Bands zu beeinflussen, zig Millionen Platten abzusetzen und so viele Abnehmer auf der ganzen Welt zu finden. Dabei hat sich das Album über die Jahre zu einer Art Sinnbild des Guten und gleichzeitig zu einer millionenschweren Stütze der Musikindustrie entwickelt. Wer hätte damals gedacht, dass sich hinter dieser Rauheit Melodien für Millionen verstecken?

Universal Music spendiert der Platte zum Jubiläum eine exklusive Sonderausstattung. Das remasterte Album erscheint neu im Digipack mit Raritäten und viel Bonusmaterial. Wer bei diesem Klassiker nicht zugreift, ist selbst schuld.
Dem Zahn der Zeit trotzen eben nur die Allerbesten.

Links & Webtips:
nirvana.com
facebook.com/Nirvana

nirvanaclub.com

Foto: Universal Music

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